Wassenberg-Birgelen - Kapitän Heinz Pütz verlässt sein Schiff

Kapitän Heinz Pütz verlässt sein Schiff

Von: agsb
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Sichere Fahrt auch nach seinem Ausscheiden: Heinz Pütz (Mitte) gibt das Steuer und die Kapitänsmütze nun an Barbara Schillings (r.) und Doris Wingertszahn (l.) ab. Foto: agsb

Wassenberg-Birgelen. In der Mensa der katholischen Grundschule Birgelen gab es schon viele große Veranstaltungen, am Samstag sollte sie jedoch Schauplatz einer nicht alltäglichen Verabschiedung werden.

Bereits am Samstagmorgen blickte Heinz Pütz mit Staunen aus dem Fenster. Das Lehrerteam und Freunde parkten vor seinem Haus und hatten ein großes Schlauchboot auf einem noch größeren Anhänger. In das durfte er dann gleich einsteigen – natürlich erst nachdem er die Kapitänsmütze aufgesetzt und die Schwimmweste übergestreift hatte. Im Schlauchboot ging es dann durch den Ort zur Schule. Gattin Christel war eingeweiht, die erste Überraschung für den scheidenden Schulleiter war den Freunden und Kollegen gelungen.

An der Grundschule angekommen, begann am Vormittag ein ungewöhnlicher Festakt. Die neue Schulleitung mit Barbara Schillings und Vertreterin Doris Wingertszahn begrüßte die zahlreichen Ehrengäste aus Wirtschaft, Sport und Politik, viele Eltern und natürlich die Schulkinder.

Die Bühne füllte sich gleich zu Beginn, zusammen mit den Eltern sangen die Schulkinder und Lehrer das Schullied. Mit dem Lied machten die Kinder deutlich, dass das Vereinsschiff der KGS stets im sicheren Fahrwasser unterwegs war – und das vor allem dank Kapitän Heinz Pütz.

Dass der Schulleiter ein erfahrener und ausgezeichneter Kapitän war, das deuteten bereits die beiden Moderatorinnen in ihrer Begrüßungsrede an – die Schlauchbootfahrt zur Schule war nicht nur symbolisch gemeint. In den Festreden wurde deutlich, dass Heinz Pütz seine Mannschaft stets hegte und pflegte, damit sie gemeinsam als Team alle Herausforderungen meistern konnten. Schulrätin Dr. Hildegard Hosterbach erkannte bei Pütz schon jungen Lehrerjahren großes Potenzial, erklärte sie in ihrer Ansprache.

Aus dem Ruhrpott (Marl) zog es Heinz Pütz Richtung Westen. Birgelen wurde die Heimat der Familie Pütz, nach acht Jahren als Lehrer wurde er 1995 zum Rektor der KGS ernannt. „Eine Schule erreicht dann ihr Ziel, wenn sie für alle hier Arbeitenden und Lernenden ein sicherer Hafen ist“, betonte Hildegard Hosterbach. Unter großen Applaus überreichte sie Pütz die Urkunde. Mit Ablauf des 31. Juli 2014 tritt Heinz Pütz in den Ruhestand ein.

Mit ihm geht nun der Kapitän des Schulschiffes von Bord. Fortan ist reine Frauenpower angesagt. Heinz Pütz war die einzige männliche Lehrkraft, jetzt übernehmen die Frauen komplett das Ruder.

Pionier der Inklusion

In den 80er Jahren führte Heinz Pütz in der Birgelener KGS einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung ein. Damit setzte er früh Meilensteine in Sachen Inklusion: Als erste Schule in ganz NRW führte die KGS die Inklusion ein.

Auch in Sachen Ganztagsschulen hatte Pütz den Weitblick: im Schuljahr 2004/05 war Birgelen die erste Offene Ganztagsschule im Kreis Heinsberg.

Der Förderverein mit Udo Lenzer und Michael Woitzik lobte Heinz Pütz als Denker und Lenker von Birgelen. Er sei der „Einstein von Birgelen“ und ein Freund und Herzensbrecher aller Kinder. „Alle Kinder hatten bei Heinz Pütz eine Chance und erhielten Vertrauen“ , hieß es aus dem Förderverein.

Birgelens Vereinswelt und Ortsring hielten es für einen Glücksfall, dass Heinz Pütz seine Zelte in Birgelen aufschlug. Und es folgte auch eine Bitte: „Du wirst hier in Birgelen weiterhin gebraucht. Du hast den Kindern bestens vermittelt, dass sie in den Vereinen sehr gut aufgehoben sind“, würdigte Ortsringvorsitzender Heinrich Thissen die Verdienste des Freundes. Musikalisch wünschten der Musikverein und die Bläserklasse viel Glück im neuen Lebensabschnitt.

Fürs Ausruhen hat Heinz Pütz auch im Ruhestand keine Zeit. Dafür dürften die fünf Enkelkinder und die beiden Enkel, die noch unterwegs sind, sorgen. Zudem wurde dem scheidenden Rektor von Guido Domsel und Karl-Heinz Dohmen die Bauleitung für den Brunnen vor der Schule übertragen. „Als Rentner hast Du ja nun Zeit“, flachsten sie.

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