Heinsberg - Kammerchor: Gleich neun Stücke von Verdi

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Kammerchor: Gleich neun Stücke von Verdi

Von: Johannes Gottwald
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Der Kammerchor Heinsberg überzeugt mit Musik aus der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts. Zum Abschluss singen sie ein Stück aus einem Bernstein-Musical. Foto: Johannes Gottwald

Heinsberg. In der Vergangenheit hatte er oft bei großen Oratorien-Aufführungen in Geilenkirchen und Waldenrath mitgewirkt, aber zuletzt trat er wieder mit weltlicher Musik in Erscheinung – der Kammerchor Heinsberg.

Im neuen Rondell der Kreismusikschule präsentierte er unter Leitung von Bernd Godemann ein Konzert mit zahlreichen Chören, Szenen und Arien, die vorwiegend aus dem Bereich der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts entnommen waren.

Dabei war der Großmeister Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag im zurückliegenden Jahr gefeiert worden war, allein mit neun Stücken vertreten. Zunächst hörte man „Schon sind Wind und Welle ruhig“ aus dem Frühwerk „I due foscati“. Bereits dabei zeigte sich der Kammerchor von seiner besten Seite und gefiel mit klangsicherer und flexibler Intonation.

Es folgte der Gesang „Teure Heimat, tief geschunden“ aus der Oper „Macbeth“, der einen noch tieferen Eindruck hinterließ. Begleiterin Dorothee Broichhausen beschränkte sich dabei keineswegs nur auf die Untermalung am Flügel, sondern trug mit temperamentvollem Spiel maßgeblich zur dramaturgischen Wirkung dieses Stückes bei. Vor dem geistigen Auge der Zuhörer erstand das mittelalterliche Schottland, in dem der Tyrann Macbeth den Königsthron usurpiert und ein Unrechtsregime etabliert hatte.

Piet Botmann gibt den Bass

In der Szene „Deus Meus – Der du der Herrscher bist“ aus „La Battaglia di Legano“ kamen außer dem Chor auch noch zwei Solisten zum Einsatz: Die Basspartie übernahm Piet Botmann, dem es allerdings ein wenig an Stimmvolumen fehlte, sowie die Sopranistin Tamara Peters, die mit schönem Timbre zu überzeugen verstand. Dann konnte man mit „Teure Heimat, nach dir geht das Sehnen“ aus „Nabucco“ einen der bekanntesten Opernchöre von Verdi in seiner Originalversion genießen.

Ein besonders anspruchsvolles Stück hatten sich die Sänger anschließend mit dem Soldaten-Chor „Rataplan“ aus „Die Macht des Schicksals“ ausgesucht. Dabei zeigte sich die sorgfältige Probenarbeit von Bernd Godemann deutlich: Jede Floskel und jeder Melodiebogen saß und war akribisch genau einstudiert. Selbstverständlich kam dabei auch eine Trommel zum Einsatz, und die Sopransolistin Aglaja Camphausen übernahm die Rolle der Zigeunerin, die in dieser Opernszene ein Loblied auf das Soldatenleben anstimmt.

Bei der kurzen Arie „O mio babbino caro“ aus dem Puccini-Einakter „Gianni Schicchi“, worin eine Tochter ihren Vater in sehnsuchtsvollen Tönen um Erlaubnis zur Heirat ihres Geliebten bittet, gelang der Sopranistin Tamara Peters eine klangschöne Wiedergabe.

Umso breiter und ausladender gab sich das Blumenduett aus der Oper „Lakmé“ von Leo Delibes. Dabei gefielen Tamara Peters und Aglaja Camphausen ebenfalls mit lyrischem und reinem Gesang.

Pianistin Dorothee Broichhausen wurde zeitweise von Theo Krings abgelöst, der sich ebenfalls als umsichtiger Begleiter erwies. Zunächst wurde mit den „Schwestern“ und „Die Boten der Liebe“ von Brahms, dem „Abendlied“ und dem Gesang aus „Ruy Blas“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein Ausflug in die deutsche Romantik unternommen.

In die Neue Welt

Umso prächtiger meldete sich der Kammerchor dann mit „Gloria – Heil dir, Ägypten“ aus der „Aida“ mit Verdi wieder zurück. Auch der Chor „Deinem Rufe, Herr, sind wir erschienen“ aus „I lombardi alla prima crociata“, die Arie der Leonara „Tacea la notte placida“ und der Gesang „Sehr, wie die Wolken am Himmel ziehen“ (beide aus dem „Troubadour“) verfehlten ihre Wirkung nicht. Und ganz zuletzt flog man noch über den „Großen Teich“ in die Neue Welt: „We are Women“ aus dem Bernstein-Musical „Candide“ setzte den stürmisch applaudierten Schlusspunkt unter ein glänzend gelungenes Konzert.

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