Klima-Aktivisten wollen Zelte aufschlagen

Von: hewi
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Der Tagebaurand bei Borschemich: Umweltschützer planen, ein einwöchiges Klimacamp im sterbenden Ort zu veranstalten. Foto: Stefan Klassen
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Klima-Aktivisten und Braunkohlegegner: (v.l.) Birgit Cichy (Das gelbe Band), Stefan Förster (BUND-Jugend NRW), Tina Keller („ausgeCO2lt“) und Alfred Emilio Weinberg (Attac Köln) von der Kirche im sterbenden Borschemich. Foto: hewi

Erkelenz-Borschemich. Ein sterbender Ort lockt allerlei Volk an. Die einen führen nichts Gutes im Schilde, die anderen wollen die Welt retten. Die Organisatoren des Klimacamps, das Ende Juli in Borschemich stattfinden soll, gehören zur zweiten Kategorie.

Bereits 2010 war die BUND-Jugend mit einem „kleinen Klimacamp“ in Borschemich zu Gast gewesen. In den Folgejahren fanden die Camps am Tagebaurand des Hambacher Reviers statt. Da Garzweiler II derzeit in aller Munde ist, versprechen sich die Organisatoren – ein Bündnis aus BUND-Jugend NRW, Attac, der Gruppe „ausgeCO2lt“ und der Wanloer Initiative „Das gelbe Band“ – eine größere öffentliche Aufmerksamkeit, wie Vertreter der Organisationen bei einem Ortstermin in Borschemich erklärten.

Das Problem ist jedoch, dass es noch keinen geeigneten Platz für die erwarteten 400 bis 500 Klimaretter gibt. 2010 war man noch im mittlerweile geschlossenen Jugendhaus St. Josef zu Gast. Jetzt will sich nach Aussage von Tina Keller („ausgeCO2lt“) kein Landeigentümer finden, der bereit wäre, das Camp vom 26. Juli bis 3. August auf seinem Grund stattfinden zu lassen.

Ein Problem, das die Organisatoren schon aus den vergangenen Jahren kennen. Auch die Stadt Kerpen, auf deren Gebiet das letzte Camp stattfand, sei wenig kooperativ gewesen. Dahinter vermuten die Organisatoren den Energieriesen. „RWE versucht alles, um das Camp zu verhindern“, ist sich Stefan Förster von der BUND-Jugend NRW sicher. „Das Unternehmen diffamiert die Teilnehmer als Chaoten und Kriminelle.“

Straßenfest und Aktionstag

Dagegen verwehrt sich auch Alfred Emilio Weinberg von der Kölner Attac-Gruppe. Rund 200 Anzeigen habe das Unternehmen gegen die Klimacamper betrieben, von denen bisher die meisten im Sande verlaufen seien. „Die machen Druck“, betonte er. Und diesem Druck wolle man sich nicht beugen.

Worum geht es bei dem Camp? „Es geht um Aktion“, lautet die Antwort. Aktionen gegen die Zerstörung der Umwelt durch den Tagebau und Aufklärung über die Folgen und Alternativen zur derzeitigen Energiepolitik. Geplant sind Workshops, Vorträge und Informationen über den weltweiten Umgang mit Kohle. Auf dem Programm stehen aber auch ein Straßenfest im fast verlassenen Ort Borschemich und ein Aktionstag. Wenn es denn dazu kommt, denn „RWE sitzt am längeren Hebel“, wie Förster betonte. Gegenüber den Umsiedlern und betroffenen Kommunen werde die Strategie „Zuckerbrot und Peitsche“ gefahren.

Unterstützung habe man sich auch von der Stadt Erkelenz erhofft, doch sei mitgeteilt worden, dass die Stadt in Borschemich oder Immerath nicht über geeignete Flächen verfüge. Auch die in Borschemich noch ansässige Gärtnerei Meier habe ihre Zusage kurzfristig zurückgezogen. Seitens der Stadtverwaltung war zu hören, dass die Organisatoren mit der Bitte um einen Platz für das Camp auch sehr spät gekommen seien und kein Konzept vorlegen konnten, wie sie „Randgeschehnissen“ wie beim letzten Klimacamp vorbeugen wollen.

Die Klimakämpfer geben sich aber weiterhin zuversichtlich und setzen auf den Widerstand und den Groll gegen die Umsiedlung und ihr gewachsenes Netzwerk in der Region. „Wir werden rechtzeitig eine Alternativfläche finden“, betonte Förster.

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