Jetzt kommen auch 150 Flüchtlinge nach Erkelenz

Von: hewi
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Janka Scheffner vom Duisburger Verein ZOF (Zukunftsorientierte Förderung), der die Betreuung der 150 Flüchtlinge leistet, im Gespräch mit dem Team um Bürgermeister Peter Jansen. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Gerade erst war in der Verwaltung der Krisenstab wegen des Klimacamps in Lützerath aufgelöst, da wurde schon der nächste gebildet. Diesmal geht es darum, kurzfristig menschenwürdige Unterkünfte für 150 Flüchtlinge zu schaffen, die am nächsten Montag in Erkelenz ankommen werden.

Rund eine Woche hatte die Verwaltung Zeit, um geeignete Unterkünfte und eine entsprechende Versorgungsstruktur zu schaffen, nachdem die Bezirksregierung ein entsprechendes Amtshilfeersuchen gestellt hatte. Aufgabe der Stadt war, kurzfristig eine Struktur zu schaffen, um die Menschen für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten versorgen zu können.

Eine Aufgabe, die so kurzfristig kaum zu bewerkstelligen sei, wie der erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen betonte. „Es ist nahezu unmöglich, eine funktionierende Struktur neu aufzubauen“, erklärte er. Betten seien derzeit in großer Stückzahl nicht zu bekommen. Darüber hinaus wolle man nicht in Zeltstädte oder Turnhallen ausweichen.

Eine Lösung war aber schnell gefunden: Zwei landwirtschaftliche Betriebe in Lövenich stellen ihre Unterkünfte für Saisonarbeiter zur Verfügung. Dort, so erklärte Gotzen, seien gut funktionierende Strukturen vorhanden. „Eine Woche früher hätte das nicht geklappt, weil noch Erntehelfer in den Containern wohnten“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen.

Für die Betreuung, Sicherheit und Versorgung konnte der aus Duisburg stammende Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ (ZOF) gewonnen werden, der auch andere Landeseinrichtungen betreut. Janka Scheffner von ZOF zeigte sich positiv überrascht, wie pragmatisch und zielorientiert in Erkelenz an diese Aufgabe herangegangen wird. „Wir gewährleisten eine sozialpädagogische Betreuung ebenso sicher wie die Sicherheit der Bewohner“, erklärte sie. Viele Fragen könnten erst geklärt werden, wenn die Flüchtlinge eingetroffen sind. Nicht einmal die Kostenseite sei geklärt. Die Stadt geht in Vorleistung und hofft, die Kosten erstattet zu bekommen.

Derzeit hat die Stadt 302 Flüchtlinge, von denen 80 in privaten Wohnungen untergebracht sind. Die 150 Bewohner der Einrichtungen in Lövenich werden dort so lange bleiben, bis sie anderen Kommunen zugewiesen werden können. „Ich gehe davon aus, dass sie nur kurz bleiben“, betonte Jansen. Zu Diskussionen vor Ort wolle man es nicht kommen lassen. Vielmehr setze man auf Verständnis und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. „Doch die Belastungsgrenze vor Ort ist längst überschritten“, betonte er. Land und Bund seien nicht nur finanziell in der Bringschuld.

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