Kinder übernehmen selbst die Bauleitung

Von: Anna Petra Thomas
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Voller Einsatz: Mit viel Liebe und vielen bunten Kreppbändern hatten die Kinder die Birke verziert, die jetzt als Maibaum das Dach des neuen Anbaus ziert. Foto: Anna Petra Thomas
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Ein völlig neues Aussehen hat der Bewegungskindergarten St. Hubertus in Süsterseel durch den Anbau vor dem bestehenden Gebäude erhalten. Foto: Anna Petra Thomas

Selfkant-Süsterseel. Dass im katholischen Bewegungskindergarten St. Hubertus in Süsterseel die Kinder, 42 an der Zahl, immer im Vordergrund allen Geschehens stehen, war beim Richtfest zum Ausbau der Einrichtung deutlich zu spüren. Nicht nur, weil die Kinder den Bauzaun als „Kinderkünstler“ bunt gestaltet und den Richtbaum mit viel buntem Krepppapier geschmückt hatten.

Sondern auch, weil sie auch die Hauptakteure der kleinen Feier an der Baustelle waren.

Und so sprachen drei von ihnen dann auch die offizielle Begrüßung: „Zu diesem Feste, ihr lieben Gäste, ein herzlicher Willkommensgruß, setzt über die Schwelle Euren Fuß“, reimten sie. „Wir wollen feiern, liebe Leute, herzlich willkommen hier und heute!“ Mit dabei waren neben Eltern, Großeltern und Geschwistern natürlich auch Pfarrer Roland Bohnen sowie Zimmermann Karl Bischofs und sein Auszubildender Marc Thewissen für den traditionellen Richtspruch.

Zunächst ergriff jedoch Pfarrer Roland Bohnen das Wort. „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut“, zitierte der Pfarrer zunächst aus der Bibel und verriet dann den Titel einer neuen Broschüre über den Kindergarten: „Unsere Kinder in guten Händen“ wird sie heißen. „Ja, unsere Kinder sind hier wirklich in guten Händen, in den Händen Gottes“, fügte er hinzu. Er dankte den Erzieherinnen, der Verwaltung der Pfarrei St. Hubertus und den Handwerkern. Alles sei „so reibungslos, so schnell und so gut“ vonstatten gegangen mit sehr viel Rücksichtnahme. Dafür dankte er auch den Eltern und nicht zuletzt Architekt Ludwig Penners.

Er hat die Erweiterung des Kindergartens geplant, den es seit 1959 gibt und der heute ein Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung ist. Bereits 2009 habe es im Zuge der Ausrichtung zur Aufnahme von Kindern im Alter unter drei Jahren einen Anbau gegeben, erzählte Kindergartenleiterin Stefanie Herfs. „Aber wir haben schnell festgestellt, dass dieser nicht ausreicht.“ Darum gibt es jetzt auch gleich zwei Anbauten, einen vorne und einen hinten.

Vorne sind inzwischen schon im Rohbau fertig ein dritter Gruppenraum mit Toilette, ein pädagogischer Nebenraum ein großzügiger Eingangsbereich und ein Büro für die Kindergartenleiterin. Hinten angebaut wurden ein Motorik-, ein Abstell- und ein Personalraum sowie eine Behinderten- und eine Personaltoilette. Alles in allem wird der künftige Drei-Gruppen-Kindergarten mit der Erweiterung um rund 240 Quadratmeter eine Fläche von rund 600 Quadratmetern zur Verfügung haben. Je nach Alter kann er ab Januar 2018 bis zu 25 weitere Kinder aufnehmen.

Im September vergangenen Jahres sei „nach zähen Verhandlungen und Bemühungen sowie immer wieder neuen Ansätzen“ endlich das Okay gekommen, berichtete Stefanie Herfs. „Wir wollten anbauen, aber wir wollten auch, dass es den Kindern zu jeder Zeit gut geht“, fügte sie hinzu und dankte allen Bauarbeitern, die dieses Anliegen immer unterstützt hätten. Mehr noch wurden die Bauarbeiten in den Kindergartenalltag integriert. Die Kinder wählten jeweils für eine Woche sogar ihren Kinderbauleiter, der täglich zusammen mit Stefanie Herfs die Baustelle besuchte und den anderen Kindern von den Baufortschritten berichtete, aber auch von den Menschen, die dort arbeiten und von ihren interessanten Berufen.

Auch Stefanie Herfs dankte ihrem Team, Eltern, Elternrat und Förderverein, der Kirche, den Handwerkern und natürlich auch den Kindern. „Einen Kindergarten sollte man haben, so schön wie jedes andere Haus, wo bei Sang und Spiel sich laben die Kinder, in Ergänzung zu dem Elternhaus“, reimte dann der Zimmermann in seinem Richtspruch. „Ein Kinderlachen, froh und rein, voll Übermut und Innigkeit, soll immer hier zu hören sein, von heute bis in alle Zeit!“, fügte der Marc Thewissen hinzu, bevor er am Richtbaum sein Glas leerte und es zu Boden warf, wie es Tradition hat.

Die Kinder sangen und spielten noch das Handwerkerlied, danach wurde auf dem Kindergarten-Gelände mit Essen und Trinken weiter gefeiert, und zur Überraschung für die Kinder schaute sogar noch die Zauberin „Pimpinella“ vorbei.

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