Junger Chor St. Gangolf liefert Hörgenuss

Von: Johannes Bindels
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Zwei Garanten für ein gelungenes Konzert: Ulrich Peters an der Orgel... Foto: J. Bindels
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... und Solistin Susanne Peschen beim Sopransolo in „Pie Jesu“. Foto: J. Bindels

Heinsberg. Die Karwoche ist auch die Zeit der Passionsaufführungen, der musikalischen Umsetzung der Leidensgeschichte Jesu. Der junge Chor St. Gangolf Heinsberg bot am Palmsonntag einen anderen Weg, außerhalb der Passionsaufführung Jesus Schmerzensweg und Tod mit den Augen Marias, seiner Mutter zu betrachten.

Der Chor stand unter Leitung von Regionalkantor Wilfried Kleinen, mit dabei waren Susanne Peschen als Sopransolistin und Ulrich Peters an der Orgel. Im Rahmen der Konzertreihe „Musik in St. Gangolf“ führte das Ensemble Auszüge aus dem Werk „Stabat Mater“ von Karl Jenkins und das Requiem von Gabriel Fauré auf.

Propst Markus Bruns vermittelte mit seinen Erläuterungen und Übersetzungen der lateinischen Texte aus dem mittelalterlichen Gedicht „Stabat Mater“ eine größere Verständlichkeit der Inhalte. Als Mittler zwischen liturgischen Inhalten und ästhetischer Form der musikalischen Präsentation verwies Bruns auch auf die aktuellen Wiederholungen von Schmerz und Leid bei den Menschen, die auf der Flucht seien.

„Das Leid in der Welt ist oft größer, als wir ertragen können“, sagte Bruns. Die Tränen der Schmerzensmutter Maria spiegelten sich auch in den Tränen der Mütter, die ihre Söhne durch Krieg und Gewalt verlören, und sie forderten die Gläubigen auf zu Mitleid, Widerstand und zum Handeln im Sinne Jesus und Marias.

Klangfarbe und Tonfülle

Mit den vorgegebenen Interpretationsangeboten des Propstes ausgestattet, gelang den Zuhörern der ästhetische Genuss der prächtigen Leistung von Chor und Orgelspiel noch intensiver. Mit dem ersten Satz „Cantus lacrimosus“, dem dritten „Vidit Jesum in tormentis“, dem siebten „And the Mother did weep“ sowie dem zehnten „Ave Verum“ der insgesamt zwölf Sätze umfassenden Komposition intonierte der Junge Chor St. Gangolf Jenkins Werk „Stabat Mater“ in beispielgebender Weise.

Es zeichnet Aufführungen in großen christlichen Kirchen aus, dass Klangfarbe, Tonfülle und Zusammenspiel des Chors mit dem Orgelspiel akustisch voll zum Tragen kommen und Ergriffenheit auslösen. Das gelang auch am Palmsonntag mit der Aufführung des „Requiem“ von Gabriel Fauré.

Es gelte als eines der schönsten Werke der französischen Kirchenmusik und werde getragen von Ruhe und Abgeklärtheit, konnten die Zuhörer der Begleitschrift entnehmen. Fauré habe das Anliegen gehabt, ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen, hatte zuvor Propst Bruns interpretiert und das Requiem als „Wiegenlied des Todes bezeichnet“ aufgrund der stillen und besinnlichen Tonlage.

Die insgesamt in langsamen (Largo und Adagio) und mittleren Tempi (Andante) komponierten sieben Sätze des Requiems bestätigten die fast meditative Möglichkeit des Zuhörens. Neben den Textinterpretationen von Propst Bruns, dem Orgelspiel von Ulrich Peters und den hervorragenden Leistungen des Chors ragte vor allem das Solo der Sopranistin Susanne Peschen im vierten Satz „Pie Jesu“ als einer der Höhepunkte heraus. „In paradisum“, dem letzten Satz des Requiem, wurde von Fauré auf die himmlische Erlösung als Aussicht für die irdischen Qualen ganz in Sinne der österlichen Auferstehungsgeschichte verwiesen.

Die Dirigenten- und Leitungsleistung Wilfried Kleinens wirkte zwangsläufig im Verborgenen, da Chor und Solisten sich auf der Orgelempore befanden, was von vielen Gästen bedauert wurde. Welches überzeugende Gesamtbild mit beeindruckendem Hörgenuss geboten wurde, vermochte nur der Zuhörer vor Ort ermessen. Und in der Gewissheit aller Teilnehmer, dass sie einem außergewöhnlichen Angebot gefolgt waren, tat denn die akzeptierte anfängliche Bitte Bruns, auf den Applaus am Ende zu verzichten, um den Kontext des erlebten Eindrucks nachwirken zu lassen, auch dem Gesamterlebnis keinen Abbruch.

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