Junge Straftäter kicken mit Oli Kahn

Von: agsb
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Schirmherr Oliver Kahn, ehemaliger Torhüter von Bayern München, überreicht den Pokal an die Mannschaft aus der JVA Heinsberg. Foto: agsb

Heinsberg/Köln. Die Kölner Justizvollzugsanstalt (rheinischer Name: „Klingelpütz”) unter derzeitiger Leitung des ehemaligen Leiters der Heinsberger Anstalt, Michael Thewald, erlebte am Wochenende großen sportlichen Besuch. Oliver Kahn, die Torwart-Legende im deutschen Fußballsport, weilte für Stunden hinter Gittern.

Oliver Kahn hat spontan die Schirmherrschaft für das gemeinsame Projekt „Anstoß für ein neues Leben” der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußballbundes, der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern und des Justizministeriums NRW übernommen. Kahn nahm nach dem Abschlussturnier zusammen mit NRW-Justizminister Thomas Kutschaty sowie Elfi Scho-Antwerpes, erste Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, sowie weiteren Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Wirtschaft die Siegerehrung vor.

In den Justizvollzugsanstalten Heinsberg, Siegburg, Herford, Hövelhof, Iserlohn (männliche Insassen) und Köln (weibliche Insassen) wurde das Fußballprojekt aufgenommen und in Taten umgesetzt. Jede Anstalt wurde von einem Fußballpaten unterstützt. Die Alemannia aus Aachen war einige Male in der Heinsberger Anstalt und war deren Pate. Kernpunkte des Projektes sind ein fußballerisches Sozialtraining während der Haft sowie Wiedereingliederungshilfen nach der Haft.

Hauptziel ist es, die rund 90 Projektteilnehmer/innen nach der Haftentlassung direkt in Arbeits- oder Ausbildungsstellen und Mitgliedschaften in Fußballvereinen zu vermitteln. „Die Integration junger Strafgefangenen ist kein einfaches Geschäft, und wir stehen bei dem Projekt noch ganz am Anfang, wir sind auf gutem Weg. Deshalb bin ich dem Handwerk, der Sepp-Herberger-Stiftung und den beteiligten Vollzugsbediensteten für ihr Engagement und ihren langen Atem außerordentlich dankbar”, sagte der Justizminister. Das Projekt bilde ein wertvolles ergänzendes Element in dem Bemühen des Justizvollzugs, straffällig gewordene junge Menschen auf ein geregeltes Leben außerhalb der Gefängnismauern vorzubereiten.

„Ich habe in meinem Leben viel Glück und Positives erfahren, aber auch Niederlagen und besonders Schmerzhaftes gehören mit zum Leben. Als die Sepp-Herberger-Stiftung mit diesem sozialen Projekt an mich herantrat, war dies für mich kein Thema, die Schirmherrschaft zu übernehmen”, sagte Oliver Kahn. Er appellierte an die jugendlichen Strafgefangenen, besonders die beruflichen Angebote mit Lehrstellen anzunehmen. Kahn blickte ebenfalls auf das Schulprojekt „Ich schaff„s” - auch hier wurden viele Jugendliche durch den Sport motiviert - und wünschte den jugendlichen Strafgefangenen viel Glück auf ihrem Weg zum „Anstoß für ein neues Leben”.

Das Heinsberger Team schaffte den Sprung ins kleine Finale. 1:1 stand es gegen Herford, im folgende Strafstoßschießen verlor Heinsberg unglücklich, war dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. Sieger wurde das Team Siegburg, gegen Hövelhof gab es ein 2:0.

Bereits vor der Siegerehrung hatten die Jugendlichen Gelegenheit, Oliver Kahn im Gespräch zu erleben, und konnten ihm Fragen stellen.

Bei der Siegerehrung war der Jubel dann groß, einen Pokal aus den Händen eines so prominenten Sportlers erhalten die jugendlichen Strafgefangenen nur einmal im Leben.
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