Jubiläum: Ein ganzes Jahr im Zeichen Martin Luthers

Von: Rainer Herwartz
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Ein eigenes Logo mit der Aufschrift „Wir im (W)ort“ soll als Wegweiser dienen durch das Luther-Jahr 2017. Die Initiatoren stellten es jetzt vor. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Es war zweifellos ein Meilenstein in der Kirchengeschichte. Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther der Überlieferung nach an die Schlosskirche in Wittenberg schlug.

Die meisten Menschen dürfte allenfalls noch die Ablehnung des Ablasshandels in dem Zusammenhang geläufig sein, doch letztlich prangerte Luther noch viele weitere Missstände in der Kirche an. Das kommende Reformationsjubiläum, das auch über ein ganzes Jahr hinweg in Heinsberg gefeiert wird, soll geprägt sein von Offenheit und Ökumene. Und das „Projektteam Luther 2017“ hat sich so einiges vorgenommen, wie der Erste Beigeordnete der Stadt Heinsberg, Jakob Gerards, jetzt in einer Pressekonferenz kundtat.

Allein die Liste der Mitglieder lässt auf einen spannenden und hochwertigen Veranstaltungsreigen hoffen. Für die evangelische Kirche sind Pfarrer Sebastian Walde, Pfarrer Martin Jordan und Anne Trevisan dabei, die katholische Kirchengemeinde wird durch Propst Markus Bruns und Dr. Ulla Louis-Nouvertné vertreten.

Der Jugendmusikschule mit deren Chef Theo Krings wird ein großes Aufgabenspektrum zukommen, und auch die Buchhandlung Gollen-stede mit Marcus Mesche trägt kulturelle Veranstaltungen zum Gelingen bei. Heiner Geißler wird ebenso erwartet wie Konrad Beikircher oder Willibert Pauels.

„Das Projektteam ist sukzessive gewachsen mit dem Gedanken, was können wir zum Lutherjahr in Heinsberg machen“, sagte Gerards. „Wir suchen die große Beteiligung aller und wollen uns nach allen Seiten öffnen.“ Jeder sei aufgerufen, sich zu beteiligen, „damit es ein Lutherfest aller wird“, hofft Gerards darauf, dass sich viele engagierte Bürger mit guten, umsetzbaren Vorschlägen bei ihm melden.

Dreh- und Angelpunkt soll das traditionelle Burgfestival werden, das kurzerhand zum Lutherfestival umfunktioniert wird. Am Donnerstag, 15. Juni 2017, startet es mit dem Rock-Oratorium des früheren Heinsberger Propstes Wilhelm Willms.

Einen Tag später lautet das Credo dann „Made in Heinsberg“ mit „Fräuleinwunder plus“. Zeitgleich werden die Ozimeker Tage gefeiert, und die wohl nicht ohne einige musikalische Beiträge aus der polnischen Partnerstadt. Der 17. Juni wird geprägt durch die Bands „Rock 4“ und „vivavoce“. In diesem Zusammenhang erläuterte Theo Krings kurz den Plan, eventuell mit den Bands und Chorgemeinschaften in einem Workshop einen gemeinsamen Auftritt vorzubereiten.

Der Sonntag, 18. Juni, stehe im Zeichen der Familie, erklärte Gerards. Beginnen wird er mit einem ökumenischen Gottesdienst. „Der Nachmittag soll den Familien gehören“, so Gerards. „Daran können sich auch Schulen beteiligen, die in der nächsten Woche angeschrieben werden. Der Veranstaltungskalender fließt und wird beinahe täglich verändert. Alles klappt nur mit großzügiger Unterstützung.“

Doch diesmal sei es nicht die Stadt selbst gewesen die vor allem bei den bekannten Großsponsoren Kreissparkasse Heinsberg und Volksbank Heinsberg angeklopft habe. Die Geistlichkeit sei diesmal in die Rolle geschlüpft. „Und nach allem, was ich so gehört habe, hat der Bittgang gefruchtet“, scherzte Gerards. „Es war für uns eine einfache Entscheidung für eine Veranstaltung, die in die Zeit passt“, bestätigte denn auch der Chef der Kreissparkasse, Thomas Pennartz.

„Hier wird ein guter Impuls gesetzt.“ Da konnte sein Vorstandskollege von der Volksbank, Dirk Cormann, nur zustimmen: „Hier ist gemeinsam etwas Kraftvolles entstanden, das wir auch kraftvoll unterstützen.“

Luther habe nie wirklich eine Trennung von Protestanten und Katholiken gewollt, erläuterte Pfarrer Sebastian Walde. In Heinsberg werde genau dieser Gedanke praktiziert. „Man soll sich nicht als Anhängsel einer Institution verstehen, sondern als freier Mensch mit einem Gewissen.“

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