Heinsberg - Jimmy Hartwig spielt mit Flüchtlingen nicht nur Fußball

Jimmy Hartwig spielt mit Flüchtlingen nicht nur Fußball

Von: anna
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Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig kommt nach Heinsberg. Foto. Ergin Varel

Heinsberg. Der Kosovo, Kamerun und Frankreich, USA, Brasilien und die Türkei: Das sind die kulturellen Wurzeln der sechs Botschafter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wenn es um das Thema Integration geht. Einer von ihnen ist Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig, Sohn eines afroamerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter.

Er kommt am kommenden Donnerstag, 4. Dezember, nach Heinsberg, um mit hier lebenden Flüchtlingskindern Fußball zu spielen – doch nicht nur das.

Schon am Mittag wird Hartwig in Heinsberg eintreffen, sich dann mit Flüchtlingsfamilien treffen. Um 15.15 Uhr beginnt das etwa einstündige Training mit den Kindern, bei gutem Wetter im Heinsberger Seestadion oder, sollte es regnen, in der Turnhalle an der Westpromenade. „Zuschauer sind natürlich gerne gesehen“, sagt Wolfgang Paulus, Integrationsbeauftragter der Stadt Heinsberg, der das Treffen organisiert hat. „Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren, die Jimmy Hartwig live erleben wollen, können natürlich auch gerne ihre Fußballschuhe mit ins Seestadion bringen, oder, wenn es regnet, ihre Sportschuhe für die Halle.“

Bereits seit 2011 engagiert sich Hartwig im Verein „Show Racism the Red Card – Deutschland“. Er nahm an der Kampagne „Unsere Elf gegen Rassismus“ teil und unterstützt den DFB seit Mai 2013 als Integrationsbotschafter. „Integration heißt für mich, dass ich mich anpasse an die Gesellschaft, in der ich groß geworden bin“, schreibt er auf seiner eigenen Internetseite zum Thema. „Seit ein paar Jahren häufen sich bei mir die Anfragen. Große Firmen rufen mich an, damit ich vor den Belegschaften über Integration, Chancen und Teilhabe spreche. Auch etliche Schulklassen“, schreibt er auf der Internetseite des DFB über seine Arbeit als Integrationsbeauftragter. „Ich komme ran an die Kids und kann wirklich etwas bewegen“, erklärt er.

„Wenn ich mit Talenten spreche, sage ich ihnen: In fünf Minuten kann der Fußball erledigt sein. Schule ist wichtig. Was in deinem Kopf ist, kann dir keiner wegnehmen. Schon in den Schulen bilden sich die Cliquen. Das ist mir viel zu viel Abschottung und Abgrenzung. Wir müssen neugieriger aufeinander sein.“

Hartwigs sportliche Karriere begann im Jahr 1972 auf dem Bieberer Berg bei Kickers Offenbach. 1973 wurde er an den VFL Osnabrück ausgeliehen. 1974 wechselte er zum TSV 1860 München, mit dem er 1977 in die Bundesliga aufstieg. Von 1978 bis 1984 spielte er beim Hamburger SV, mit dem er drei Mal Deutscher Meister wurde sowie den Europapokal der Landesmeister gewann. 1984 wechselte er zum 1. FC Köln und kam schließlich 1987 über Austria Salzburg zum FC Homburg, wo er 1988 seine Karriere aufgrund einer Knieverletzung beenden musste.

Zwei Mal spielte Jimmy Hartwig für das Team der deutschen Nationalmannschaft. Nach seiner aktiven Laufbahn war er später für verschiedene Vereine als Trainer tätig. Er arbeitete zudem für das Fernsehen und ist als Theaterschauspieler aktiv. In diesem Jahr spielt er zum Beispiel die Hauptrolle im Stück „Spiel ohne Ball“ von Albert Obermaier.

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