Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven feiert 60-jähriges Bestehen

Knappenverein Hilfarth-Hückelhoven: „Treu, hilfsbereit und traditionsbewusst“

Von: Norbert Koenigs
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Sie feierten das 60-jährige Bestehen des Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven: (v.r.) Vorsitzender Franz-Josef Bücken, Adolf Rudolf, Hans-Jürgen Käller und Willi Henschke. Foto: Norbert Koenigs

Hückelhoven-Hilfarth. „Wenn schwarze Kittel scharenweis hin zu der Grube ziehn‘“ – mit diesem Lied stimmten der Instrumentalverein Hilfarth und die Bergkapelle Sophia-Jacoba den Einmarsch in die Hilfarther Pfarrkirche an zum 60-jährigen Bestehen des Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven anlässlich der diesjährigen Barbarafeier.

Zuvor hatten die Musikvereine im Vereinslokal Windelen Kostproben ihres beachtlichen Könnens gegeben, ehe sich ein Festzug durch den Ort in Richtung des Gedenksteins an der Tannenstraße in Bewegung setzte. Nach dem Totengedenken mit dem Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ ergriff der ehemalige Generalbevollmächtigte von Sophia-Jacoba, Hans-Georg Rieß, das Wort bei der traditionellen Kranzniederlegung.

Er ging in seiner Ansprache auf die Festkleidung der Bergleute, den Bergkittel, ein und betonte, die heute übliche schwarze Tracht sei zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Sachsen entstanden. Der bergmännische Kittel sei bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Arbeitskleidung gewesen, die sich später zur Festtracht gewandelt habe. Alle Elemente des Bergkittels seien Hinweise auf bestimmte bergmännische Tätigkeiten oder hätten eine symbolische Bedeutung.

Das schwarze Tuch erinnere an die Dunkelheit unter Tage, die goldenen Knöpfe sollten das Licht der Sonne symbolisieren, die zweimal fünf Köpfe auf der Rückseite seien eine Anspielung auf die zahlreichen Taschen, in denen das Werkzeug steckte, Schlägel und Eisen seien die Werkzeuge der Bergleute aus der Frühzeit des Abbaus der Bodenschätze gewesen und der heutige Schachthut sollte den Kopf schützen.

Kräftiges „Glückauf!“

Hans Georg Rieß fuhr fort, der Federbusch habe zum Reinigen der Sprenglöcher gedient und sei früher an einem Band hinter dem Hut getragen worden. An den Ärmeln befänden sich die sogenannten Zopfborten und symbolisierten die Reservedochte für die früher gebräuchlichen Öllampen und die Zündschnüre, die angebunden am Ärmel getragen worden seien. Der große Schulterkragen gehe zurück auf eine Pelerine, die den Bergmann vor herabfallendem Gestein schützen und das herabtropfende Wasser von der Arbeitskleidung fernhalten solle. Der Kragen habe neun Randzacken, die an die Zahl der Gefängnisjahre der heiligen Barbara erinnern sollen.

Zum Schluss seiner interessanten Ausführungen widmete sich der ehemalige Generalbevollmächtigte dem „Arschleder“, das vor dem Durchwetzen des Hosenbodens bei der Arbeit und gegen Kälte und Nässe bei Rutschbewegungen auf dem Boden schützen solle. Hans-Georg Rieß schloss seine Ausführungen nach dem geschichtlichen Exkurs mit der Feststellung: „Im Innern aber bleiben wir stets die Knappen: ehrlich, treu, kameradschaftlich, hilfsbereit und traditionsbewusst.“ Er beendete seine Rede mit einem kräftigen „Glückauf!“.

Nach der Kranzniederlegung zogen die Knappen zum Ökumenischen Gottesdienst in die katholische Pfarrkirche. Dort gab es die musikalische Untermalung durch die Bergkapelle Sophia-Jacoba, den Instrumentalverein Hilfarth, den Männergesangverein Hückelhoven-Kleingladbach, das Mandolinenorchester Rurperle aus Hilfarth und den Solisten Rainer Wagner mit seinem Dudelsack.

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