Heinsberg - Jobcenter: Neubau ist im September reif für den Einzug

Jobcenter: Neubau ist im September reif für den Einzug

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
7082720.jpg
Hier, im neuen Gebäude an der Schafhausener Straße 50, wird das Jobcenter für den Kreis Heinsberg künftig seinen Sitz haben. Foto: Anna Petra Thomas
7082717.jpg
Unterm Richtkranz für das neue Gebäude, in das bald das Jobcenter einziehen wird: Josef Ravnak, Helmut Nobis und Rainer Florack (von links). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Bis jetzt war es immer trocken!“, begrüßte Polier Thomas Schieren die ersten Gäste auf der Baustelle der Flora 50 KG, die sich über den aufgeweichten Boden und um große Regenwasser-Pfützen herum den Weg in den bereits weit fortgeschrittenen Rohbau bahnten.

Hier hatten die beiden Gesellschafter des Unternehmens, Rainer Florack und Josef Ravnak, zum Richtfest für das neue Gebäude eingeladen, in das am 1. September das Jobcenter als Mieter einziehen wird. Angesichts der bereits eingebauten Fenster und des schon vorhandenen Innenputzes hätte Florack seinen Satz von der ersten kleinen Feier auf der Bodenplatte des neuen Bauwerks vor genau vier Monaten einfach gleich wiederholen können. „Dafür waren wir zu flott!“, hatte er seinerzeit mit Blick auf die bereits fertige Bodenplatte zum Verzicht auf den offiziellen Spatenstich erklärt. „Eigentlich sind wir schon zu spät für das Richtfest!“, schmunzelte er jetzt in die Runde.

Alles, was man sich beim ersten Termin gewünscht habe, sei bisher gelungen. Es habe keinen Unfall gegeben. Und eine ganz tolle Mannschaft seines Bruders Ludwig von der Florack Bauunternehmung sei mit den Arbeiten der geplanten Bauzeit ganze sechs Monate voraus, so dass das Jobcenter sogar einen Monat früher als geplant einziehen könnte.

Sicherlich hat auch die milde Witterung zu dem guten Baufortschritt beigetragen. Doch auf Nachfrage am Rande der Feier verriet Reiner Florack, dass man bei diesem Projekt erstmals durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting neu gewonnenes Know-how zur Optimierung von Abläufen und damit Bauzeiten angewandt habe. So sei das Team beim Rohbau nicht traditionell etagenweise vorgegangen, sondern habe eine Etage jeweils zur Hälfte fertiggestellt und dann erst mit der Hälfte nebenan begonnen.

Früher habe es immer Wartezeiten gegeben, bevor die Schalung der für eine ganze Etage gegossenen Betondecke entfernt werden konnte. Diese würde durch die neu getakteten Abläufe entfallen. Mit einem kleineren Team ließe sich der Baufortschritt sogar beschleunigen, freut sich Florack. Positive Effekte sind verringerte Lohnkosten, geringere Finanzierungskosten aufgrund der verkürzten Bauzeit, und, „wenn es klappt, einen Monat früher erste Mieteinnahmen.“

Beim Innenausbau könnte jetzt noch weiter Zeit gespart werden, weil anders als früher die Trennwände zwischen den einzelnen Büros erst ganz zum Schluss eingebaut werden. „Die Arbeiter sind in der Baustelle flexibler, wenn sie sich nicht immer von einem Raum in den anderen bewegen müssen“, so Florack.

Lobende Worte für den schnellen Baufortschritt fand auch Josef Ravnak als zweiter Gesellschafter von Flora 50. „Es ist doch lobenswert, wie schnell dieses Gebäude gewachsen ist“, freute er sich. Auf der Baustelle gehe es täglich geradezu olympisch zu, erklärte Helmut Nobis, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Heinsberg, bevor er zusammen mit den Gesellschaftern von Flora 50 den Polier um den Richtspruch bat. Diesen sprach dann sein Vertreter, Meister Simon Geiser. „Der größte Stolz für Stadt und Land, ist allerorts das Arbeitsamt. Denn Wirtschaft hat sich nur entwickelt, weil Arbeitskräfte man vermittelt“, reimte er. „Ein Jobcenter, beton‘ ich‘s richtig, ist für die Kreisstadt äußerst wichtig. Und an der Größe seht Ihr‘s schon: Hier legt man Wert auf Dimension!“

Insgesamt wird das neue Gebäude an der Schafhausener Straße 50 auf fünf Etagen eine Nutzfläche von über 2800 Quadratmetern haben und rund 75 Jobcenter-Mitarbeitern einen neuen Arbeitsplatz bieten – und das für eine Mietdauer von zunächst 15 Jahren. Die Wärmeversorgung erfolgt über ein mit Biogas aus der Anlage in Schafhausen betriebenes Blockheizkraftwerk. Vor dem Gebäude werden für Mitarbeiter und Besucher mehr als 100 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Und an die langfristige Nutzung des Gebäudes haben die Bauherren auch schon gedacht. Sollte es vom Jobcenter nach Ablauf der Mietdauer nur noch teilweise oder gar nicht mehr genutzt werden, kann es in insgesamt zehn unabhängigen Teilflächen genutzt werden. Jede Teilfläche verfügt über eigene Installationen für Heizung, Strom, Wasser und Informationstechnologie sowie für die Zugangskontrolle.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert