Wegberg-Klinkum - Kirchliches Immobilienmanagement: Kritik bei Informationsveranstaltung

Kirchliches Immobilienmanagement: Kritik bei Informationsveranstaltung

Von: mb
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Weniger Geld vom Bistum für den Unterhalt der kirchlichen Gebäude: In Wegberg wird der Rotstift angesetzt. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Klinkum. Lediglich drei Gemeindemitglieder waren der Einladung der Pfarrei St. Martin Wegberg ins Pfarrheim Klinkum zu einer Informationsveranstaltung zum Kirchlichen Immobilienmanagement (KIM) gefolgt. Dabei war der KIM-Prozess im Vorfeld in Wegberg leidenschaftlich diskutiert worden.

Um 30 Prozent (das sind in Wegberg rund 100 000 Euro), so die Vorgabe des Bistums Aachen, wird die Instandsetzungsrücklage für Sanierungen und Reparaturen gekürzt. Aufgabe und Ziel einer „KIM-Projektgruppe“ war es, die Gebäude konkret zu benennen, die diese geforderte Einsparsumme ausmachen.

Auf 24 Gebäude hat sich die Projektgruppe geeinigt, das erarbeitete Konzept wurde zwischenzeitlich von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat beschlossen, vom Bistum genehmigt und den Mitgliedern der Ortsausschüsse bereits vorgestellt.

Andere Möglichkeiten finden

„Fußball ist wichtiger, das schöne Wetter auch“, stellte Pfarrer Huu Duc Tran fest. Die Kirche sei immer noch in der Mitte des Dorfes, aber die Menschen seien nicht mehr da. Natürlich ging die Diskussion auch um die Frage, warum gerade die eigene Dorfkirche betroffen sei. „In jedem Ort gibt es weiterhin einen Raum, in dem die Gemeinde sich versammeln kann“, betonte Pfarrer Tran – und es sei ja auch nicht so, dass die Kirche abgerissen werde. Für Reparaturen und Sanierungen müssten andere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Heftige Kritik übte Michael Schlagheck aus Beeck, der mangelnde Transparenz, fehlende Offenheit und „Geheimniskrämerei“ im KIM-Prozess kritisierte. Die Öffentlichkeit war erst nach Abschluss der Beratungen informiert worden. Ihm gehe es nicht um die Notwendigkeit des Prozesses, nicht um das Ergebnis, sondern um die Art und Weise, wie es zustande gekommen sei.

„Ihr habt die paar Schäfchen, die verblieben sind, nicht mitgenommen, Ihr habt eine Chance vertan!“. Dem hielt Pfarrer Tran entgegen, dass gewählte Vertreter der Filialgemeinden am KIM-Prozess beteiligt waren. Zudem sei das Verfahren rechtens und entspräche den Gepflogenheiten und dem Rat des Bistums.

Eine gute Lösung für die Pfarrei St. Martin sei gefunden worden – derzeit. Denn Pfarrer Tran ließ keinen Zweifel daran, dass der jetzige KIM-Prozess erst der Auftakt zu weiteren schmerzhaften Veränderungen sei. Nur noch zehn Prozent der Katholiken gehen in die Kirche. Das werde Konsequenzen haben.

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