Erkelenz - Jörg Böckem: Dramatische Szenen einer Drogenkarriere

Jörg Böckem: Dramatische Szenen einer Drogenkarriere

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Lesung vor Neuntklässlern am Cusanus: Jörg Böckem. Foto: hewi

Erkelenz. Der Hamburger Journalist und Buchautor Jörg Böckem kam nach vielen Jahren zurück an die Stätte seiner Jugend. Im Forum las er auf Einladung des Fördervereins des Cusanus-Gymnasiums vor Neuntklässlern aus seinem autobiografischen Buch „Lass mich die Nacht überstehen“.

Darin beschreibt der aus Gerderath stammende Autor, wie er in Erkelenz die ersten Kontakte mit Drogen hatte und was die für ihn bedeutet haben. 1985 machte er am Cusanus sein Abitur. Die mündliche Prüfung, die er verpasste, weil er in Untersuchungshaft saß, holte er nach und bestand sie mit einer eins. Einfühlsam beschrieb er die Faszination, die von der Droge ausgeht, und den Spaß, den er anfangs damit hatte.

Doch aus Spaß wurde schnell ernst. Sein Trip endete in einer Heroinsucht, die ihn beinahe sein Leben gekostet hätte. Nach einer ersten Entziehungskur fand er seinen Traumjob und eine Ausbildungsstelle beim Spiegel in Hamburg. Nun sollte man eigentlich glauben, dass jemand mit so viel Glück die Finger von den Drogen lässt. Und sicher hätte er das auch getan, aber die Sucht war stärker – und so landete er wieder an der Nadel.

In ausgewählten Passagen seines Buches sprang er zwischen den Erzählebenen hin und her. Die Schüler erlebten seinen ersten Druck am 18. Geburtstag ebenso wie seine Festnahme in Amsterdam und eine dramatische Szene in Hamburg Jahre später, die ihm endgültig die Augen öffnete. Zu dieser Zeit gingen täglich rund 300 Euro für Drogen drauf.

Er musste oft stundenlang nach einer Vene suchen, die noch nicht zu kaputt war, um für den dringend benötigten Schuss herzuhalten.

Rund 200 Schüler aus sieben neunten Klassen waren gekommen, um Böckem zu hören. Die Lesung ist Teil der schulischen Drogenprophylaxe, mit der im achten Schuljahr begonnen worden war. In einigen Unterrichtseinheiten klärte die Drogenprophylaxe-Lehrerin Gülsen Koch die Schüler auf und sensibilisierte sie für die Gefahren, die vom Drogenkonsum ausgehen können.

Böckem selbst war froh, dass er nun am Cusanus lesen durfte. Denn in den vergangenen Jahren war er immer wieder in Schulen zu Gast und hatte so gut wie alle weiterführenden Schulen in der Umgebung besucht. Nur das Cusanus blieb ihm immer verwehrt, bis Schulleiterin Rita Hündgen den Bann brach und Böckem für eine Lesung einlud. Von den Gefahren der Drogen könne kaum jemand so eindringlich berichten wie Böckem, hatte sie zur Begrüßung der Schüler im Forum gesagt.

Nach der Lesung stand der Autor den Schülern noch Rede und Antwort.

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