„Kein Abschluss ohne Anschluss“

Von: anna
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Bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung schauten NRW-Staatssekretär Wilhelm Schäffer (l.) und Landrat Stephan Pusch zu: Jürgen Koch, Bundesagentur für Arbeit Aachen-Düren, IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen und Manfred Frohn, Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen (von links). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Der Kreis Heinsberg gehört zu den ersten 30 Teilnehmern der neuen Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Die entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Landrat Stephan Pusch und Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses.

Bis Ende nächsten Jahres soll die Initiative flächendeckend in Nordrhein-Westfalen eingeführt, bis Ende 2018 umgesetzt werden. Verbunden ist damit eine neue Koordinierungsstelle in der Kreisverwaltung, die für den Kreis Heinsberg an das Regionale Bildungsbüro angebunden werden soll. Sie wird je zur Hälfte vom Ministerium und vom Kreis finanziert.

Inhaltlich steht bei dem neuen Übergangssystem die individuelle Potenzialanalyse und Förderung jedes einzelnen Jugendlichen im Vordergrund: Schrittweise sollen alle Schüler der allgemeinbildenden Schulen ab der achten Klasse, egal ob an Förderschule oder Gymnasium, eine systematische Berufs- und Studienorientierung erhalten. Dazu gehören gezielte Berufserkundungen in Betrieben oder bei Bildungsträgern, mit denen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten in der Praxis überprüfen können, und eine realistische Anschlussvereinbarung am Ende der Schulzeit.

Jeder Schüler soll die Möglichkeit zu maximal drei eintägigen Erkundungen in unterschiedlichen Berufsfeldern erhalten. Ein anschließendes Praktikum in einem Berufsfeld, das der Neigung des Schülers entspreche, soll künftig zwischen vier und sechs Wochen dauern.

Das habe einen doppelt positiven Effekt, führte Schäffer aus. Zum einen kämen die Betriebe künftig frühzeitig mit jungen Menschen in Kontakt, und die Schüler hätten die Möglichkeit, sich Betriebe intensiver anzuschauen als bisher.

Abgebaut werden sollen mit dieser Initiative die Warteschleifen, in die viele Schüler nach ihrem ersten Schulabschluss oft geraten würden, so Schäffer weiter. Gerade mit Blick auf den demographischen Wandel sei es wichtig, das schlummernde, heimische Potenzial an Fachkräften zu nutzen. „Wir haben uns untergehakt, um an einem der zentralen landespolitischen Vorhaben zu arbeiten“, lobte er die frühe Beteiligung des Kreises Heinsberg an diesem Projekt.

Sven Seidel, pädagogischer Mitarbeiter des Regionalen Bildungsbüros, konnte dem Vertreter des Ministeriums bereits erste Schritte erläutern, die im Kreis Heinsberg in der Umsetzung der Initiative kurzfristig geplant sind. Der Schlüssel zum Erfolg sei, die Betriebe für das Projekt „aufzuschließen“, erklärte Jürgen Koch Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit Aachen-Düren. Wichtig sei, den Betrieben in der Region deutlich zu machen, dass sie Fachkräfte der Zukunft durch ein frühes Kennenlernen auch früh an sich binden könnten.

Lob für die Initiative hatte auch Heinz Gehlen, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen, mitgebracht. „Auf die Wirtschaft kommt jetzt eine Herkulesaufgabe zu“, räumte er zugleich ein und sprach den Wunsch aus, dass es für die gesamte Aachener Region einheitliche Strukturen im Rahmen der Initiative geben möge.

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