Kläranlagen-Panne: Katastrophe bleibt aus

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Entlang der Wurm in den Lagen
Entlang der Wurm in den Lagen von Übach-Palenberg und Geilenkirchen waren gestern noch Reste des vermuteten Tensid-Unfalls in Kerkrade zu entdecken - in Form von hellen Schaumballen. Foto: Georg Schmitz

Region. Nach dem Störfall in der Kläranlage Kaffeberg bei Kerkrade am Donnerstagabend ist die befürchtete Katastrophe ausgeblieben.

„Am heutigen Abend werden gegen 19 Uhr nach einem gravierenden Störfall in einem Klärwerk bei Kerkrade auf niederländischer Seite Tenside in die Wurm fließen”, teilte Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler am Donnerstagabend um 19.20 Uhr mit. Die Einleitungen dieser umweltschädlichen, waschaktiven Substanzen in die Wurm sei nicht mehr abwendbar.

Erste Wirkungen könnten gegen 20.30 Uhr in Geilenkirchen zu verzeichnen sein. „Es droht ein Fischsterben in der Wurm”, so die Mitteilung des Bürgermeisters. Dazu kam es nicht. Der Kläranlagenbetreiber hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Kläranlage „biologisch tot” sei. Die Suche nach dem Verursacher der schädlichen Stoffe, die nun ungeklärt über den Amstelbach in die Wurm gelangen könnten, sei im Gange.

Die Bauhöfe der Städte Übach-Palenberg und Geilenkirchen haben mit dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) daraufhin die von der Wurm gespeisten Teiche wie das Naherholungsgebiet bei Marienberg, den Geilenkirchener Wurmauenpark und die Weiher um Burg Trips abgeschiebert, um diese vor der Einleitung der Schadstoffe zu schützen.

„Das Naherholungsgebiet Müllendorf wird vom Grundwasser gespeist und ist nicht gefährdet, erklärte Fiedler und weiter: „Die verantwortlichen Stellen beim Kreis Heinsberg und beim Wasserverband unternehmen alle zu Gebote stehenden Schritte, um die Einwirkungen der Substanzen auf die Fauna der Wurm so klein wie möglich zu halten und Wirkungen auf Nebengewässern zu unterbinden.”

Wie Ulrich Hollwitz am Freitagmittag auf Anfrage erklärte, hat der Betreiber der biologischen Kläranlage die Einleitung der Tenside bereits am Dienstag festgestellt. Am Mittwoch sei dann ein Fischsterben auf dem Amstelbach eingetreten. Die Fische sind an Sauerstoffmangel verendet. Schlamm und Tenside entziehen dem Wasser den Sauerstoff.

Am Mittwoch und Donnerstag hätte der Kläranlagenbetreiber Tanklastwagen eingesetzt, um das belastete Klärgut abzufahren und in andere Anlagen zu transportieren. Dies sei offensichtlich größtenteils gelungen, so dass nur geringe Mengen bis zur Wurm gelangt seien. „Es wurde von Seiten des Kreises mehrfach Proben von der Wurm bei Rimburg genommen, die alle keine Toxidität aufwiesen”, erklärt Ulrich Hollwitz. Der Störfall habe nur sehr geringe Auswirkungen auf den Kreis Heinsberg gehabt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert