Karl-Arnold-Straße: Lärmbelästigung und Eschütterungen als Dauerproblem

Von: Rainer Herwartz
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Der Verkehrsstrom auf der Karl-Arnold-Straße in Oberbruch reißt kaum ab. Foto: Rainer Herwartz
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Beim Blick aus dem Fenster reiht sich für Heidrun Kricke oftmals Lkw an Lkw.

Heinsberg-Oberbruch. Die Post hat er schon erhalten, doch dabei wird es nicht bleiben. Denn in den nächsten Tagen sollen dem Landrat noch rund 100 Unterschriften überreicht werden. Zeugnisse des Protests zahlreicher Bürger, die die Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr an der Kreisstraße 5, der Karl-Arnold-Straße in Oberbruch, nicht länger hinnehmen wollen.

„Die Beeinträchtigung der Lebensqualität und damit der Gesundheit hat durch den stetig gestiegenen Verkehrslärm auf der Karl-Arnold-Straße inzwischen unerträgliche Ausmaße erreicht“, sagt Heidrun Kricke. Die 49-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihrer gehbehinderten, 87 Jahre alten Mutter direkt an der Verkehrsader Richtung Heinsberger Innenstadt.

„Insbesondere der nächtliche Schwerlastverkehr, der mit vermuteten 70 Stundenkilometern über die Straße donnert, verursacht solche Erschütterungen, dass Türen klappern und Fensterscheiben sich bewegen. Bei einer Nachbarin hingen bis vor einiger Zeit noch fünf Sammeltassen an der Wand, mittlerweile sind es nur noch drei, weil sie durch die Vibration der Hauswand einfach heruntergeplumpst sind.“ Eine subjektive Empfindung sei die nicht enden wollende Blechlawine dabei keineswegs, meint Kricke. Zum Beweis verweist sie auf eine Verkehrszählung des Landes aus dem Jahr 2010, als 13950 Fahrzeuge pro Tag registriert worden seien.

Nein, neu sind die Klagen der Anwohner nicht, bestätigt die Hausfrau. Schon vor rund 15 Jahren seien die Anwohner erstmals auf die Barrikaden gegangen. „Die gesammelten Unterschriften haben damals ein paar Monate bei der Stadt gelegen, ehe ich nach einem Anruf erfuhr, dass angeblich der Kreis hierfür zuständig ist“, erinnert sich Kricke. Dortige Amtsvertreter hätten ihr damals erklärt, „die Straße werde der Zubringer zur Autobahn und deshalb würden eventuell Lärmschutzfenster für die Anwohner genehmigt. Außerdem sollte die B 221 Entlastung bringen und an der Autobahnabfahrt Dremmen ein Schild aufgestellt werden, dass hier der Schwerlastverkehr nicht abfahren dürfe. Von alledem ist nichts geschehen“.

Vor ein paar Jahren dann sei sie noch einmal bei der Kreisverwaltung vorstellig geworden, sagt Kricke, „wegen der zum Teil beängstigenden Erschütterungen im Haus, wenn ein Lkw oder Busse vorbeifahren“. Resultat gleich Null. Vor zwei Monaten dann sollte die Stadt Heinsberg, nach Auskunft der 49-Jährigen, wohl die Festigkeit der Gullydeckel überprüfen. „Aber anscheinend gab es da nichts zu beanstanden, das Problem ist geblieben.“

Mittlerweile spitze sich die Situation regelrecht zu, so Kricke. „Man wird ab und zu sogar angepöbelt, wenn man nur in seine eigene Einfahrt einbiegen möchte und dadurch den Verkehrsfluss zum Stocken bringt.“ Es sei schon vorgekommen, dass sie mit dem Wagen lieber noch eine Runde um den Block drehe aus Angst, dass ein Lkw in der Kurve nicht rechtzeitig bremsen kann. Zum Glück gebe es ja mittlerweile zumindest eine Querungshilfe, sonst wolle sie sich nicht ausmalen, was alles passieren könne, wenn ihre Mutrer mit dem Rollator unterwegs ist.

Nur lamentieren wollen Heidrun Kricke und die übrigen Anwohner der Karl-Arnold-Straße jedoch nicht. Sie bieten gleich auch eine – zumindest in ihren Augen – probate Lösung an: die Planung und den Bau einer Umgehungsstraße als Verlängerung der Pestalozzistraße über das ehemalige Glanzstoffgelände mit Anbindung an die Ferdinand-Porsche-Straße.

Am Ende wird wohl nichts daraus werden, wenn sich die Worte von Kreispressesprecher Ulrich Hollwitz bewahrheiten: „Die überörtliche Bedeutung der K 5, mit der sie auch im Verkehrsentwicklungsplan dargestellt ist, wird bleiben.“ Dabei spricht Hollwitz sogar von rund 16.000 Fahrzeugen, die hier am Tag gezählt werden.

Zum Trost sei den Anwohnern, die ein Schreiben des Landrates erhalten sollen, gesagt: „Es ist vorgesehen, gemeinsam mit der Stadt Heinsberg eine große Umbau- und Sanierungsmaßnahme vorzunehmen. Voraussichtlich 2015“, so Hollwitz. Ein neuer Kanal, ein neuer Radweg und eine Erneuerung des Fahrbahnbelags seien schon ins Auge gefasst. „Was aber auch abhängig ist von den Fördermitteln des Landes NRW.“ Und die fließen bekanntlich nicht so üppig wie der Verkehr auf der Karl-Arnold-Straße.

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