JVA: Glauben hinter Gittern gefunden

Von: defi
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: Das Auflegen der Hand ist Teil der Spende des Sakraments der Firmung. Fünf Häftlinge der JVA Heinsberg empfingen sie von Weihbischof Karl Borsch. Foto: defi

Heinsberg. „Gott reduziert mich nicht auf das, was ich geworden bin, sondern auf das, was ich bin.“ Weihbischof Karl Borsch hätte es wohl nicht treffender sagen können, sagte mit anderen Worten Ähnliches und fand eine sehr anschauliche Erklärung für den Heiligen Geist.

Doch der zitierte Satz stammt, Ehre, wem Ehre gebührt, von Marco. Marco ist einer der fünf jugendlichen Häftlinge, denen Weihbischof Borsch in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg das Sakrament der Firmung als Gabe der Kraft des Heiligen Geistes spendete.

Rüdiger Hagens ist katholischer Pfarrer in der JVA und bereitete die Jungs auf die Firmung vor. Alle fünf – Sven, Freddi, Marco, Kevin und Francesco – waren sich einig: Der hinter Gittern gefundene Glaube an Gott gibt ihnen Kraft, auch die Kraft, die Zeit der Inhaftierung zu überstehen. Sven: „Die Idee zur Firmung kam in der Pfarrgruppe von Pfarrer Hagens. Eine Zeit lang hatte ich den Glauben verloren. Hier drinnen habe ich den Glauben wiedergefunden. Im Gefängnis befasst man sich mit sich selber. Ich habe in der Bibel gelesen, das sollte doch jeder Christ im Leben mal tun“, betont der Firmling.

„Ich sehe das genau wie Sven“, sagt Freddi. „Draußen habe ich mich nicht dafür interessiert, es hat mir hier viel Kraft gegeben.“ Marco betont: „Nach ein paar Schicksalsschlägen hatte ich den Glauben verloren. Hier habe ich zum Glauben zurückgefunden. Er gibt mir sehr viel Kraft, die Zeit hier drinnen zu überstehen.“

Kevin hatte kirchliche Jugendarbeit vor seiner Inhaftierung im Rahmen von Sozialstunden kennengelernt: „Das hatte mir gut gefallen. Aber nach meiner Inhaftierung hatte ich den Glauben verloren.“ Gott näher zu kommen, das sei doch wichtig, meint Kevin. Francesco sagt, er komme aus einer gläubigen Familie. Schon „draußen“ habe er sich firmen lassen wollen.

Francesco steht kurz vor der Haftentlassung und will den eingeschlagenen Weg weitergehen. Was heißt das? Francesco: „Heiraten.“ Kirchlich? Francesco: „Ja, sicher.“ Kevins Zeit hinter Gittern läuft auch bald ab. „Es kommen immer schwierige Situationen auf einen zu – aber Gott ist immer da.“

Damit Gott „immer da ist“, und man ihn nicht verpasst, habe der Mensch ein Navi. Wie das funktioniere, erklärte Weihbischof Karl Borsch im Gottesdienst mit einem Bild: „Das GPS für das Christenleben, das ist der Heilige Geist.“ Auch wenn man sich mal verfahren habe, steige Gott nicht aus. Wichtig sei, dass wir im Leben dahin kämen, wo wir hingehören. Weihbischof Borsch: „Lasst euch führen von eurem inneren GPS, dem Heiligen Geist. Gott ist auf Standby.“

Angehörige, Mitglieder des Chores Cantiamo, Messdiener der Pfarre St. Lambertus Dremmen und natürlich die Paten der Firmlinge nahmen an dem feierlichen Gottesdienst teil.

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