Kreis Heinsberg - Jeder Zehnte fährt mit ERK oder GK herum

Jeder Zehnte fährt mit ERK oder GK herum

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
Kennzeichen
Autofahrer zeigen mit den Nummernschildern ihre Heimatverbundenheit. Viele Fahrer halten aber dem HS-Kennzeichen die Treue. Foto: A. P. Thomas

Kreis Heinsberg. Vielfalt: Wenn es um Kennzeichen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens geht, ist dies das richtige Stichwort. 22 einst ausrangierte Buchstabenkombinationen sind seit November 2012 wieder eingeführt worden. So auch im Kreis Heinsberg. HS muss seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr zwingend auf den Autokennzeichen stehen.

Vielmehr können die Fahrzeughalter ihre Heimatverbundenheit öffentlich zur Schau stellen und ein Kennzeichen mit den Buchstaben ERK (Erkelenz) und GK (Geilenkirchen) an ihren Autos anbringen.

Das besagt zumindest die Theorie? Und wie sieht es in der Praxis aus? Die aktuellen Zahlen des Kreises Heinsberg zeigen: Derzeit haben knapp zehn Prozent aller Autobesitzer ein Kennzeichen mit den Buchstaben ERK und GK an ihren Fahrzeugen. Doch fangen wir von vorne an.

Bereits bevor der Kreisausschuss im Juli 2013 die Weichen für die neuen Kennzeichen stellte, erhitzte die Debatte das Gemüt so manchen Autofahrers. „Ich wäre dafür, wenn es das Kennzeichen GK wieder geben würde. Es ist das Spiegelbild meiner Stadt. Ich kann mir vorstellen, dass es den Herren in Heinsberg nicht recht ist, denn sie versuchen ja sowieso alles nach Heinsberg zu ziehen“, sagte damals ein Leser.

Ein anderer Leser meinte: „Ich weiß nicht, was das alles soll. Seit 1972 gibt es den Kreis Heinsberg, und sicherlich gibt es andere Probleme zu bewältigen, als die Streitfrage über die Wiedereinführung der alten Kennzeichen GK und ERK. Ich hoffe, dass die Mehrzahl der Bevölkerung bei der geplanten Bürgerbefragung sich dieser Tatsache bewusst ist.“

Auch die Fraktionen im Kreistag wurden durch das Votum damals gespalten. 33 Ja-Stimmen standen zehn Nein-Stimmen und neun Stimmenthaltungen gegenüber. Den Antrag auf die Wiedereinführung hatte damals die FDP-Fraktion gestellt. Einige Kreisausschussmitglieder bemängelten aber, dass mit der Wiedereinführung der alten Kennzeichen die Identifikation mit dem Kreis Heinsberg verloren gehen könnte. Auch Landrat Stephan Pusch, der auf hohe Kosten und Hürden verwies, war zunächst gegen die Wiedereinführung.

Die emotionale Diskussion von damals gehört heute allerdings der Vergangenheit an. Und der große Ansturm auf die neuen Kennzeichen blieb aus. Zwei Monate nach der Wiedereinführung wählten 6045 Fahrzeugbesitzer bei der Neuanmeldung das Kennzeichen HS, 831 das Kennzeichen ERK und 564 das Kennzeichen GK. Ummeldungen konnte der Kreis damals 1112 verbuchen. So sattelten 783 Fahrzeugbesitzer von HS auf ERK um und 329 wechselten von HS zu GK.

In der Kasse des Kreises entstand dennoch ein spürbarer Effekt. Knapp 45 000 Euro kamen durch die Ummeldegebühr, die 40 Euro beträgt, zusammen.

Addierte man Neuanmeldungen, Ummeldungen und Altbestände, dominierte das HS-Kennzeichen weiterhin die Straßen. Den insgesamt 194 369 HS-Fahrzeugen standen 1761 ERK- und 1107 GK-Zulassungen gegenüber.

Rund ein Jahr nach der Wiedereinführung sah die Tendenz etwas anders aus. Damals trugen 185 743 Fahrzeuge ein HS-Kennzeichen, 4846 das GK- und 6968 das ERK-Kennzeichen.

Und heute? Auch rund zweieinhalb Jahre nach der Wiedereinführung dominiert das Kennzeichen HS auf den Straßen im Kreis. „Die Alt-Kennzeichen gehören eher noch zu der Ausnahme. HS ist weiterhin das Regelkennzeichen“, bestätigt auch Ulrich Hollwitz, Sprecher des Kreises Heinsberg.

Und wie sieht dies in Zahlen aus? Gerade einmal knapp zehn Prozent der zugelassenen Fahrzeuge tragen die Kennzeichen ERK und GK. Derzeit sind im Kreis Heinsberg 198 845 Fahrzeuge zugelassen. 180 284 Fahrzeuge besitzen das Kennzeichen HS. Mit ERK fahren 10 599 Autofahrer herum (rund sechs Prozent), das Kennzeichen GK haben gerade einmal 7942 Halter (rund vier Prozent) beantragt.

Hollwitz nennt zwei Gründe, warum viele Autofahrer die „neuen“ Nummernschilder beantragen. „Der erste Grund ist die Heimatverbundenheit. Wer in Erkelenz wohnt, kann das auch mit seinem Nummernschild zeigen.“ Der zweite Grund ist eher ein nützlicher. „So hat man auch die Möglichkeit an Kombinationen zu gelangen, die beim HS-Kennzeichen bereits vergeben sind“, sagt Hollwitz.

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