Karneval: Marathonläufer René II. greift nach dem Zepter

Von: Anna Petra Thomas
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Mit großem Gefolge schnupperte das designierte Stadtprinzenpaar, René II. und Dagmar (Ehepaar von der Ruhren, 4.u.5.v.l.), am Freitag schon mal die Rathausluft und wurde dabei von Bürgermeister Wolfgang Dieder und seinem Team (rechts) herzlich empfangen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Mit weit mehr Gefolge als bisher üblich machte sich der designierte Stadtprinz René II. zusammen mit seiner Prinzessin Dagmar (Ehepaar von der Ruhren) am Freitag auf den Weg ins Rathaus. Wie es in Heinsberg Tradition hat, stellte er sich dort vor seiner Proklamation am kommenden Freitag dem Bürgermeister vor.

So waren dieses Mal nicht nur viele Mitglieder seines Karnevalsvereins Kerkever Jekke und der Vorstand des Komitees Heinsberger Karneval dabei, sondern sogar eine Abordnung der Ex-Stadtprinzen mit ihren blauen Zylindern.

Davon ließ sich Wolfgang Dieder allerdings nicht beeindrucken, im Gegenteil: „Erstmalig in unserer Runde hier oben ist auch der Club der Ex-Stadtprinzen, die alle – und das sollte dem kommenden Stadtprinzen René ein warnendes Beispiel sein – den Schlüssel des Rathauses immer wieder schnell und reumütig zurückgebracht haben“, betonte er.

Mit René II. greife ein junger Mann nach dem Zepter, der mit seinen bald 44 Jahren bei den Kerkever Jekke als Vorsitzender die Karnevalsgeschichte mitschreibe. Ob aber ein im Marathon erprobter Stadtprinz automatisch in der Lage sei, sich in den Besitz des Rathausschlüssels zu bringen, bezweifelte er. „Kann ja auch sein, dass er vorbeirennt!“ Und ob es ihm helfe, dass sich die Prinzessin im Rathaus auskenne, müsse man auch erst einmal sehen. „Wir bauen gerade um“, erklärte er ihr schmunzelnd. Trotzdem hieß er die beiden mit ihrem Gefolge herzlich willkommen und animierte alle Anwesenden zu einem „Hensberch alaaf!“

Komiteevorsitzender Wolfgang Weintz tat es ihm nach mit einem Alaaf auf „Hensberch, Komitee und den Karneval überhaupt“, obschon er zuvor darauf hingewiesen hatte, dass dies eigentlich vor Sessionsbeginn noch nicht erlaubt sei. Er sprach dann auch von einem „vorsessionalen“ Kräftemessen, wobei das Komitee mit seinem Stadtprinzenpaar natürlich entschlossen sei, das Rathaus am Karnevalssamstag, 10. Februar, wieder für vier Tage einzunehmen.

Anlässlich des 6x11-jährigen Bestehens sei man stolz darauf, zum fünften Mal den Stadtprinzen stellen zu dürfen, erklärte Jekke-Präsident Johannes Geiser. Zugleich feiere Kirchhovens Hoppeditz Edith Knight ihr 2x11-jähriges Bühnenjubiläum.

Nicht minder stolz präsentierte Geiser den goldenen Orden des Vereins. Er zeigt das Prinzenpaar mit seiner Tochter, dem Tanzmariechen Nele, dazu die Wappen der Familie und des Vereins sowie zwölf rot funkelnde Steine für die zwölf zum Komitee Heinsberger Karneval gehörenden Vereinigungen. „Singen, tanzen, lachen, zusammen jecke Sachen machen“, lautet das Motto der Kerkever Jekke, das ebenfalls im Orden verewigt ist. In Form einer Windmühle, gedacht als Würdigung der Kirchhovener Windmühle, präsentiert sich in diesem Jahr der Orden des Komitees mit dessen Motto: „Heinsbergs Bühnen frei für die Narretei“.

Schon „als kleiner Bub“ auf der Bühne sei es sein Traum gewesen, einmal Prinz zu sein, verriet das neue närrische Oberhaupt der Kreisstadt. „Doch dazu braucht es eine Prinzessin“, erklärte er. „Aber dann versprichst Du ihr das Rathaus, und schon ist die Sache geritzt“, schmunzelte er.

Er werde für vier Tage im Rathaus regieren und der Bürgermeister so lange in eine andere Besoldungsgruppe wechseln, war er sich sicher.

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