Jetzt wird es ernst: Pläne gehen ins Detail

Von: Helmut Wichlatz
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Bagger in Sichtweite: Die Bürger von Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich müssen sich für die Umsiedlung wappnen. Foto: Stefan Klassen
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Wie die Häuser aus einem Monopoly-Spiel sehen die Modelle auf dem Entwurf der Stadtplaner für die Umsiedlungsorte aus. Foto: hewi

Erkelenz-Keyenberg. Das Modell auf der Holzplatte sieht aus, als hätte jemand einige Monopoly-Spiele geplündert, um an die kleinen Häuschen zu kommen. Die zukünftigen Umsiedler stehen davor und manchen beschleicht die Gewissheit, dass es jetzt ernst wird.

In vier Dorfkonferenzen und mit individuellen Fragebögen hatten die Umsiedler ihre Vorstellungen konkretisiert, die in den überarbeiteten Entwurf eingeflossen sind. Professor Rolf Westerheide bezeichnete das Modell als „Gemeinschaftswerk“ und verwies auf die Wünsche der Umsiedler, die er mit den Worten „die Dörfer sollen ablesbar sein“ zusammenfasste.

Einfamilienhäuser dominieren

An der Befragung, die im November startete, nahmen 302 der 775 „Umsiedlerhaushalte“ teil (39 Prozent). Von den 494 Haushalten mit „klarer Zusage zur Umsiedlung“ sind das rund 61 Prozent. Knapp ein Viertel der Befragten interessiert sich nach der Auswertung für altersgerechte Wohnformen.

Freistehende Einfamilienhäuser dominieren mit rund 80 Prozent die bevorzugte Wohnform im Umsiedlungsort. Doppelhaushälften liegen bei fünf und Mehrfamilienhäuser bei acht Prozent der Wohnformen. Bei gemeinsamen Wohnformen geht das Interesse auseinander: von drei Prozent in Keyenberg bis 12 Prozent in Berverath.

Wettrennen noch nicht nötig

Offene Fragen gibt es noch genug, daher sei noch kein „Wettrennen um die Parzellen“ nötig, wie Westerheide betonte. So müsse die Gestaltung und Platzierung des kirchlichen Bereiches ebenso festgelegt werden wie die Gestaltung, Anlage und Pflege der Grünanlagen, die Größe der zu pflanzenden Bäume und die Frage nach Großtierhaltung in landwirtschaftlichen Betrieben.

Auch beim Thema der altersgerechten Bungalows müsse nachgeplant werden, da eher breite als tiefe Grundstücke benötigt werden, betonte Stadtplaner Uli Wildschütz, der gemeinsam mit Westerheide den neuen Standort plant. Wie gebaut werde, müsse durch einen Bebauungsplan geregelt werden. 420 Grundstücke weist der Plan auf, denn auch die derzeit noch Unentschlossenen, sollen Platz haben im neuen Ort, wenn sie sich zur Umsiedlung entschließen, betonte Wildschütz.

Der Vorsitzende des Bürgerbeirates, Hans-Willi Peters, regte an, die Ergebnisse des Forums erneut in den Dorfkonferenzen vorzustellen, da so Detailfragen besser diskutiert werden könnten. Dem schloss sich auch der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg an. Ein Terminplan werde aufgestellt, um den „Gerippeplan“ vor Ort vorzustellen.

Das Modell des zukünftigen Dorfes wird im Beratungsbüro in Keyenberg bleiben, das RWE Anfang Februar dort einrichtet. In der Keyenberger Mehrzweckhalle ging es auch um die Bebaubarkeit des „Kuckumer Lochs“, das Gabi Clever ausgemacht hatte. Die Kuckumer Parzellen befinden sich gegenüber den anderen in einer Senke, weshalb die Kuckumer Umsiedler befürchten, dass ihre Baugrundstücke bei Starkregen unter Wasser stehen würden. Wildschütz versprach, dass die Senke aufgefüllt werde und betonte, dass aufgefüllter Boden durchaus tragfähig und bebaubar sei.

Umsiedlung Anfang 2017

Die Umsiedlung soll schon Anfang 2017 beginnen. Je näher der Termin rückt, umso detaillierter werden Kritikpunkte. So kam die Frage nach dem Standort der Mehrzweckhalle und der zu erwartenden Lärmbelästigung ebenso auf, wie die Frage nach Wirtschaftswegen für die Landwirtschaft, die bewusst am Rand des Ortes angesiedelt werden soll.

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