Klein, aber fein: Narrenzug kurz vor Toresschluss

Von: hewi
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Keyenberg wird Kurort. Eine Probe gab es beim Veilchendienstagzug des Musikvereins St. Josef zu sehen. Natürlich wurde das Badewasser laufen geheizt. Foto: Dahmen

Erkelenz-Keyenberg. Familiär, aber nicht minder jeck ging es beim Keyenberger Veilchendienstagszug des Musikvereins „St. Joseph” zu. Angemeldet hatten sich acht Fußgruppen, die sich auf dem Schulhof der Grundschule sammelten. Traditionell stoßen aber immer wieder einige Kurzentschlossene dazu, die den Zug durch den Ort aufpeppen.

Auch wenn der Zug klein war, so mangelte es nicht an kreativen Ideen und Verkleidungen. Die Eltern und Kinder einer Krabbelgruppe traten als Gärtner mit dem grünen Daumen an. Auch ein paar der versprengten männlichen und weiblichen Bräute, die in den Tagen zuvor die Züge im Erkelenzer Land bereichert hatten, waren noch einmal angetreten. Die Brautkleider hatten jedoch auf den Straßen der Umgebung schon sichtlich gelitten.

Eine weitere Gruppe waren die Ritter der „Letzten Burg vorm Loch”, die ihre Burg der Einfachheit halber direkt auf einen großen Handwagen montiert hatten, um sie mitnehmen zu können. Auch sonst wimmelte es kurz vor Abmarsch vor lauter Piraten, Schneemännern und Clowns, die sich kurz vor dem närrischen Toresschluss noch einmal aufgerafft hatten.

Schließlich war Keyenberg eine der letzten Möglichkeiten in der Session, es noch einmal richtig krachen zu lassen.

Für einiges Aufsehen sorgte Konrad-Josef Jansen. Der hatte nämlich um hundert Liter Bier gewettet, dass er am Zug in einer Badewanne voll Wasser sitzend teilnehmen würde. Gesagt, getan. Unter dem Motto „Kurbad Keyenberg im See” traten er und seine jecken Mitstreiter an. Das Wasser war dank eines installierten Durchlauferhitzers immerhin warm genug, sodass er sich mit einiger Wonne in das schaumige Nass setzte und durch den Ort gezogen werden konnte.

Eigentlich stand der Keyenberger Zug schon fast vor dem Aus, als sich vor drei Jahren die Grundschule von der Organisation und der Teilnahme verabschiedet hatte. Im vorigen Jahr hatte der Musikverein noch einmal einen „Testballon” gestartet, um herauszufinden, ob es denn überhaupt noch Interesse an dem Zug gebe.

Die Resonanz war eindeutig: Der Zug gehört zu Keyenberg wie das „Amen” zur Kirche! Und so marschierten die Jecken mit dem Schlachtruf „Juppe Club” fröhlich durch den Ort, wo die Leute schon an den Straßen auf ihren kleinen, aber feinen Zug warteten. Nach dem Zug ging es noch in die Turnhalle der Grundschule, wo der Musikverein zum geselligen Umtrunk und Tanz eingeladen hatte.
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