Kirchhoven: Das Freibad mit dem besonderen Konzept

Von: Daniel Gerhards
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Betrieben wird das Bad von Ehrenamtlern, Roland Schößler und Norbert Doutrelepont (unten rechts, von links) sind die Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Foto: Daniel Gerhards
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Auf der Wiese gibt es viele Geräte, die Kinder zu Spielen einladen und auch eine Calisthenics-Anlage für Fitnessübungen. Foto: Daniel Gerhards
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Das Freibad in Kirchhoven verfügt über ein 1265 Quadratmeter großes Becken mit acht Schwimmbahnen. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg-Kirchhoven. An diesem Tag ist im Freibad in Kirchhoven nicht viel los. Aber ein paar Leute haben sich doch nicht vom mäßigen Wetter abhalten lassen. Sie ziehen im 50-Meter-Becken ihre Bahnen. Das ist ein untypischer Tag für die diesjährige Badesaison im Kirchhovener Freibad. Bislang bescherte das weitgehend gute Wetter den Betreibern viele Gäste.

In diesem Jahr seien bereits rund 465 Saisonkarten, die sogenannten Premiumkarten, verkauft worden, sagen Norbert Doutrelepont und Roland Schößler, die Geschäftsführer der gemeinnützigen Betreibergesellschaft des Bürgerbades in Kirchhoven. Für den vierten Teil unseres Freibadchecks haben wir uns dort umgesehen.

Größe/Ausstattung: Das Freibad in Kirchhoven verfügt über ein 50 Meter langes Sportschwimmbecken mit acht Bahnen. Die Wasseroberfläche des großen Beckens beträgt 1265 Quadratmeter. Dort gibt es auch einen Sprungturm, von dem man aus einem, drei und fünf Metern Höhe ins Wasser springen kann. Am Nichtschwimmerbereich dieses Beckens gibt es auch eine Rutsche und eine Schwalldusche. Zusätzlich gibt es ein 200 Quadratmeter großes Planschbecken für Kinder und eine große Liegewiese, auf der nach Angaben von Doutrelepont und Schößler mehrere Tausend Besucher Platz finden.

Die Duschen, Umkleiden und Schließfächer hat die Betreibergesellschaft jüngst modernisiert. Dort wurde zum Beispiel ein Steinteppichboden verlegt. Und die Zahl der Schließfächer wurde auf 180 verdoppelt. Auch der Kiosk erfreut sich großer Beliebtheit. Es kommen sogar Leute, die nur auf dessen Terrasse verweilen wollen, ohne zu schwimmen. Sie haben freien Eintritt. Aktuell laufen nach Angaben der Geschäftsführer Gespräche mit der Lebenshilfe, weil das Bad behindertengerechter werden soll. Auf dem Gelände gibt es auch freies Wlan.

Preise/Öffnungszeiten: Für eine Tageskarte zahlen Erwachsene vier Euro, eine Ermäßigung gibt es zum Beispiel für Kinder, Jugendliche und Studenten, sie zahlen zwei Euro. Eine Familienkarte kostet zehn Euro, eine Zehnerkarte 35 Euro (ermäßigt: 15 Euro). Eine Saisonkarte, die sogenannte Premiumkarte, kostet für Erwachsene 99 Euro (es gibt Ermäßigungen).

Mit der Premiumkarte kann man dann aber auch länger schwimmen. Normalerweise hat das Bad wochentags von 11 bis 19 Uhr und am Wochenende von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Mit der Premiumkarte können die Schwimmer dank eines brandneuen elektronischen Einlasssystems wochentags schon ab 6 Uhr morgens und abends bis 22 Uhr baden.

Sicherheit: Während der normalen Öffnungszeiten sorgen ein städtischer Bademeister und ein DLRG-Rettungsschwimmer für die Badeaufsicht. Beim Früh- und Spätschwimmen passen ein Bademeister oder Rettungsschwimmer mit ehrenamtlichem Unterstützer auf.

Lage/Erreichbarkeit: Das Freibad liegt am Rande des Ortes Kirchhoven. Weil es schon sehr lange existiert, gibt es auf der großen Liegewiese viele alte Bäume. Sie verleihen der Anlage eine parkähnliche Atmosphäre, sagt Doutrelepont. Mit dem Auto ist das Bad über die Waldfeuchter und die relativ schmale Stapper Straße zu erreichen. Mit der Buslinie 475 gelangt man bis zur Waldfeuchter Straße, von der Haltestelle Lieck sind es etwa 700 Meter bis zum Schwimmbad.

Parkmöglichkeiten: Direkt vor dem Bad gibt es einen großen Parkplatz. Über die Anzahl der Parkplätze konnte die Betreibergesellschaft keine Aussage treffen.

Attraktionen: Um neue Besucher in das Bad zu locken, stellen die ehrenamtlichen Betreiber immer wieder neue Veranstaltungen auf die Beine: Am Samstag, 15. Juli, findet zum Beispiel eine Pool-Party mit Animationsprogramm statt. Am 26. August soll es eine Warmbadenacht geben, bei der die Wassertemperatur von 25 auf 30 Grad Celsius angehoben wird. Noch in der Planung ist eine Disco-Nacht, die kurz vor dem letzten Badetag, dem 4. September, stattfinden könnte. Und am Montag, 20.30 Uhr, soll eine kostenlose Schnupperstunde im Aqua-Zumba und -Boxing stattfinden.

Auf dem Gelände gibt es neben Beachvolleyballfeld, Klettergerüst, Rutsche und Wippe auch eine Calisthenics-Anlage, wo die trendigen Fitnessübungen ausgeführt werden können.

Derzeit arbeiten die Ehrenamtler auch daran, im Gebäude, in dem sich die Umkleiden befinden, einen Mehrzweckraum auszubauen. Der soll später auch für private Feiern vermietet werden.

Die Besonderheit: Das Besondere am Freibad in Kirchhoven: Es handelt sich um ein Bürgerbad. Das heißt: Es wird von Ehrenamtlern betrieben. Dazu war es gekommen, weil die Stadtwerke Heinsberg eigentlich beide Heinsberger Freibäder schließen wollten. Nun ist das in Kirchhoven als Bürgerbad übrig geblieben.

Eine gemeinnützige Gesellschaft betreibt das Bad, deren Gesellschafter ist der 700 Mitglieder starke Förderverein des Freibades. Die Betreibergesellschaft muss also Sorge dafür tragen, dass der Betrieb des Freibades wirtschaftlich vertretbar bleibt. Und sie kümmert sich auch um das gesamte Tagesgeschäft – von den Dienstplänen an Kasse und Kiosk über die Technik bis hin zum Grünschnitt.

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