Karl D. glaubt nicht, dass er noch lange in Heinsberg-Randerath ist

Von: dpa
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Von Aktionen vor dem Wohnhaus des Sexualstraftäters Karl D. rät die Polizei ab. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg. Nach anhaltenden Demonstrationen gegen den entlassenen Sexualverbrecher Karl D. in Heinsberg-Randerath hat die Polizei die Bevölkerung erneut zu Besonnenheit aufgerufen. Der Mann, der mehrere Mädchen vergewaltigt hatte und nach Entlassung aus der Haft zu seinem Bruder gezogen war, sagte in einem Fernsehinterview, er sei keine „Zeitbombe”, lebe aber weiter wie im Gefängnis.

Die Lage wäre nicht eskaliert, wenn Landrat Stephan Pusch - er ist zugleich Polizeichef - mit ihm gesprochen hätte. Dagegen sagte Polizei-Sprecher Karl-Heinz Frenken, die Behörde stehe in Kontakt zu Karl D. und seinem Bruder und habe auch schon vor dessen Zuzug mit ihm gesprochen.

Der 57-Jährige sagte im „Spiegel TV”: „Ich glaube nicht, dass ich hier bei meinem Bruder bleibe, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.” Seinem Bruder gehe es „dreckig”, er sei mit den Nerven am Ende. „Vor mir braucht keiner Angst zu haben”, meinte der Sexualstraftäter. Er sei im Gefängnis nicht als aggressiv aufgefallen und werde ständig von der Polizei überwacht.

Seit Tagen versammeln sich jeden Abend Menschen vor dem Wohnhaus, um gegen die Anwesenheit von Karl D. in ihrem Ort zu protestieren. „Das war so nicht beabsichtigt”, sagte der Polizeisprecher. Niemand habe Hysterie schüren wollen, es sei lediglich um Information gegangen.

Einen Antrag auf nachträgliche Sicherungsverwahrung seitens der Staatsanwaltschaft hatte das Landgericht München abgelehnt. „Eine Lösung, wie auch immer sie aussieht, muss herbeigeführt werden”, verlangte Frenken.

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