Waldfeucht - Kampfansage: Im Waldfeuchter Wahlkampf wird es spannend

Kampfansage: Im Waldfeuchter Wahlkampf wird es spannend

Von: Rainer Herwartz
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Bald möchte Johannes von Helden wieder im Rathaus Platz nehmen. Foto: Herwartz

Waldfeucht. Bislang, so bestätigt ein Blick in die Kommunen des Kreises Heinsberg, verläuft der Wahlkampf im Hinblick auf die Kommunalwahl am 25. Mai noch recht verhalten. Wirklich überraschende Entwicklungen, so könnte man glauben, gibt es derzeit nicht. In der Gemeinde Waldfeucht wird sich das allerdings nun schlagartig ändern.

Denn ein alter Bekannter, um den es in den letzten Jahren ein wenig ruhig geworden war, betritt mit einem Paukenschlag die Bildfläche, um dem amtierenden Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen seinen Platz streitig zu machen: Johannes von Helden. Er hat seine Wunden geleckt und ist wieder bereit für eine neue Runde.

Im Vorfeld der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2009 hatte sich die Mehrheit der CDU-Mitglieder deutlich mit 117 von 162 gültigen Stimmen für Heinz-Josef Schrammen als ihren neuen Bürgermeisterkandidaten ausgesprochen. Nur 45 Parteifreunde hielten dem damals amtierenden von Helden die Stange. Und obwohl dieser dann trotzdem zur Kommunalwahl antrat, konnte er nicht verhindern, dass Schrammen 59 Prozent der Wählerstimmen erhielt und in jedem Stimmbezirk vorne lag. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Und von Helden glaubt, dass seine Ausgangslage heute weit besser sei als vor fünf Jahren.

„Ich bin damals aus Waldfeucht weggezogen, weil ich nach der Wahlkampfenttäuschung einen gewissen Abstand gewinnen wollte“, erklärt von Helden gegenüber unserer Zeitung. Zunächst führte sein Weg nach Aachen, später in die Nachbargemeinde Gangelt, wo er derzeit mit seiner Lebensgefährtin eine hübsche Doppelhaushälfte bewohnt. „Es ging für mich auch darum, über meine eigenen Fehler nachzudenken. Die zwei gravierendsten, die ich mir bis heute vorwerfe, sind meine Vorgehensweise in Sachen Haarener Feld und bei der geplanten Ansiedlung von Zoonimal. In beiden Fällen habe ich zu wenig auf die Meinung der Bürger gehört. Und das, obwohl es für beide Vorhaben einstimmige Ratsbeschlüsse gab.“ Sollte er wiedergewählt werden, „würde ich natürlich wieder zurück in die Gemeinde Waldfeucht ziehen“.

Immer noch selbstbewusst, glaubt von Helden hierfür auch durchaus an eine gute Chance. „Ich sehe, ebenso wie viele Bürger, die mich zu meiner erneuten Kandidatur aufgefordert haben, dass sich die Gemeinde seit fünf Jahren nicht mehr fortentwickelt. Im Gegenteil. Es gibt bis heute keine Neubaugebiete. Wer behauptet, es sei hierfür kein Bedarf da, der wird von der Realität eingeholt. Das zeigen die Grundstücksverkäufe in Haaren allein im letzten Jahr.“

Auch die Zusammenarbeit innerhalb der ehemaligen Leaderregion sei in seinen Augen zurückgegangen. „Ganz zu schweigen von der Kooperation mit den niederländischen und belgischen Nachbarkommunen im Rahmen von Euromosa. Ich lasse dabei den Verweis nicht gelten, dass Gangelts Bürgermeister ja auch den Fortbestand der Leaderregion nicht unterstützt habe. Für Gangelt stellte sich eine völlig andere Situation dar. Durch die Mitgliedschaft in der Förderregion Grünmetropole kann Gangelt immer noch auf Fördermittel zurückgreifen. Für Gangelt waren somit die anteiligen Personalkosten, die mit der Leadermanagerin zusammenhingen, nicht zwingend erforderliche Ausgaben, um weitere Fördermittel zu erhalten.“

Beim Zusammenstellen der vermeintlichen „Mängelliste“ der jetzigen Verwaltungsarbeit widmet sich von Helden auch dem Brandschutzbedarfsplan. Dessen „gesetzlich erforderliche Fortschreibung ist seit 2010 bis heute nicht erfolgt. Unsere fünf Löscheinheiten haben keine Planungssicherheit für die Zukunft“. Das gelte sowohl für die Ausbildung, als auch für den Fahrzeugbestand oder die allgemeine Ausrüstung.

„Ich bedauere auch die nicht zwingend erforderliche Schließung der Grundschule vor Ort in Braunsrath“, fährt der 59-Jährige fort. „Durch eine andere Zuweisung hätte sie durchaus erhalten bleiben können. Spart man durch die Schließung so viel an Kosten, dass das den Verlust der Bildungsmöglichkeiten vor Ort aufwiegt?“

Nach dieser rhetorischen Frage widmet sich von Helden dem Edeka-Markt in Haaren und greift seinen Amtsnachfolger direkt an. „Schade finde ich, dass sich ab und zu mit fremden Federn geschmückt wird. Schon in meiner Amtszeit wurden die Ansiedlung und der Standort eingeleitet und nach meiner Amtszeit bis zum Bebauungsplan von mir realisiert – in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro von der Heide in Erkelenz.“

Die anstehende Erweiterung des Gewerbegebietes Haaren gehöre auch in diesen Kontext. Ich wurde seinerzeit vom jetzigen Bürgermeister gescholten, weil ich angeblich immer Geld für Grundstückskäufe ausgegeben hätte, durch Tausch wird jetzt die Erweiterung überhaupt erst möglich. Selbstverständlich wurden durch diese Ankäufe Schulden verursacht. Diese waren aber, wie sich heute bewahrheitet, für die Zukunft der Gemeinde unumgänglich. Und wo wir gerade beim Thema Schulden sind: Als ich die Gemeinde verließ, betrug der Schuldenstand circa 7,4 Millionen Euro, heute, fünf Jahre später, liegt er bei 12,7 Millionen Euro laut Haushaltsplan 2014. Und das ohne sichtbaren Gegenwert.“

Johannes von Helden präsentiert sich also von seiner kämpferischen Seite. Ob seine Argumente stichhaltig genug sind, die Waldfeuchter Wähler zu überzeugen, wird sich zeigen. Auf jeden Fall dürfte wieder mit ihm zu rechnen sein, schließlich ist es ihm im Jahr 1999 schon einmal gelungen, als freier Kandidat das Rennen an der Wahlurne zu machen.

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