Geilenkirchen - Junge Frau rettet Rollstuhlfahrer aus Fluss

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Junge Frau rettet Rollstuhlfahrer aus Fluss

Von: Wilfried Rhein
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An dieser Stelle ist es passiert. Tanja Rossignol am Rand der Wurm, in die der 81-jährige Mann samt Rollstuhl hineingestürzt war. Die 30-jährige Frau rettete den Verletzten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Damion ist gerade drei Jahre alt geworden. Und er möchte und soll viel an die Luft. Deshalb geht Mutter Tanja mit ihm gerne spazieren, auch auf dem Radweg entlang der Wurm. Dass sie genau das am 25. Mai gegen 16 Uhr unternahm, hat einem 81-jährigen Mann, der an den Rollstuhl gefesselt ist, das Leben gerettet.

„Ich drehte mich gerade zu Damion um, der hinter mir und meiner Schwester Jasmin herlief, da sah ich aus dem Augenwinkel den Mann, der auf uns zu gerollt war, in die Wurm stürzen.” Tanja Rossignol erzählt das sehr aufgeräumt, nach einer Woche Abwartens und jetzt der Sicherheit, dass der 81-jährige Übach-Palenberger ohne nachhaltige Schäden aus dem Geilenkirchener Krankenhaus entlassen werden kann.

Das hätte völlig anders kommen können. Der Senior im Elektrofahrstuhl lag, nachdem er aus ungeklärten Gründen vom Weg abgekommen war, kopfüber im Wasser der Wurm. Tanja Rossignol war Sekunden später bei dem Unfallopfer, schleppte den Mann an das Ufer, kümmerte sich um seine Vitalfunktionen, behandelte zwei kräftige Kopfplatzwunden und etliche Schürfungen.

Und sie fand noch die Zeit, den Notruf „112” von ihrem Mobiltelefon abzusetzen. Aufgrund ihrer präzisen Erläuterungen fanden Sanitäter mit dem Rettungswagen schnell zu ihr in der Gemarkung Hommerschen. „Gefühlte acht Minuten hats gedauert”, überlegt die 30-Jährige kurz. Zwischenzeitlich war der verunglückte Mann sogar wieder ansprechbar, verwies auf seine Ausweise, wodurch seine Retterin erfährt und weitergibt, dass der Mann einen Herzschrittmacher trägt.

In diesen schlimmen Minuten denkt Tanja Rossignol auch an ihren Sohn. Ihrer 25 Jahre alten Schwester ruft sie zu, sie möge bitte Damion von diesem Ort wegbringen. „Mit drei Jahren muss er das nicht sehen, mit all dem Blut”, erinnert sich die alleinerziehende Mutter. Ihr Shirt hat sie bereits als Kompresse benutzt. Als sie Passanten um Hilfe anspricht, wirft ihr ein Mann ein Päckchen Papiertaschentücher zu - und geht weiter. „Viele sind einfach nicht stehengeblieben; erst als der Rettungswagen und dann die Polizei kam, schauten die Leute hin”, beschreibt die Retterin, die schwimmen kann, mit etwas Resignation.

Mit einem Rettungssanitäter zusammen bringt Tanja Rossignol das Unglücksopfer noch hinauf zum Weg. Dann, rund eine Viertelstunde später nach dem Sturz, kann sich die junge Mutter um ihre Familie kümmern. Und sich selbst. Tanjas Mutter wohnt nahe der Unfallstelle. Dort erst mal Kleidung wechseln: „Ich bin im Fluss mit dem Fuß umgeknickt - und zur Seite gekippt...”

Das Materielle war flink erledigt. Aber wie ging es ihrem „Patienten”? Die Behörden halfen. Landrat Helmut Pusch belobigte sogar die junge Frau für deren „vorbildliches Handeln”, das „aller Anerkenung verdient”. Tanja Rossignol hat den 81-Jährigen in der Klinik besucht und ihm alles Gute gewünscht. „Der Herr konnte schon wieder scherzen”, lacht auch dessen Lebensretterin. „Er meinte, nach fünf Jahren habe ihn endlich wieder einmal eine Frau umarmt.” Zum Kaffee ist auf jeden Fall schon mal eingeladen.
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