Johanniter-Kindergarten: Betreuung trotz Trägerwechsel gesichert

Von: Helmut Wichlatz
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Was geschieht mit dem Kindergarten am Karolingerring in Erkelenz? Der 1996 errichtete Holzbau (links) muss für rund 250.000 Euro saniert werden. Die Johanniter haben die Trägerschaft gekündigt, Eltern sind deshalb besorgt. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz. Die Kindertagesstätte der Johanniter-Unfall-Hilfe „Oestricher Kamp“ am Karolingerring sorgt derzeit für Diskussionen. Vor allem bei den Eltern der rund 100 Kinder, die dort betreut werden, sorgte die Mitteilung, dass die Johanniter aus wirtschaftlichen Gründen von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht zur Beendigung der Trägerschaft zum 31. Juli 2016 Gebrauch machen, für Aufregung.

Es geht um die Sanierung des Holztraktes der Tagesstätte. Diese würde rund 250.000 Euro kosten, so die Elternratsvorsitzende Kathy Butwillis. Und diese Summe sind die Johanniter nicht bereit zu zahlen, zumal sie diese mit der Betreuungsdienstleistung vor Ort auch nicht erwirtschaften könnten.

Zwar nahm die Stadt Erkelenz im Mai umgehend Gespräche mit dem Verband auf, doch seitdem ist noch nichts zu vermelden, wie der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen auf Nachfrage erklärt. Er betont aber, dass die Betreuung der Kinder und der Erhalt des Kita-Standortes auch im kommenden Jahr gesichert sein würden. „Die Kita wird dort benötigt, also wird es sie auch weiter geben“, erklärt er. Trotzdem werde man die Johanniter nicht aus der Verantwortung entlassen.

Gotzen verweist auf den Erbbaurechtsvertrag, der auch für die Johanniter eine Verpflichtung darstelle. Im Jugendpflegeplan der Stadt ist die Kita mit ihren zwei U3- und einer U2-Gruppe fest verankert. Das Gebäude wurde 1996 auf einem städtischen Grundstück errichtet. Die nun beanstandeten baulichen Mängel seien auch eine Frage der Architektenhaftung, betont Gotzen.

Die Eltern sehen trotz der Zusage, dass die Kita erhalten bleibe, ihre Interessen in Gefahr. Man habe sich schließlich bewusst für die Johanniter entschieden, da ihr pädagogisches Konzept überzeugt habe, betont Butwillis im Namen der Elternschaft.

Konzept kommt gut an

Die Kita arbeite „freizügig“ und enge die Kinder in ihrer Entwicklung nicht ein. So sind die Kinder in der Lage, auch in anderen Gruppen als der eigenen an den jeweiligen Angeboten teilzunehmen. Diese Art der Betreuung würden die Eltern gerne erhalten wissen. „Wir wollen die Beteiligten zum Umdenken anregen“, erklärt Butwillis im Gespräch mit unserer Zeitung. „Man kann das Thema nicht nur über das Geld definieren.“

Dass das Konzept bei Eltern ankomme, sei auch an den langen Wartelisten zu sehen. „Die Johanniter geben die Trägerschaft ja nicht aus freien Stücken auf“, betont Elternratsmitglied Anke Backhaus und verweist auf eine entsprechende Stellungnahme von Beate Wunsch, die bei den Johannitern in Aachen unter anderem auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Auch sie habe sich für die Betreuung ihrer Tochter bewusst für die Johanniter entschieden, sagt Backhaus. Das pä-dagogische Konzept und die Flexibilität der Mitarbeiter hätten sie überzeugt. Diese Werte sehen die Eltern nun im Falle eines Trägerwechsels in Gefahr. „Das Konzept der Johanniter sollte für die Kindergartenlandschaft in Erkelenz auf jeden Fall erhalten bleiben“, sind sich Backhaus und Butwillis mit den anderen Eltern einig. „Es soll auch den Generationen nach unseren Kindern zur Verfügung stehen.“

Marius Mainzer, Regionalvorstand der Johanniter in Aachen, sagt, dass es derzeit noch keine Ergebnisse bei den Gesprächen mit der Stadt gebe. Die Sorge der Eltern könne er nachvollziehen, betont er. „Das Profil der Johanniter wird geschätzt.“ Bei einer Übernahme durch einen anderen Träger bleibe indes nicht nur der Standort erhalten. Auch die Mitarbeiterinnen vor Ort würden in diesem Falle an den neuen Träger übergeleitet und blieben den Eltern und ihren Kindern so erhalten.

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