Klima-Projekt soll die Bürger einbeziehen

Von: Helmut Wichlatz
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Umweltschützer und Stadt Erkelenz suchen in einer Arbeitsgruppe nach Möglichkeiten, auf kommunaler Ebene Energie zu sparen.

Erkelenz. Denke global, handele lokal: Nach dieser Devise wollen beim Thema Klimaschutz die Stadt Erkelenz und der sogenannte „KlimaTisch“ zusammenarbeiten, um das Thema in die Bevölkerung zu tragen und praktikable und wegweisende Lösungen für den Klimaschutz in Erkelenz zu finden.

 Der „KlimaTisch“ ist eine Interessengruppe von Erkelenzern, die für das Thema Klimaschutz möglichst viele Erkelenzer an einen Tisch bekommen möchten, um die Weichen für eine energiepolitische Zukunft vor Ort zu stellen.

Als Gast am „KlimaTisch“ saß nun Thomas Rolfs von der Stadtverwaltung, der über den aktuellen Stand beim „european energie award“ (eea) und die Ziele und Vorgehensweisen des europaweiten Projektes referierte. Rolfs koordiniert die Arbeit der Stadt im Bereich des Klimaschutzes zur Erlangung des eea-Zertifikats.

Die Stadt hat sich um die Teilnahme an dem europaweiten Projekt beworben, um ihre Potenziale im Energiebereich neu zu ordnen und für die Bürger als Vorbild im Umgang mit Energie zu wirken. Das vierjährige Projekt kostet die Stadt rund 35.000 Euro, die jedoch zu 70 Prozent aus Fördermitteln bezuschusst werden.

Im Laufe der Teilnahme muss die Stadt einen Maßnahmenkatalog erstellen, der sechs Bereiche abdeckt und dabei eine gewisse Gesamtpunktzahl erreichen, um dann das eea-Zertifikat zu erlangen. Bei der Projektarbeit, die sich gezielt um die Potenziale innerhalb der Verwaltung und deren Außenwirkung kümmert, wird von einem unabhängigen Berater begleitet.

In der Projektgruppe, der Rolfs vorsteht, arbeiten die Kernreferate der Verwaltung übergreifend zusammen. Am Anfang stand und steht immer wieder eine Ist-Analyse, erläuterte Rolfs. Darin werden Schlüsse aus dem Status quo gezogen und Ziele definiert, die dann umgesetzt und überprüft werden, bevor die nächste Runde beginnt.

Im Juli hatte der Erkelenzer Stadtrat einstimmig ein energiepolitisches Handlungskonzept mit 34 Maßnahmen verabschiedet, mit denen der umsetzungsorientierte Prozess auf den Weg gebracht werden konnte. Im Januar 2014 wird der Stand der Entwicklung geprüft und bewertet.

Als aktuelle Beispiele nannte Experte Rolfs am „KlimaTisch“ das neue Solarpotenzialkataster, das über die Wirtschaftlichkeit von Hausdächern für die Photovoltaik im Stadtgebiet informiert, und die Energieberatung für Privathaushalte, die die Stadt zusammen mit der Verbraucherberatung einmal im Monat in der Stadtbücherei anbietet. Darüber hinaus konnte ein Versorgungsvertrag mit Ökostrom für alle städtischen Gebäude abgeschlossen werden, der 2014 in Kraft tritt.

„Ziel des Projektes ist auch eine Bewusstseinsbildung für das Thema in der Bevölkerung“, wie Rolfs betonte. Darüber hinaus sei ein „roter Faden“ für die kommunale Klimaschutzarbeit der nächsten Jahre geschaffen worden.

Das war ganz im Sinne der Klimaaktivisten, wie der Vorsitzende Andreas Schuflitz erklärte. Eine nachhaltige Änderung des Umgangs mit Energie sei wichtiger als „Leuchtturmprojekte ohne Nachhaltigkeit“. Daher müsse das Thema von der Verwaltung aktiv in die Bevölkerung und vor Ort zu den Menschen getragen werden, erklärte auch Dieter Spalink von der SPD. Er regte eine „mobile Energieberatung“ an, die in die über 40 Ortschaften fährt und gezielt das Gespräch mit den Bürgern sucht.

Auch müsse das Thema öffentlich besser beworben werden, um die nötige Aufmerksamkeit zu schaffen, gab Monika Ragazzi vom „KlimaTisch“ zu bedenken. Denn was nützten die besten Angebote, wenn der Bürger nichts davon nichts mitbekommt?

Rolfs und der „KlimaTisch“ wollen zukünftig enger zusammenarbeiten, um die Potenziale in der Stadt noch besser zu nutzen und das Thema weiterhin am Köcheln zu halten, um Erkelenz auf den Weg zur klimafreundlichen Stadt zu bringen.

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