Kilometerweit wandern für guten Zweck

Von: Helmut Wichlatz
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Bruno Bürger (Mitte) und das Team der Eine-Welt-AG freuen sich auf den „Wandertag“ des Cusanus-Gymnasiums Foto: hewi

Erkelenz. Alle zwei Jahre macht sich das Cusanus-Gymnasium „mit Mann und Maus“ auf den Weg, um möglichst viele Kilometer in der Umgebung von Erkelenz zu erwandern. Die werden nämlich von Sponsoren mit kleineren oder größeren Beträgen belohnt. Am Freitag, 7. Juli, ist es wieder so weit. Auf mehreren Routen zwischen acht und 20 Kilometern schwärmen die Schüler klassenweise aus.

Vor zwei Jahren waren rund 1500 Schüler und 200 Lehrkräfte auf Schusters Rappen unterwegs. Das erwanderte Geld kommt den beiden Eine-Welt-Projekten in Brasilien und Indien zugute. Die Partnerschaft besteht seit über 20 Jahren und geht weit über die finanzielle Unterstützung hinaus, wie Bruno Bürger betont.

Der ehemalige Lehrer und Gründer der Eine-Welt-AG am Cusanus-Gymnasium konnte im Laufe der Jahre rund 40 Abiturienten für ein freiwilliges soziales Jahr in die Einrichtungen im indischen Tiruvuru und im brasilianischen Salvador da Bahia vermitteln. Kein sicheres Pflaster, denn die Schule und die angeschlossene medizinische Station liegen in einem Viertel, das für Banden- und Drogenkriminalität bekannt ist. Umso wichtiger sei die Arbeit vor Ort, um den Kindern und Jugendlichen eine Chance auf Bildung zu geben. „Die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß in Brasilien“, sagt Bürger. Mit dem schulischen Angebot, zu dem auch eine Fußballschule gehört, werden die Kinder von der Straße geholt und bekommen eine Chance.

Mit dem Geld von der Spendenwanderung können dort vier Lehrern je zwei Jahresgehälter bezahlt werden, betont Bürger. Auf der anderen Seite des Globus, im indischen Tiruvuru, werden zwei Wohnheime für Straßenkinder unterstützt. Auch dort konnten ehemalige Cusaner schon aktiv helfen, den Kindern eine Zukunftsperspektive zu geben.

Über diese beiden Projekte hinaus werden aber auch Initiativen und Projekte in Erkelenz unterstützt. Im Rahmen der Flüchtlingshilfe betreuen die AG-Mitglieder unter anderem eine Sprachförderklasse für junge Immigranten an der Gemeinschaftshauptschule.

Über den bevorstehenden Wandertag und seinen Zweck klärten die Organisatoren ihre Mitschüler vorher auf. „Wir haben in den Klassen Vorträge gehalten und gezeigt, wohin das Geld fließt“, sagt Peter Parnow. Der 17-jährige Abiturient gehört noch zu den 25 Mitgliedern der Eine-Welt-AG der Oberstufe. 14 von ihnen haben nun das Abitur gemacht, weshalb Bürger und auf seine Kollegin Ruth Beckers hofft. Sie leitet die zehnköpfige Eine-Welt-AG der Unterstufe. In der Mittelstufe sei das Interesse an dem Thema nicht so stark. „In dem Alter haben die Jugendlichen mehr mit sich selbst zu tun“, lautet ihre Einschätzung. Oftmals kehrten die Schüler in der Oberstufe jedoch zurück.

Auf den großen Wandertag freuen sich die Schüler, berichtet Lena Lemme (17). Sie hat gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Lara Zander und Malaika Kerime die Routen geplant. Und die führen nicht zufällig auch nach Tüschenbroich oder anderen Zielen, die man auch in der Freizeit besuchen würde. Eine Kahnpartie, eine Runde Minigolf oder der Besuch der Eisdiele in Lövenich runden dann das gemeinsame Erlebnis ab.

Mentale Unterstützung gibt es am 7. Juli auch aus Brasilien. Denn die Kinder von „Ecudar para Libertar“ (Erziehung zur Freiheit) werden an dem Tag auch rund um Salvador da Bahia einen Wanderausflug mit Picknick veranstalten.

Vor zwei Jahren wurden über 30.000 Euro erwandert, von denen ein Teil auch in Schulprojekte am Cusanus-Gymnasium floss. „Auch in diesem Jahr werden wieder zwei Projekte in Erkelenz berücksichtigt“, sagt Frank Joußen, der als Lehrer bei der AG mitmacht.

Das Cusanus-Gymnasium versuche seinen Schülern ein Gefühl für soziale Verantwortung zu vermitteln, betont Bürger.

Nicht umsonst sei das Gymnasium die erste Fair-Trade-Schule im Kreis Heinsberg, in der nur fair gehandelte Produkte zum Einsatz kommen. Durch fair gehandelte Produkte helfe man darüber hinaus auch, Fluchtursachen wie Armut in den Erzeugerländern zu bekämpfen.

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