Kreis Heinsberg - Jüngster Direktkandidat tritt für Kinderrechte ein

Jüngster Direktkandidat tritt für Kinderrechte ein

Von: Daniel Gerhards
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Er setzt sich für Kinder- und Jugendpolitik ein: Kai Boxberg will für die Piraten in den Bundestag. Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg. Kai Boxberg entspricht nicht gerade dem Bild, das die breite Mehrheit von einem Politiker hat. Der junge Mann trägt eine Kapuzenjacke und ein T-Shirt, er hat sein Fahrrad am Rande des Wegberger Schulzentrums abgestellt. Boxberg, 18 Jahre aus Wegberg, könnte ein ganz normaler Schüler auf dem Weg zum Abitur sein. Ist er aber nicht ganz.

Neben der schulischen Reifeprüfung hat Kai Boxberg ein weiteres Ziel: ein Bundestagsmandat. Er tritt als Direktkandidat der Piraten im Kreis Heinsberg an.

Wenn Boxberg vor der Mensa auf dem Gelände seiner ehemaligen Schule steht, dann erzählt er davon, wie das mit der Politik für ihn angefangen hat. Damals ist Kai Boxberg, der mittlerweile das Cusanus-Gymnasium in Erkelenz besucht, noch Schüler der Wegberger Realschule. Und da war dieses Problem: In der Mensa gab es „schlechtes Essen für teuer Geld“. Boxberg macht eine Liste, Stift und Papier reichen ihm dafür.

Damit stellt er sich vor einen Supermarkt. „Ich war da vielleicht zwölf Jahre alt. Und das war ein Selbstläufer“, sagt er. Mit 98 Unterschriften geht er zur Stadtverwaltung. Dort sagt man ihm, dass Gespräche mit dem Betreiber geführt würden. Und kurze Zeit später senkt der Mensa-Betreiber die Preise.

2012 erlebt er den „Hype“ um die Piratenpartei mit. Sie ist in aller Munde, zieht in Parlamente ein, wächst rapide. An seinem 16. Geburtstag tritt Boxberg ein. Bei seinem ersten Landesparteitag in Aachen stellt er sich ans Mikrofon und spricht über Schulsozialarbeit. Er bekommt Zustimmung. Und macht dann in der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendrechte mit.

Und das ist auch eines seiner Schwerpunktthemen geblieben. Sollte Boxberg ins Berliner Parlament einziehen, will er sich dafür einsetzen, die Kinderkommission des Bundestages zu stärken. Die sei zu wenigen bekannt, außerdem müssten Kinder- und Jugendliche dort mehr zu Wort kommen. „Ich habe immer das Gefühl, es wird zu viel über Kinder und Jugendliche geredet und nicht mit ihnen“, sagt Boxberg.

Deshalb fordert er zum Beispiel ein bundesweites Jugendparlament. Darin könnten junge Leute selber Einfluss nehmen und erfahren, dass „Demokratie was bringt“. Bürgerbeteiligung ist ja ohnehin eines der Piratenthemen. Diese müsse umfassender werden, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern bei allen Generationen, sagt Boxberg.

Vernünftige Pflege

Aber der jüngste der Direktkandidaten aus dem Kreis Heinsberg möchte sich nicht auf Jugendthemen festgelegen lassen. „Wir brauchen eine vernünftige Pflegepolitik“, sagt er. In der Pflege gehe es viel zu viel um Effizienz. Und viel zu wenig um die Frage, was nötig ist, um einen Pflegebedürftigen angemessen zu versorgen.

Für den Kreis Heinsberg fordert Boxberg ein flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet. Am besten Glasfaser. Die gebe es zwar schon, aber nicht überall, sagt er.

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