Karnevalisten entdecken WLAN in Wegberger Abwasser

Von: hewi
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Erkelenz, die „Drive-In“-Stadt: Thema bei der Stunksitzung. Foto: hewi

Erkelenz. In der Stadthalle war wieder Stunk angesagt. Dementsprechend war die Halle ausverkauft und die Erwartung groß. Fast pünktlich um kurz nach acht begann dann die erste der drei diesjährigen Stunksitzungen mit Livemusik der achtköpfigen Stunkband und dem Einzug des ersten offiziellen Elferinnenrats der Stadt.

Die Honoratiorinnen des Alternativkarnevals wurden natürlich von Sitzungspräsident Wolfgang Klein persönlich und innig begrüßt. So beginnen die Stunksitzungen in Erkelenz seit der Premiere vor sechs Jahren. Was dann folgt, ist jedes Mal anders, neu und vor allem frech.

Die Kommentare zum Leben in der Stadt und in der Region sind auf den Punkt und ebenso bissig wie augenzwinkernd. Der Sitzungspräsident geizt in seinen Moderationen nicht mit Kommentaren und könnte auch ohne Ensemble für einen unterhaltsamen Abend sorgen. Doch zum Glück gibt es noch die restlichen Stunker vor, auf und hinter der Bühne.

Die Nachbarkommunen bekommen ebenso wie Erkelenz selbst stets ihr Fett weg. Wollte man in der Vergangenheit noch Rath-Anhoven eingemeinden, weil es sich Erkelenz immer mehr annähert, lag diesmal ein Fokus auf den Finanzen. Wegberg habe einen „Schuldenstand, der selbst Griechenland fasziniert“, erläuterte Sitzungspräsident Klein. „Die Wegberger machen Scheiße für 160.000 Menschen“, betonte er mit Blick auf die viel kritisierten Abwassergebühren der Nachbarstadt.

Weshalb Wegberg gleich zwei Klärwerke benötige und wie es denn im Wegberger Untergrund aussieht, erkundete Niklas Ernst live und „vor Ort“. Was er vorfand, erklärt natürlich, weshalb in Wegberg das Abwasser viermal so viel kostet wie in Erkelenz. Schließlich gibt es da unten überall kostenloses WLAN.

Zurück nach Erkelenz und dem leidigen Thema Fahrrad. Denn das bringt eines der drei Top-Sportevents der Welt, die Tour de France, in die fahrradfreundliche Stadt, zumindest für einige kurze Kilometer – und weil es sich nicht vermeiden lässt. „Noch weniger Erkelenz wäre im Loch“, lautete Kleins Urteil. Wie wenig fahrradfreundlich Erkelenz wirklich ist, zeige sich daran, dass man mit dem Auto „quasi in die Kirche hineinfahren“ könne.

Der folgende Sketch zeigte die „Drive-In“-Stadt Erkelenz, in der man am Autoschalter bei Rösken vorfahren kann und in der es fußgängerfreie Zonen gibt. Und er zeigte, dass man dem Erkelenzer förmlich das Auto unter dem Hintern wegamputieren muss, damit er sich mal bewegt. Frei nach dem Motto „Sollen doch die andern schwitzen, Erkelenz bleibt im Auto sitzen“. Ein Blick hinter die Kulissen nach der Pause zeigte entlarvende Bilder. Denn beim Rundgang durch die Garderoben filmte Klein auch den echten ersten Bürger der Stadt, der sich vor dem Spiegel auf seinen Auftritt bei der Sitzung vorbereitete.

Und tatsächlich kam er, allerdings in Gestalt von Christoph Dohmen-Funke, der einen bühnen- und amtsreifen Strip hinlegte. Unter der Dusche im Erka-Bad traf der Bürgermeister dann quasi im Adamskostüm auf seinen Wegberger Amtskollegen. Der sich daraus entspinnende Dialog stand seinem Vorbild in Nichts nach.

„Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner“ in der Hotelbadewanne haben würdige Nachfolger gefunden, die am Ende auch die Badehosen mit Stadtwappen runterlassen. Mehr zu verraten wäre gemein, denn am 10. und 11. Februar gibt es wieder Stunk in der Stadthalle. Für Freitag, 10. Februar, gibt es noch Karten, der Samstagsstunk ist ausverkauft.

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