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Kindergarten wird als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert

Von: Nicola Gottfroh
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Dass Luft zwar unsichtbar ist, dafür aber trotzdem Kraft hat, sogar um Gegenstände zu bewegen, haben die Kindergartenkinder von St. Georg Wassenberg mit einfachen Experimenten herausgefunden.

Wassenberg. Scheren, Kerzen und Drähte gehören nicht in die Hände von Kindergartenkindern. Oder doch? „In einem Haus der kleinen Forscher auf jeden Fall – experimentieren ist bei uns ausdrücklich gewollt“, erklärt Anke Deckers-Hahn.

Sie ist die Leiterin des St. Georg Kindergartens in Wassenberg, in dem für die Kinder der Umgang mit Forschung und Technik genauso selbstverständlich wie das Spielen mit Puppen oder Spielzeugeisenbahnen. Dafür, dass die Pädagogen von St. Georg den Entdeckergeist und die Neugier bei den Kindern wecken, wird Deckers-Hahns Einrichtung an diesem Tag mit der Plakette „Haus der kleinen Forscher“ von der gleichnamigen Stiftung ausgezeichnet. Diese setzt sich bundesweit für die naturwissenschaftliche und technische Frühbildung ein.

Puppen bleiben im Schrank

Und so bleiben auch am Tag der Zertifizierung die Puppen und Spiele im Schrank. Stattdessen geben sich die Kinder ganz als „Forscher“ und zeigen den zahlreichen Gästen – neben den Eltern stattet an diesem Tag auch der dem Kindergartenalter längst entwachsene Bundestagsabgeordnete Wilfried Oeller der Einrichtung einen Besuch ab, was sie können. Doch nicht nur die Staunen. Auch die Koordinatorin des lokalen Netzwerkes im Kreis Heinsberg, Annette Sielschott, und Richard Jochims von der Anton-Heinen-Volkshochschule Heinsberg sind voll des Lobes für die Kinder. Sie sind es auch, die die Zertifizierungsurkunde zum „Haus der kleinen Forscher“ überreichen dürfen. „Für uns ist es sehr wichtig, die Neugier der Kinder zu fordern und zu fördern“, betont Richard Jochims. Deshalb bietet die Volkshochschule in Kooperation mit dem lokalen Netzwerk die Weiterbildungsmaßnahmen für die Erzieher an, die dann mit den Kindern im Kindergarten auf Forschungsmission gehen dürfen. „Das bedeutet zwar für die Erzieher einen größeren Arbeitseinsatz. Allerdings lohnt sich der, wenn man in die staunenden Kinderaugen blickt“, sagt Deckers-Hahn.

„Mir machen die Experimente richtig viel Spaß“, erklärt Dreikäsehoch Mark, der gerade für einen Vulkanausbruch in der Sonnenscheingruppe sorgt. Natürlich keinen echten, sondern einen mit Wasser und Spüli, der für die Kinder in diesem Moment aber mindestens genauso eindrucksvoll ist wie ein echter. Und auch der Bundestagsabgeordnete Oellers kommt aus dem Staunen nicht heraus. Nicht nur über die Art der Umsetzung der Experimente. Auch darüber, mit wie viel Begeisterung die Kleinen bei der Sache sind: Mindestens einmal pro Woche hantieren die Kleinen wie die Großen im Kita-eigenen Forschungslabor. „Es ist großartig zu sehen, dass hier in dem Forschungslabor für kleine Leute das Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen geweckt und gefördert wird“, lobt Oellers.

Dabei müsse das Interesse der Kinder gar nicht großartig geweckt werden, meint Kindergartenleiterin Anke Deckers-Hahn. Denn: „Die Kinder sind von Natur aus sehr neugierig. Jeder, der mit Kindern zu tun hat weiß, was es bedeutet, sich den unendlichen Fragen und dem riesigen Wissensdurst der Kleinen zu stellen“, sagt sie.

Eine Basis, auf der man aufbauen kann, findet vor allem Oellers. „Entwickelt, entdeckt und probiert so viel aus wie ihr wollt und könnt. Findet die Antworten auf die Fragen, warum etwas ist wie es ist und nicht anders“, appelliert Oellers an die Kinder. „Vielleicht kommt ja der nächste berühmte Forscher ja aus St. Georg.“

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