Knappe und verständliche Antworten auf äußerst kritische Fragen

Von: hewi
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Stellten sich den Fragen der Besucher im Inclusio: die Bürgermeisterkandidaten Astrid Wolters, Petern Jansen und Christel Honold-Ziegahn (v.l.).

Erkelenz. Im Inclusio stellten sich jetzt die Bürgermeisterkandidaten bei einer Podiumsdiskussion den Fragen der Wähler. Nichts Besonderes an sich, möchte man meinen. Doch diesmal bemühten sich die Kandidaten beim Polit-Talk um klare und knappe Antworten in allgemein verständlicher Sprache.

Denn die Fragesteller waren zumeist Menschen mit Behinderung, und das Thema lautete „Inklusion in der Kommunalpolitik“. Gastgeber war das Schreibseminar „alle-inklusive“ der Lebenshilfe Heinsberg, das sich alle zwei Wochen samstags im Inclusio trifft. Damit die Anwesenden auch alles verstehen konnten, hatten sich die Veranstalter Spielregeln ausgedacht, an die sich die drei Bürgermeisterkandidaten halten mussten: Keiner redet länger als zwei Minuten, keiner benutzt Fremdwörter und wenn Dominik das Glöckchen läutete, war Ruhe.

Was sie die drei Politspitzen fragen wollten, hatten sich die Teilnehmer schon zuvor überlegt und in Worte gefasst. Und die Fragen hatten es durchaus in sich. So ging es zum Beispiel um Rampen an Bushaltestellen oder vor Geschäften, die Josef Giebel forderte.

Es sei nicht hinzunehmen, dass Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen nicht in den Bus oder den Laden gelangen könnten, weil keine Rampen vorhanden sind. Christel Honold-Ziegahn von den Grünen betonte, dass Erkelenz eine alte Stadt sei, die zu einer Zeit gewachsen sei, in der man sich über solche Themen einfach noch keine Gedanken gemacht habe. Sie forderte aber dazu auf, Missstände zu melden, wenn man sie bemerkt.

Amtsinhaber Peter Jansen erklärte, dass man sich in Gesprächen mit dem Busunternehmen befinde, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Astrid Wolters von den Sozialdemokraten brachte auch Haltegriffe für Rollstuhlfahrer in Bussen ins Gespräch. „Es gibt viel zu tun, das wissen wir auch“, erklärte sie. „Und wir wollen auch, dass es besser wird.“

Behindertentoiletten

Eine weitere Frage drehte sich um eine bezahlbare Freizeitgestaltung für junge Erwachsene. Jugendheime schließen zu früh und Diskotheken sind zu teuer – was tun? Hier sei es ratsam, auch die Vereine in der Stadt anzusprechen, betonte Jansen. Honold-Ziegahn regte an, dass Jugendheime wenigstens einmal im Monat länger öffnen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Weiter ging es mit mangelnder Straßenbeleuchtung und unpassierbaren Gehwegen für Rollstuhlfahrer, die Stefan Rossow kritisierte.

Ein Kritikpunkt sind die Behindertentoiletten in Erkelenz, von denen es nach Meinung der Betroffenen zu wenige gebe, die auch noch zumeist in einem erbärmlichen Zustand seien. Diesbezüglich baten die drei Kandidaten um Geduld und versprachen eine Verbesserung der Situation. Aber: Eine Behindertentoilette koste rund 120.000 Euro, wie Jansen hinzufügte.

Was den Zuhörern am meisten auf dem Herzen lag, war eine Querungshilfe an der Einmündung der Wilhelmstraße auf die Südpromenade, also direkt vor der Haustür des Inclusio. Da solle „in diesem Jahr noch etwas passieren“, erklärten die drei Politiker.

Sie wiesen aber auch darauf hin, dass die Wilhelmstraße alt sei und viele Anwohner gegen einen Zebrastreifen seien, weil das zum Wegfall eines oder mehrerer Parkplätze führen würde. Und die seien in Erkelenz sowieso Mangelware. „Wir finden eine Lösung“, lautete die Botschaft, die auch Klaus Meyer gerne hörte.

Am Ende hatten alle drei noch einmal Gelegenheit, um den Zuhörern zu erklären, weshalb gerade sie und ihre Partei die Stimmen erhalten sollten. Abschließend versprachen die Zuhörer, den Parteien nach der Wahl ganz genau auf die Finger zu schauen und zu prüfen, ob die jeweiligen Versprechungen auch eingehalten worden sind.

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