Karl D. lehnt Unterbringung ab

Von: disch/wz
Letzte Aktualisierung:
Randerath
Der Landesklinik in Langenfeld, die ihn aufnehmen sollte, erteilte Karl D. am Donnerstag eine Absage. Die Aufnahmebedingungen passten ihm offenbar nicht. Foto: ddp

Heinsberg/Langenfeld. Noch am Mittwochabend hatte in Heinsberg-Randerath Erleichterung geherrscht: Landrat Stephan Pusch hatte auf einer Bürgerversammlung verkündet, dass der aus der Haft entlassene Sexualstraftäter Karl D. zugesagt habe, sich einer Therapie in einer geschlossenen Einrichtung zu unterziehen. Ob diese Zusage ernst gemeint war, ist nun fraglich.

Der Landesklinik in Langenfeld, die ihn aufnehmen sollte, erteilte D. am Donnerstag eine Absage. Die Aufnahmebedingungen passten ihm offenbar nicht. Schon nach rund einer Stunde verließ der 57-Jährige die Klinik wieder. Unter Polizeibegleitung ging es zurück nach Heinsberg.

Zuvor hatten sich die Stadt Langenfeld und der Kreis Mettmann schon auf Karl D. vorbereitet. Der Kreis hatte mit der Polizei einen Krisenstab gebildet. Alles drehte sich um die Frage, wie mit dem Sexualverbrecher umgegangen werden soll, gegen den in Randerath täglich demonstriert worden war.

Und bei der Stadtspitze war die Verärgerung darüber groß, dass sie nur über Umwege erfahren hatte, dass D. in der geschlossenen Psychiatrie in Langenfeld therapiert werden sollte. Vom NRW-Innenministerium, das an der Entscheidung des Landschaftsverbands Rheinland beteiligt gewesen sei, habe man keine Mitteilung bekommen, hieß es.

Seine Bedingung: Ausgang

Die Nachricht, dass D. nun doch nicht kommt, platzte am frühen Abend in eine eilig einberufene Pressekonferenz der Stadt Langenfeld. Der Mann habe sich die Einrichtung und die Aufnahmebedingungen erläutern lassen und dann Bedingungen gestellt, sagte der Ärztliche Direktor Hartmut Belitz. Zum einen habe er klargestellt, dass er vor einer endgültigen Entscheidung über seine Sicherungsverwahrung gar keinen Behandlungsvertrag unterzeichnen wolle.

Bis diese Entscheidung fällt, können jedoch noch Monate verstreichen. Zum anderen habe er gefordert, dass er auf Wunsch jederzeit Ausgang bekomme. Schließlich begebe er sich ja freiwillig in die Therapie. Solche Bedingungen wollte sich die Klinik jedoch nicht diktieren lassen - Karl D. reiste wieder ab.

Der Heinsberger Landrat, dessen Beamten der 57-Jährige die Zusage zur Therapie gegeben hatte, äußerte sich in einer ersten Stellungnahme „sehr enttäuscht”. Bei ihm entstehe „der Eindruck, dass die Therapiebereitschaft doch nicht so groß ist, wie er es signalisiert hatte”, so Pusch. Er wolle aber erst einmal den Bericht seiner Mitarbeiter abwarten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert