Kleine Kämpferin: „Nele geht es gut“

Von: Mirja Ibsen
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„Sie freut sich über Vögel, über vorbeifahrende Autos, über wedelnde Blätter im Wind“, sagt ihre Mama. Der 17 Monate alten Nele geht es nach einer Knochenmarktransplantation besser. Foto: Melanie Niessen

Hückelhoven-Baal. Nele geht es gut! Der Körper des kleinen Mädchens nimmt die Stammzellen seines Vaters bisher gut an. „Die Dankbarkeit, die wir dafür empfinden, ist eigentlich gar nicht in Worte zu fassen“, sagt ihre Mutter. Nele ist seit dem 13. Mai auf der Knochenmarktransplantationsstation des Uniklinikums Düsseldorf.

Sie lebt in einem sechs Quadratmeter großen Zimmer. Viel mehr als Bett, Tisch, Stühle und medizinische Geräte passen dort nicht hinein. Alles muss absolut keimfrei sein. Die Bilder von ihrer Familie, mit denen Nele so gerne spielt, sind eingeschweißt, damit sie immer wieder sterilisiert werden können, und besuchen darf sie nur ihrer engste Familie. Ihr großer Bruder durfte allerdings viereinhalb Wochen nur durch eine Glasscheibe mit ihr telefonieren.

„Wenn man sieht, wie die kleine Maus sich in dieser Zeit entwickelt hat, welche Power und Energie in ihr steckt, dann ist das schon bemerkenswert“, sagt ihr Onkel Guido Mayer, der die Kleine regelmäßig besucht.

„Balsam für die Seele“

Das Schicksal des kleinen Mädchens aus Hückelhoven, das an Blutkrebs erkrankt ist, hat viele Menschen in der Region bewegt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Menschen aus dem ganzen Kreis Heinsberg und weit darüber hinaus hatten sich an einem ganz normalen Donnerstag Ende April auf den Weg nach Heinsberg gemacht, um sich in der Stadthalle registrieren zu lassen.

Die Resonanz auf den Spendenaufruf, der vielfach über Facebook und auch auf dem Tivoli geteilt wurde, war für die Familie überwältigend. „Balsam für die Seele“, wie Guido Mayer, der die Typisierungsaktion mit organisiert hat, immer wieder sagt. Fast 4000 Menschen haben ein Röhrchen Blut gespendet, um Nele zu helfen. Gepasst hat allerdings keiner der Spender. Das liege daran, dass Nele so seltene Gewebemerkmale hat, sagt Pamela Kölbl von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). „Es gibt Gewebemerkmalstypen bei denen findet man sogar zwei oder drei Spender.“ Aber nicht bei Nele. Die Ärzte hätten schon im Vorfeld der Typisierung gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns größer sei als einen passenden Spender zu finden, sagt Guido Mayer, der Bruder von Neles Mama. Eltern passen nie zu 100 Prozent, weil die Kinder ja Merkmale von beiden bekommen, da wird aus blau und gelb grün. Das Risiko besteht, dass der Körper die 50 Prozent fremden Zellen abstößt. Geschwister eignen sich eher als Spender. Aber nicht bei Nele. Deshalb startete die Suche nach einem Spender, der wenigstens zu 80 Prozent stimmte. Die weltweiten Spenderdateien wurden durchforstet. Die Zeit drängte. Nele brauchte dringend eine Transplantation. Am 27. Mai entschieden die Ärzte, doch Knochenmark vom Vater zu nehmen. „Um 21.30 Uhr flossen Papas Stammzellen in Neles Körper. Ein ganz besonderer Moment mit ganz großen Gefühlen“, schreibt ihre Mutter.

Melanie Niessen lebt zurzeit im Ausnahmezustand, und ihre Gedanken gelten jetzt eigentlich ganz ihren Kindern. Trotzdem meldet sie sich, weil sie der Familie, den Freunden und all den fremden Menschen, die „uns dabei geholfen haben, die schwerste Zeit in unserem Leben durchzustehen“, Danke sagen will. „Diese tiefe Besorgnis um Nele war manchmal kaum auszuhalten, besonders in Momenten, wo es ihr nicht gut ging. Aber sie ist und bleibt eine Kämpferin. Wie durch ein Wunder hat Neles Knochenmark nach der Transplantation wieder sehr schnell begonnen, neue Zellen zu produzieren.“ Es gehe ihr von Tag zu Tag besser. „Morgens strahlt sie schon beim Aufwachen und möchte die Welt entdecken. Wir lieben sie so sehr und sie gibt uns jeden Tag so viel. Sie muss wieder ganz gesund werden.“

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