Aachen/Heinsberg - Karl D. bleibt vorerst in der Städteregion

Karl D. bleibt vorerst in der Städteregion

Von: Marlon Gego und Stephan Mohne
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sextäter karl d randerath
Demonstrationen protestierten dagegen, dass der Sexualstraftäter Karl D. in Randerath lebt. Foto: dapd

Aachen/Heinsberg. Einen riesigen Wirrwarr gibt es um den aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter Karl D. (59). Der Mann hält sich seit Neuestem in der Städteregion auf, wie die Polizei am Samstagmorgen bestätigte.

Genauere Auskünfte erteilt die Polizei zurzeit nicht. Die Überwachung des Mannes, der seine Haftstrafe wegen Vergewaltigung abgesessen hatte, werde aber in derselben Intensität fortgesetzt wie in Heinsberg, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei.

Zunächst hatte der Mann seine Zelte in Heinsberg-Renaderath abgebrochen und war in Richtung Berlin gereist. Das, so hieß es, sei mit allen beteiligten Behörden abgesprochen gewesen. Weil im Herbst ein Umzug nach Mönchengladbach gescheitert war, nachdem eine große Boulevardzeitung darüber berichtet hatte, stehen in Randerath weiter rund um die Uhr Polizisten vor dem Haus der Familie D., in dem Karl seit März 2009 gelebt hatte. So sollte der Umzug nach Berlin zunächst geheimgehalten werden.

Nach Informationen unserer Zeitung fuhr Karl D. am Mittwoch mit dem Zug nach Berlin. Nach seiner Ankunft soll er, bewacht von Zivilpolizisten, mehrere Stunden lang mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren sein. Dann mietete er sich in einem Jugendhotel ein. Weil Karl D. 1985 und 1994 drei Mädchen im Alter von 14, 15 und 17 Jahren sexuell misshandelt und gequält hatte und als rückfallgefährdet gilt, verwies ihn die Polizei dieses Hotels. D. fuhr zum Bahnhof und machte sich auf den Weg zurück nach NRW.

Nach einem Telefongespräch mit seinem Anwalt, der ihn überredete, in Berlin zu bleiben, verließ er in Magdeburg den Zug und nahm eine Bahn ­ zurück nach Berlin. Dort half ihm die Polizei, eine vorübergehende Bleibe zu finden, die aber nur 200 Meter von dem Jugendhotel entfernt liegt.

Am Freitag dann die überraschende Wende: Nach Informationen unserer Zeitung standen plötzlich Einsatzkräfte vor seiner Wohnungstür und bekundeten, er könne nicht in Berlin bleiben. Die Beamten sollen ihm eine Zugfahrkarte in die Hand gedrückt haben. Ziel: Aachen-Hauptbahnhof.

Polizisten begleiteten den erneuten „Rücktransport”. Aber wo in Aachen sollte Karl D. am späten Freitagabend eine Bleibe finden? Die Aachener Polizei bereitete sich intensiv auf die Ankunft von Karl D. vor. Man sei dafür gewappnet, die Dauerbewachung zu übernehmen, so eine Polizeisprecherin. Tatsächlich stieg D. kurz nach 23 Uhr in Aachen aus. Alles weitere sollte dann geklärt werden.

Nach seiner Haftentlassung Ende Februar 2009 war Karl D. zu seinem Bruder Helmut nach Randerath gezogen. Vergangene Woche hatte dieser vor dem Verwaltungsgericht gegen die 24-Stunden-Überwachung seines Bruders geklagt, weil auch er und seine Familie durch sie beeinträchtigt würden. Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab. Jetzt hat der Fall wieder neue Facetten bekommen.
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