Kampfabstimmung: Schlößer unterliegt Amtsinhaber London

Von: Helmut Wichlatz
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Peter London (links) gewinnt die Kampfabstimmung und den CDU-Vorsitz gegen Harald Schlößer. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Der CDU-Ortsverband hatte die zurückliegende Landtagswahl gerade gut über die Bühne gebracht, als bei der Mitgliederversammlung schon wieder Wahlen auf der Tagesordnung standen. An sich nichts Ungewöhnliches, denn der Vorstand des Ortsverbandes musste weitestgehend in seinen Funktionen bestätigt werden.

Um den Vorsitz war jedoch Kampfkandidatur angesagt, denn Kreistagsmitglied Harald Schlößer hatte den Amtsinhaber Peter London herausgefordert.

Schlößer hatte zu Beginn des Landtagswahlkampfs schon versucht, als Kandidat des Nordkreises aufgestellt zu werden. Im Ortsverband konnte er sich noch gegen Mitbewerberin Sabine Rose durchsetzen, scheiterte dann aber an Thomas Schnelle, der vom Hückelhovener Ortsverband ins Rennen geschickt worden war und dieses gegen den sozialdemokratischen Konkurrenten Ralf Derichs für sich entschied.

Schlößer mahnte in seiner Vorstellung eine Verbesserung der Kommunikation innerhalb der CDU und zu den Wählern vor Ort an. „Wir dürfen nicht handeln, weil etwas geschehen ist, sondern weil es geschehen soll“, betonte er. Er forderte die Parteifreunde auf, neue Wege zu gehen und sich nicht zu früh festzulegen. Damit meinte der 49-Jährige auch die Nachfolge von Bürgermeister Peter Jansen, der bereits angekündigt hatte, bei der Kommunalwahl in drei Jahren nicht noch einmal anzutreten.

Bei der anschließenden Wahl unterlag der Herausforderer dem Amtsinhaber London mit 35 zu 54 Stimmen. Der zog eine positive Bilanz der vergangenen zwei Jahre und verwies auf die gestalterische Kraft, die von der Union ausgehe. Fortschritte sah er in der Klimapolitik, wobei er vor allem auf die geplante Photovoltaik-Freiflächenanlage im Bereich der städtischen Grünannahmestelle anhob. Die CDU setze Themen und Trends, erklärte London und sprach sich für ein Handlungskonzept für die Innenstadt aus, das das „Klein-Klein der Einzelmaßnahmen“ ersetzen soll.

Zur Versammlung des größten Stadtverbandes im Kreis Heinsberg waren auch die Landtagsabgeordneten Bernd Krückel und Dr. Gerd Hachen sowie dessen Nachfolger Thomas Schnelle nach Erkelenz gekommen. London dankte Hachen, der zur neuen Legislaturperiode aus dem Landtag ausscheidet. Seit 2000 gehörte der Lehrer, den man aufgrund seines Widerstandes gegen Rheinbraun anfangs nach eigener Aussage oft für einen Grünen gehalten hatte, dem Landtag an. Das Thema Tagebau gibt er an seinen Nachfolger Schnelle weiter.

„Jetzt müssen wir uns um die Sicherung der Folgekosten kümmern“, gab London Schnelle mit auf den Weg. Der hatte sich im Wahlkampf als Polizeibeamter vor allem das Thema der Sicherheit auf die Fahne geschrieben. Doch auch die Verkehrsentwicklung im Kreis und die Schaffung einer dritten Gleisspur auf der Bahnstrecke zwischen Aachen und Mönchengladbach bezeichnete er als seine Anliegen in Düsseldorf.

Auch Peter London hatte zuvor die direkte Anbindung des Erkelenzer Bahnhofs an den Fernverkehr als ein Ziel der Erkelenzer Politik benannt.

Bei weiteren Wahlen kam es zu keinen Veränderungen. Die stellvertretenden Vorsitzenden Rainer Merkens, Hans-Jürgen Drews und Sabine Rosen wurden ebenso wie Geschäftsführer Roland Schiefer, Schatzmeister Wilhelm Rütten, JU-Vertreter Simon Steingießer und Marwin Altmann (Medien und Öffentlichkeitsarbeit) in ihren Ämtern bestätigt.

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