Heinsberg - Jetzt sollen Eltern doch befragt werden

Jetzt sollen Eltern doch befragt werden

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg. Jetzt also doch: In absehbarer Zeit dürfte es eine Elternbefragung zu den gewünschten weiterführenden Schulformen in Heinsberg geben. Nachdem dieser Vorstoß der Oppositionsfraktionen im Rat der Stadt in der Vergangenheit bei CDU und Verwaltung auf wenig Gegenliebe gestoßen war, soll die Idee nun in modifizierter Form aufgegriffen werden. Darauf einigten sich Rat und Verwaltung gemeinschaftlich.

Die SPD hatte hierzu erneut den Stein ins Rollen gebracht. Nicht ohne noch einmal deutlich zu machen, dass die CDU-Fraktion mit dem „Alleinbeschluss zur Sekundarschule kläglich gescheitert“ sei. Am Ende der Anmeldefrist Anfang März lagen nur 43 der 75 benötigten Anmeldungen für die neue Schulform in der Kreisstadt auf dem Tisch, was für die Sekundarschule den Todesstoß bedeutete.

In dem Vorschlag der Sozialdemokraten hieß es jetzt: „Die SPD-Fraktion erinnert deshalb an den gemeinsamen Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, der FDP- und SPD-Fraktion aus dem Jahr 2011 unter der Überschrift ,Wir nehmen den Elternwillen ernst!‘ und schlägt vor, dass durch eine komplett externe Elternbefragung unter Beteiligung der Verwaltung ergebnisoffen ermittelt wird, welche zukünftigen Schulformen im Stadtgebiet Heinsberg von den Eltern der aktuell ersten bis dritten Grundschulklassen gewünscht werden.“ Denjenigen, der diese Befragung durchführen solle, lieferten die Sozialdemokraten gleich mit. Gedacht war an die Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn. Bis zu den Sommerferien könnte alles über die Bühne sein, meinte die SPD.

Ganz so einfach sah es Bürgermeister Wolfgang Dieder denn doch nicht. „Ich habe nichts gegen eine Elternbefragung“, erklärte er, „aber eine solche Befragung kann eine Vielzahl von Vorschlägen ergeben ohne ein sinnvolles Ergebnis.“ Man müsse konkrete Fragen stellen, die aber nicht ungeprüft einer Projektgruppe überlassen werden könnten, reklamierte er. „Es sollen entwickelte Fragen beschlossen werden. Dazu liegt mir das Angebot der Leiter der weiterführenden Schulen der Stadt vor, bei der Weiterentwicklung des Schulsystems mitzuwirken.“ Rat und Verwaltung könnten hier nicht einfach die Verantwortung aus der Hand geben, meinte Dieder.

Das, so konterte SPD-Fraktionschef Ralf Herberg, sei auch gar nicht beabsichtigt. „Die SPD will sich nicht aus der politischen Verantwortung stehlen, sondern eine Anregung geben“, weil von den Sozialdemokraten im Hinblick auf die Frage, wie es denn nun weitergehen soll, ein Stillstand befürchtet worden sei. Kurzfristig, so erklärte Dieder, wolle er nun die Fraktionsvorsitzenden einladen, um mit ihnen die Gründung eines Arbeitskreises zu beschließen. Neben den vier weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft, der Verwaltung und der Bonner Projektgruppe sollen auch die Grundschulen durch einen Vertreter darin repräsentiert sein.

Die Grundschulen, so sagte Dieder, regten übrigens die Wiedereinführung von Schulbezirken an, um eine ausgewogenere Beschulung zu gewährleisten. Offiziell sei zudem mittlerweile auch, dass es in der Hauptschule in Heinsberg bei nur sieben Anmeldungen keine neue Eingangsklasse geben werde. Dennoch übte sich der Bürgermeister in Gelassenheit: „Die Hauptschule ist noch nicht in Gefahr, weil mal eine Klasse fehlt.“

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