Heinsberg - Jakob Gerards: Ein „anerkannter Fachmann über die Grenzen der Stadt hinaus“

Jakob Gerards: Ein „anerkannter Fachmann über die Grenzen der Stadt hinaus“

Von: Rainer Herwartz
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Mit einem Blumenstraß gratulierte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder (links) dem Ersten Beigeordneten der Stadt zu seiner Wiederwahl. Foto: anna

Heinsberg. Egal ob CDU, SPD, Grüne oder FDP – in einem Punkt waren sich die meisten Fraktionen im Heinsberger Rat einig. Mit dem Ersten Beigeordneten und Kämmerer Jakob Gerards haben sie einen Mann in der Spitze der Verwaltung, der auf seinem Gebiet ein „anerkannter Fachmann über die Grenzen der Stadt hinaus ist“, wie es CDU-Fraktionschef Norbert Krichel formulierte.

Seine achtjährige Amtszeit endet offiziell zum 31. Januar 2018. Seine Wiederwahl war für die absolute Ratsmehrheit letztlich aber nur eine Formsache. Nicht jedoch für Sascha Mattern von den Freien Wählern. Dass er und Gerards in dessen Amtszeit noch einmal beste Freunde werden, ist eher unwahrscheinlich. „Ich bin dagegen“, ließ Mattern wissen, als es um die Wahl ging. „Er kommt seinen Aufgaben nicht nach und nimmt Kritik immer persönlich.“ Eine Sicht, der sich niemand der übrigen Ratsvertreter anschließen wollte.

Bürgermeister Wolfgang Dieder hatte gleich zu Beginn der Ratssitzung erklärt: „Ich schlage Ihnen die Wiederwahl von Jakob Gerards vor.“ Norbert Krichel freute sich darüber, dass der Vorschlag gemacht worden sei, sein Pendant von der SPD, Ralf Herberg, betonte, dass es in diesem Fall der SPD einmal leicht falle, der CDU nicht zu widersprechen, und Willi Mispelbaum von den Grünen stieß ins selbe Horn. Das eindrucksvolle Wahlergebnis wertete der Bürgermeister schließlich als großen Vertrauensbeweis. „Ich freue mich, dass wir zusammen weiterarbeiten können.“

Jakob Gerards erfüllte das Wahlergebnis nach eigenem Bekunden mit großem Stolz. „Als mich der Rat der Stadt Heinsberg vor etwas mehr als sieben Jahren zum ersten Mal in dieses Amt berief, war es mein Anspruch, das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Ich wusste sehr wohl, welche große Verantwortung auf meinen Schultern lasten würde“, sagte Gerards. „Das heutige Wahlergebnis spricht dafür, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen ganz offensichtlich nicht missbraucht habe.

Insofern darf ich für mich resümieren, dass der Weg, den ich damals eingeschlagen habe und konsequent gegangen bin, der richtige war. Mein Augenmerk lag bei allen Entscheidungen, die ich zu treffen hatte oder an denen ich beteiligt war, immer auf dem, was für Heinsberg gut ist.“

Personal die wichtigste Ressource

Auch seine Mitstreiter vergaß Gerards nicht. „Ich bin diesen Weg nicht alleine gegangen. Ich hatte und habe das große Glück, dass mich auf diesem Weg hochmotivierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen aus dem Haus begleitet haben. Für mich ist und bleibt unser Personal die wichtigste Ressource. Ohne unsere Mitarbeiter würde ich nicht da stehen, wo ich heute stehe. Insofern gilt der Belegschaft an dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank.“

Und dann wurde es beinahe ein wenig philosophisch: „Jeder Weg führt zu einem Ziel“, glaubt Gerards. „Das Ziel, das mir persönlich immer am Herzen gelegen hat und liegt, ist, dass Heinsberg als Ganzes, als eine Einheit, gesehen wird. Und insofern wiederhole ich gerne meinen Appell von vor sieben Jahren, der für mich heute noch so aktuell ist wie damals: Es muss uns gelingen, Kirchturmdenken und parteipolitisches Gerangel hinten anzustellen und gemeinsam das Ziel Heinsberg zu verfolgen. Wir müssen lernen, auf Standards zu verzichten und überzogenes Anspruchsdenken über Bord zu werfen, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, einander zu akzeptieren und die nachfolgenden Generationen im Fokus zu haben. Wenn uns das gelingt, werden wir jedes Problem bewältigen.“

Man müsse in dem Zusammenhang wissen, dass mitunter auch Entscheidungen notwendig seien, die den eigenen Wählern nicht gefielen. „Und dennoch muss man der Notwendigkeit gehorchen, auch wenn Wähler darauf reagieren. Dieses Risiko muss man tragen, wenn man demokratiefähig sein will.“ Die ihm in seinem Amt verbleibende Zeit bis zum Ruhestand möchte er diesem Ziel auch weiterhin widmen. „Ich möchte gemeinsam mit Ihnen gerne am Projekt Heinsberg arbeiten. Dazu reiche ich dem Bürgermeister und Ihnen, meine Damen und Herren des Rates, allen ohne Vorbehalte weiterhin die Hand.“

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