Kabarettist Wendelin Haverkamp begeistert mit seinen Geschichten

Von: Johannes Bindels
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Wendelin Haverkamp gibt den Takt beim Mitmachblock vor. Foto: Bindels

Wassenberg. An einem Fußball-Abend mehrere Dutzend Besucher zu einer Lesung mit einem Schriftsteller anzulocken, das gelang der Bücherkiste Wassenberg mit ihrem Gast Wendelin Haverkamp.

Bei der Lesung „aus den versammelten Werken“ hatten Zuhörer und Kabarettist Wendelin Haverkamp großen Spaß.

Mit den bekannten Figuren wie der des Lehrers „Anton Hinlegen“ und anderen Persönlichkeiten aus seiner Schriftstellerwelt nahm Haverkamp seine Zuhörer mit auf eine literarisch unterhaltsame Reise durch die Welt der Bildungsanstalten und des aktuellen Weltgeschehens.

„Der heutige Gast ist den meisten aus seiner Arbeit beim Rundfunk und als Kolumnist bei der Aachener Zeitung bekannt. Aber den wirklichen, lebendigen und einzigartigen Wendelin Haverkamp erleben sie heute hier“, kündigte Ursula Kurzweg vom Team der Bücherkiste den bekannten Schriftsteller aus dem Westen an.

Und Haverkamp begann mit Geschichten um den „Edukator Anton Hinlegen“, seiner bekanntesten Lehrerfigur aus dem „Karl-Heinz-Plum-Guminasium“. Obwohl er seine Figuren kabarettistisch überzeichnet, sind sie präzise in ihren Charakteren beschrieben und das Schrullige der Personen ist leicht nachvollziehbar.

Dass Haverkamp gerne mit Sprache spielt, zeigte sich auch im Begriff „Edukator“, einem deutlichen Hinweis auf die möglichen Spielarten als Lehrer: vom Lehrenden bis zum Dompteur reichen die angedeuteten Verhaltensweisen. Immer sind die Aussagen über Lehrer jedoch von Insider-Kenntnissen gestützt, und trotz satirischer Übertreibung bleiben die Charaktere im Kern liebevoll zugewendet beschrieben. Dieses Grundprinzip zog sich durch alle Geschichten aus seiner Trilogie „Wenn der Edukator erzählt“.

Egal, ob es den „RP“ (Regierungspräsidenten) betraf, der sich in allen Situationen bei einer Schulbesichtigung als Bester vor Schülerschaft und Lehrer zeigen wollte und kläglich scheiterte, oder ob von den kleinen Schwächen des Monsignore Stramm die Rede war, der ein geheimes Weinlager hinter seiner Bücherwand entdeckt hatte und sich dort zwischendurch stärkte. Amüsant, witzig und wie aus dem täglichen Leben beschrieben kamen die Figuren in den Geschichten daher.

Nachvollziehendes Lachen begleitete denn auch die erzählte Episode um den Polterabend und das Sich-Überbieten von Wurfmaterialien: „Um die Ecke ist eine Keramikfabrik pleite gegangen. Da kriegen wir für ein paar Euros eine Tonne Keramik: Waschbecken, Toilettenschüsseln und alles, was das Herz begehrt.“ Der Zuhörer ahnte dann schon, welche Freude ein Polterabend machen kann. Und am Ende jeder Geschichte erscholl der Abschiedsruf „Tschö wa“, begleitet vom erhobenen Klenkes.

Und richtig gute Laune kam auf, als Haverkamp das Publikum in das Geschehen aktiv miteinbezog. Beim Mitmachblock übernahmen die Zuhörer sprachliche Aufgaben, um diese im rhythmischen Wechsel und nach Haverkamps Regie an den richtigen Stellen zu äußern. Die Mischung aus Figuren, in denen sich der Zuhörer selber wiedererkennen konnte, und der aktive Einbezug in die erzählten Geschichten machten den Erfolg der Lesung aus.

Dies dankte das Publikum dem Autor Haverkamp mit viel Applaus und dem Kauf seiner Bücher, die er gerne signierte.

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