Kämmereileiter Kai Louis: Titel „Mr. sehr gut“ wäre ihm sicher

Von: Rainer Herwartz
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Dass er eine gewisse Affinität zu Zahlen hat, leugnet Kai Louis nicht. Deshalb fühlt er sich auch als Kämmereileiter pudelwohl. Foto: Herwartz

Heinsberg. Höflich, freundlich, bescheiden – diese Begriffe lassen sich auf den ersten Blick mit Kai Louis verbinden. Der 29-Jährige ist aber nicht nur der Prototyp eines Schwiegermuttertraums, sondern auch der eines jeden kommunalen Verwaltungschefs. Denn was der Karkener schon in jungen Jahren in seinem Berufsleben auf die Beine gestellt hat, ist beileibe kein Pappenstiel.

Gäbe es bei den Stadtverwaltungen den Titel eines „Mr. sehr gut“ zu vergeben, dann stünde Kai Louis zweifellos ganz oben auf dem Siegertreppchen. Dabei hatte es lange Zeit gar nicht danach ausgesehen, dass der schlanke Blonde das Zeug zum Überflieger haben könnte. Seine Schulzeit verlief denn auch eher unspektakulär auf der Realschule im Klevchen.

„So in der siebten, achten Klasse reifte in mir allerdings der Gedanke, dass man nicht für andere, sondern für sich lernt,“ erinnert sich Louis. „Bis dahin war ich nicht wirklich ein begeisterter Schüler.“ Louis, einziges Kind einer Autohaus-Mitarbeiterin und eines Bahnbeamten, wurde von seinen Eltern zwar nach eigener Aussage schon auf die richtige Schiene gesetzt, was die Werte im Leben angeht.

Doch zunächst interessierte in dies nicht mehr oder weniger als alle übrigen Jugendlichen seines Alters. Das sollte sich jedoch eines Tages ändern. Für Louis wurde ein Schulpraktikum zur Initialzündung.

Selbiges absolvierte er nämlich schon damals bei der Stadtverwaltung in Heinsberg, seinem heutigen Brötchengeber. Die ganze Atmosphäre habe ihm gleich gefallen, sagt Louis. Schon als Praktikant habe er im Tiefbauamt richtig mitarbeiten dürfen.

Auch der Umgang mit den Menschen habe ihn beeindruckt. Und alles gemeinsam so sehr, dass für ihn unumstößlich feststand, nach der Mittleren Reife nicht weiter aufs Gymnasium zu gehen, sondern gleich bei der Heinsberger Stadtverwaltung sein Glück zu versuchen. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Als Louis im August 2000 die Ausbildung zum mittleren allgemeinen Verwaltungsdienst begann, konnte wohl niemand ahnen, dass er schon wenige Jahre später mit 25 der jüngste Amtsleiter der Stadt sein würde. Sein rasanter Aufstieg begann mit der Prüfung für die mittlere Laufbahn.

Als Jahrgangsbester schloss er sie natürlich mit „sehr gut“ ab. Im ersten Jahr nach dieser Ausbildung erledigte Louis noch ganz nebenbei an der Abendschule sein Fachabitur, bevor er dann im Juni 2006 die Staatliche Abschlussprüfung der Fachschule für Wirtschaft erneut als Jahrgangsbester mit der Note „sehr gut“ meisterte.

Drei Jahre später legte Louis dann auch noch die Prüfung für die Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes zum Diplomverwaltungsbetriebswirt an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW in Köln ab. Es dürfte mittlerweile nicht mehr überraschen, dass auch dies wieder als Jahrgangsbester mit der Note „sehr gut“ geschah.

Dass der 29-Jährige schon seit nunmehr vier Jahren Amtsleiter der Kämmerei ist, hielt ihn nicht davon ab, in Sachen Fortbildung noch eins obendrauf zu setzen. Denn mittlerweile hat Louis auch noch seinen Master of Public Administration der Universität Kassel in der Tasche. Übrigens mit der Note „sehr gut“. Na, wer hätte das gedacht?

Für ein Superhirn hält sich der sympathische 29-Jährige dennoch nicht. „Wenn man mit Spaß und Interesse an die Sache herangeht, fällt einem das Lernen sicher leichter. Das erklärt wohl auch die guten Noten. Je mehr man sich interessiert, desto mehr blickt man über den Tellerrand und erkennt Zusammenhänge.“

Dass er eine gewisse Affinität zu Zahlen hat, leugnet Louis nicht. „Durchhaltevermögen ist jedoch mehr als alles andere nötig.“ Und das stellte er beim Umbau seines Hauses unter Beweis, der genau in seine Masterprüfung fiel. „Da habe ich zum Teil mit Ohrschützern am Schreibtisch gesessen, um zu lernen.“

Und was sagt der Chef über seinen Ausnahme-Mitarbeiter? „Kai Louis ist trotz seines jugendlichen Alters als Amtsleiter fest etabliert und verfügt über einen schon ansehnlichen Erfahrungsschatz“, meint Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Seine Leistungen sind beispielhaft und können Ansporn für andere junge Kollegen sein.“

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