Kleine Blume ganz groß: Der Sämling im Rampenlicht

Von: Dettmar Fischer
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Tütchen mit Wildblumen-Samen verteilten Tourismusfachkraft Sabrina Martin (li.) und Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens (2.v.li.) bei der Auftaktveranstaltung zur Entente Florale 2013 im Wassenberger Rathaus. Es ging dabei durchaus locker zu. Foto: defi

Wassenberg. Der Wassenberger Sämling könnte ganz groß rauskommen bei der Entente Florale 2013. Der Bronzepreis-Gewinner von 2009 dieses bundesweiten Wettbewerbs, die Stadt Wassenberg, nimmt in diesem Jahr erneut zusammen mit 19 anderen ausgewählten Kommunen teil an diesem vom Zentralverband Gartenbau, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Deutschen Tourismusverband ausgelobten Wettbewerb.

Dieser prämiert mehr als nur die schönsten Ziergrünflächen. Karl-Heinz Plum aus Unterbruch begleitete jahrelang als Präsident des Bundes deutscher Baumschulen die Entente Florale.

Bei der Auftaktveranstaltung im Sitzungssaal des Wassenberger Rathauses gab er den entscheidenden Hinweis, wie sich Wassenberg vom Rang einer „lobenden Anerkennung“ á la „hübsch gekehrte Bordsteinkante“ auf die Medaillenränge hieven könnte.

Karl-Heinz Plum: „Das Gefühl der Gemeinschaft macht viel aus.“ Das hatten 2012 die Andernacher Bürger eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Plum: „Da ging eine ganze Stadt mit.“ Alle Andernacher hatten an einem Strang gezogen und mit der scheinbar „bekloppten“ Idee „die essbare Stadt Andernach“, unter anderem hatten sie einen Schrebergarten quer durch die Stadt gepflanzt, von der Jury die Goldmedaille zugesprochen bekommen.

„Jetzt zählen wir auf Sie,“ sagte Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens froh gestimmt angesichts vieler Besucher der Auftaktveranstaltung.

Neben den Ortsvorstehern – die Ortsteile einbinden und nicht nur den Stadtkern, ist ein schon formuliertes Ziel – und Vertretern von Vereinen waren erfreulich viele Wassenberger Bürger im Rathaus erschienen. Sabrina Martin, die Tourismusbeauftragte der Stadt Wassenberg, stellte die ersten Ideen vor, die sie mit dem für den Wettbewerb eingerichteten Lenkungskreis erarbeitet hat.

Zu diesem Kreis zählen Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins, Georg Hensgens, Vorsitzender des Gewerbevereins und Volker Rütten, Chefgärtner der Stadt Wassenberg. „Gemeinsam aufblühen“ lautet das Motto der Entente Florale. Den ein oder anderen Skeptiker, der daran zweifelte, ob Wassenberg denn nun tatsächlich „gemeinsam aufblühen wird“, gab es zwar auf der Auftaktveranstaltung zur Florale. Doch – man muss auch Bürgermeister loben dürfen, Wassenbergs Erster Bürger verstand es, Gemeinschaft zu stiften. Zahlreiche Ideen flossen an diesem Abend in den großen Topf, der, wenn aus ihm wider Erwarten doch keine Medaille herausspringen sollte, er der Stadt doch viel gebracht haben wird; vom Grün (die Kreisverkehre sind eh schon Spitze) bis zum „Wir leben hier gemeinsam“.

Die noch zu bündelnden Ideen reichten von der Öffnung privater Gärten, der Begrünung von Flächen entlang der nicht so ganz schönen Roermonder Straße, Veranstaltungen zur Belebung der neu gestalteten Gartenterrassen bis zum Effelder Waldsee als neuer „Grünoase“.

Und fast unbemerkt schob sich da ein kleiner Pfirsich ins Rampenlicht, der Wassenberger Sämling, den hat sonst keiner auf der ganzen Welt. Wassenbergs Tourismusfachkraft Sabrina Martin: „Berlin hat den Berliner Bären und wir den Wassenberger Sämling.“ Irgendwann in den ersten beiden Juliwochen reist die Jury der Entente Florale für fünf Stunden durch Wassenberg und beguckt, was so alles „aufgeblüht“ ist.

Am 27. August beim ZDF-Fernsehgarten in Mainz werden die Preise in Anwesenheit von Wassenberger Bürgern vergeben. Der Heimatverein chartert einen Bus und auch die Stadtverwaltung. 12.000 Euro, 2000 für jeden Ort, konnte die Stadt jedem Ortsteil zur Verfügung stellen für die Ortsverschönerung. Blumenampeln sollen aufgehängt werden; hierfür werden noch Spender gesucht.

Doch Geld ist ja bekanntlich nicht alles – wie Karl-Heinz Plum es formulierte: „Das Gefühl der Gemeinschaft macht viel aus.“

„Wassenberg wächst – wir wachsen zusammen“, lautet das regionale Wettbewerbsmotto.

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