„Kibaz“-Abzeichen soll für Sport begeistern

Von: Daniel Gerhards
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Spaß an der Bewegung: Beim Abzeichen „Kibaz“ sollen Kinder sportliche Aufgaben mit Freude meistern. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Bewegung kommt im Alltag vieler Kinder zu kurz. Gleichzeitig klagen Sportvereine darüber, dass immer weniger Eltern ihren Nachwuchs in den Clubs anmelden. Stadtsportverband, Kindergärten und Sportvereine wollen dem nun entgegenwirken.

Mit dem Kinderbewegungsabzeichen „Kibaz“ der Sportjugend im Landessportbund Nordrhein-Westfalen wollen sie Kinder dazu motivieren, Sport zu machen. Das Abzeichen wird am Samstag ab 10 Uhr erstmals in der Realschule am Klevchen vergeben.

Die Gründe dafür, dass Kinder eigens dazu motiviert werden müssen, sich sportlich zu betätigen, sind vielfältig. Eltern fahren ihre Kinder auch kurze Strecken mit dem Auto, haben aber wegen der gestiegenen Anforderungen des Berufslebens weniger Zeit, um Kinder zum Sport zu bringen und wieder abzuholen. Gleichzeitig haben die Vereine Probleme, Übungsleiter zu finden, die schon in den Nachmittagsstunden mit den Kindern trainieren.

Dabei sei das Angebot, das die Sportvereine in Heinsberg vorhalten, zeitgemäß und ausreichend, findet Willi Engels, Vorsitzender des Stadtsportverbandes. Und die Kinder hätten auch keine Scheu beim Testen neuer Sportarten. „Die Kinder probieren alles aus: Fußball, Tischtennis, Schwimmen – ganz egal“, sagt Engels. Wichtig sei, dass die Eltern Zeit aufbringen und auch selbst Vorbild in Sachen Sport seien. Den Eltern kommt also eine Schlüsselrolle zu.

Echte Energiebündel

Dass es vielen Kindern an Bewegung mangelt, merken die Erzieherinnen Britta Milde und Andrea Kohnen-Reichert bei ihrer täglichen Arbeit im Katholischen Kindergarten in Heinsberg: „Nach einem verregneten Wochenende sind die Kinder echte Energiebündel.“ Dabei sei die Bewegung wichtig, denn sie helfe Kindern auch beim Lernen. Kinder, die Sport machten, probierten sich auch beim Lösen anderer Aufgaben einfach mal aus.

Das „Kibaz“ soll den Kindern dabei helfen, Handlungskompetenzen zu erwerben, ihre Vorlieben, Stärken und Talente zu entdecken, ihre Persönlichkeit zu entfalten, sportliche Bewegungsabläufe zu erleben. Und es soll in erster Linie den Spaß am Sport vermitteln. Deshalb sind die Urkunden nicht an eine erbrachte Leistung gekoppelt. Es geht ums Dabeisein.

Die Kinder müssen einen Parcours mit zehn Stationen durchlaufen, bei denen es auf Motorik und Wahrnehmung, soziale und die psychoemotionale sowie auf die kognitive Kompetenz ankommt. Die Kinder sollen an den Stationen „ohne Leistungsdruck“ zum Beispiel hüpfen, springen, werfen und ein anderes Kind, „einen Kranken“, transportieren, sagt Kohnen-Reichert.

Und wenn der Spaß an der Bewegung erst einmal geweckt ist, dann steht einer sportlichen Laufbahn in einem Heinsberger Verein nichts mehr im Wege.

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