Kammerchor der Jugendmusikschule begeistert Publikum

Von: Johannes Bindels
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Zum Einstieg in die Karwoche führte der Kammerchor der Jugendmusikschule Heinsberg in der evangelischen Christuskirche in Heinsberg die Passionsgeschichte auf. Foto: Johannes Bindels.

Heinsberg. Zum Einstieg in die Karwoche führte der Kammerchor der Jugendmusikschule Heinsberg in der evangelischen Christuskirche in Heinsberg die Passionsgeschichte auf. Mit dem Werk „Crucifixion – Passions-Betrachtung nach Spirituals “ des Komponisten Paul Ernst Ruppel erlebten die Zuhörer ein Konzert für Sprecher, Vorsänger, Chor, Posaune und Bass.

Unter Leitung von Kantor Bernd Godemann präsentierte der Kammerchor mit Tilman Kögel als Vorsänger, mit Dorothea Godemann an der Posaune und Arno Schmitz am Bass eine ergreifende und überzeugende Interpretation der bewegenden Leidensgeschichte Jesu Christi.

„Wenn diese Arbeit mit Spirituals – eben Liedern der Neger und in deutscher Sprache und in bestimmtem Satz – so gestaltet ist, so geschieht dies … aus dem Ergriffensein von der kindhaft einfachen, menschlichen Unmittelbarkeit des Erlebens, mit der uns diese Lieder in das Geschehen der Passion hineinnehmen“, formulierte der Komponist Paul Ernst Ruppel 1960 in seinem Vorwort zur Partitur.

Und Ruppel beschrieb damit die wesentlichsten Elemente seines Werkes: deutsche Texte und die Eingängigkeit der rhythmischen Wiederholungen des Gospel ähnlichen Gesangs, der durch das Posaunen- und Bassspiel unterstrichen wurde.

Gestaltung in zehn Bildern

Ruppels Grundgedanke, die Kreuzwegbilder und Stationen vor dem geistigen Auge auftauchen zu lassen durch die musikalische Gestaltung in zehn Bildern, gelang dem gesamten Ensemble um Bernd Godemann als Dirigent und Vorleser, Tilman Kögel als Vorsänger und dem mit klarem Ausdruck darbietenden und harmonisch agierendem Chor eindrucksvoll. Gerade die Sätze III bis VII, in denen die Umsetzung der Spirituals als Musikform deutlich wurde, zogen die begeisterten Zuhörer ins Geschehen hinein.

Der Schmerz, ans Kreuz genagelt zu werden, konnte im sechsten Satz, der mit dem englischen Begriff „Hammering“ überschrieben ist, mehr als nachempfunden werden. „Sie kreuzigen den Herrn – sie nageln ihn ans Holz “, intonierte der Vorsänger wiederholend, während der Chor „Bringt ihn um“, die Erbarmungslosigkeit des gaffenden Volkes demonstrierte.

Langsames Begreifen

Im siebten Satz erfolgte das langsame Begreifen, dass sich Jesus widerspruchslos geopfert hatte. „Sie nageln ihn ans Holz und er schweigt dazu und sagt nicht ein einziges Wort“, wechselten Chor und Vorsänger bis zum Ersterben jeglichen Tons als Ausdruck dafür, dass Jesus seine Rolle angenommen hatte.

Mit dem Thema, mit dem der erste Satz begonnen hatte: „Dafür, dass ich sie liebe, hassen sie mich“, endete dann auch der letzte Satz, jedoch mit dem unterschiedlichen ersten Wort: „Darum, dass ich sie liebe, hassen sie mich.“ Eine Aufgabe für den Zuhörer, über das Konzert hinaus darüber nachdenken zu können. Dass dem Ensemble die Umsetzung des Komponisten künstlerisch nachhaltig gelungen war, konnte am Applaus, den das begeisterte Publikum am Ende spendete, abgelesen werden.

„Sie waren dabei“, konstatierte Pfarrer Sebastian Walde schließlich am Ende in seinem Abschiedswort an das Publikum und wünschte darüber hinaus allen, die erlebte Dynamik des Konzerts in die Karwoche mitzunehmen.

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