Jugendamt der Stadt Heinsberg sucht dringend nach Pflegefamilien

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
9282443.jpg
Beate Schneider, Peter Maaßen und Marina Meurers (v. l.) hoffen auf neue Pflegefamilien. Foto: anna

Heinsberg. Für Kinder, die in ihren eigenen Familien nicht mehr leben können, sucht das Jugendamt der Stadt Heinsberg derzeit dringend Familien, die diesen Kindern ein neues Zuhause bieten können, vorübergehend als sogenannte familiäre Bereitschaftsbetreuung, oder auch langfristig in „Dauerpflege“.

Zum einen sei der Bedarf steigend, erklärt Peter Maaßen vom Jugendamt. Zum anderen seien aber auch gerade Familien, die über viele Jahre hinweg diese Art der Betreuung übernommen hätten, sozusagen „in Ruhestand“ gegangen.

Knapp 60 Kinder

Derzeit leben im Stadtgebiet knapp 60 Kinder in Pflegefamilien, die von den beiden Sozialpädagoginnen Martina Meurers und Beate Schneider intensiv begleitet werden. Alleine im vergangenen Jahr hätten 40 Kinder in Obhut genommen werden müssen, elf davon seien noch kleine Kinder im Vorschulalter gewesen. Gerade für diese jungen Kinder gelte es, eine Unterbringung in einer größeren Einrichtung unbedingt zu vermeiden, betont Maaßen. Eine Einbindung in ein Familiensystem sei für sie noch extrem wichtig.

Die Gründe für den steigenden Bedarf seien vielfältig, erklärt Schneider. Eine psychische oder physische Erkrankung eines oder gar beider Elternteile nennt sie als Beispiel, aber auch Verwahrlosungen, körperliche, emotionale oder gar sexuelle Misshandlungen. „Natürlich erfolgt die Entscheidung, ob überhaupt und wann ein Kind in einer Pflegefamilie untergebracht wird, immer erst dann, wenn alle Möglichkeiten in der eigenen Familie mit Unterstützung des Jugendamts völlig ausgeschöpft sind“, sagt Maaßen. Aber manchmal sei dieser Schritt eben unumgänglich.

Daher ist das Jugendamt auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, ein fremdes Kind wie ihr eigenes anzunehmen, mit seiner Vorgeschichte und mit all seinen Belastungen. „Einfühlsam und vor allem geduldig sollten die neuen Eltern sein und angemessen auf das Verhalten des Kindes reagieren können“, erläutert Meurers die wichtigste Voraussetzung, die Pflegeeltern haben sollten. Darüber hinaus sollten aber auch Akzeptanz und Wertschätzung für die noch bestehenden Beziehungen des Kindes zu seiner Ursprungsfamilie vorhanden sein. „Wir erwarten einen großen Spagat.“ Erfahrene Pflegefamilien würden jedoch immer wieder berichten, dass die Aufnahme eines Pflegekindes für sie zwar eine Herausforderung sei, zugleich aber auch eine Bereicherung.

Wer sich als Pflegefamilie engagieren will, muss zunächst ein paar formale Voraussetzungen erfüllen. „Die finanzielle Situation der Familie muss gesichert und angemessener Wohnraum zur Verfügung stehen“, erklärt Schneider. Weiter sind ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest notwendig. Sind diese Formalitäten erfüllt, bietet das Jugendamt neben einer professionellen Beratung eine intensive Vorbereitung, eine individuelle Begleitung und eine regelmäßige Fortbildung. Finan-ziell unterstützt es die Eltern neben dem regelmäßigen Pflegegeld auch mit Beiträgen zur Alterssicherung und für das Kind mit individuell notwendigen Beihilfen.

Die nächste Fortbildung für Pflegeeltern beginnt im Februar. Wer sich angesprochen fühlt, die Aufgaben einer Pflegefamilie zu übernehmen, erhält weitere Informationen und Beratung beim Pflegekinderdienst des Heinsberger Jugendamtes, Telefon 02452/14-288, E-Mail pdk@heinsberg.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert