Jahresrückblick: Flaute im Winter, Drama im Sommer

Von: mib
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Gerettet: Im März ist es amtlich. Garzweiler II wird nicht so groß wie geplant. Holzweiler bleibt von der Baggern verschont. Fotos (2): Stefan Klassen Foto: Stefan Klassen
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„Kunst und Kulinarisches“ lockte im Juni viele in die Oberstadt nach Heinsberg. Foto: Dettmar Fischer
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Maria mit Kind wurde aus der Venrather Kirche gestohlen. Zum Glück taucht sie wieder auf Foto: Stefan Klassen

Kreis Heinsberg. Nur noch zwei Tage, dann ist das Jahr 2014 ein Kapitel in den Geschichtsbüchern: Die meisten Kommunen haben neue Bürgermeister gewählt, die (fast) alle die alten sind, haben ihre Weltmeister gefeiert und sich über die Rettung von Holzweiler vor den Braunkohlebaggern gefreut. Was sonst noch in Heinsberg und Umgebung die Menschen bewegte, lesen Sie im ersten Teil unseres Jahresrückblicks.

Dieser Winter ist keiner. Die Salzlager der Bauhöfe sind voll. Aber der Schnee lässt auf sich warten.

Grün wie das winterliche Gras ist auch das Licht für eine neue Gesamtschule in Oberbruch. Die Bezirksregierung gibt ihr Okay. Allerdings müssen sich mindestens 100 Schüler aus dem Heinsberger Stadtgebiet anmelden.

Die Erinnerung an Kohle, Kameradschaft und Kumpel wird beim Festakt zum 100. Jahrestag der ersten Kohleförderung in Hückelhoven lebendig.

Händler und Kunden atmen auf: Der Wochenmarkt zieht vom Rathausplatz wieder um auf den Heinsberger Marktplatz.

Glück im Unglück hatten die Bewohner eines Eckhauses an der Mokwastraße in Hückelhoven: Ein Lastwagen rammte das Wohnhaus beim Rangieren und riss einen Teil der Fassade ab, aber niemand wurde verletzt.

Der Kommunalwahlkampf ist eröffnet: Die FDP fordert freien Eintritt für Heinsberger in alle Bäder der Stadt. Doch intern kriselt es. Der FDP-Fraktionsvorsitzende, Rolf-Ferdinand Jaeger-Breuer, gibt den Fraktionsvorsitz und auch gleich sein Parteibuch ab. Auch in der Wegberger SPD hängt der Haussegen schief: Die Fraktionsvorsitzende Nicole von den Driesch und mit ihr die Stellvertreter Doris Brocker, Philipp Schneider, die ehemalige Vorsitzende Evelyne Feger sowie der Internetbeauftragte Thomas Schneider und Michael von den Driesch treten aus der SPD aus.

Die Kirche in Erkelenz-Immenrath ist endgültig verstummt. Die sechs Stahl- und Bronzeglocken der St.-Lambertus-Kirche werden aus den beiden Türmen geholt. Ein emotionaler Moment.

Ein mit 22 Tonnen Papier beladener Laster kippt in Höhe des Ortsausganges Wassenberg in den Acker. Zwei Autokräne hieven den Koloss wieder heraus. Der Fahrer muss eine Blutprobe abgeben.

Dreiste Diebe stehlen in Erkelenz fünf historische Heiligenfiguren aus der Venrather Kirche, die gerade aufwendig saniert wird. Wie haben es die Diebe geschafft, die bis zu 1,60 Meter hohen Figuren unbemerkt aus der Kirche zu schaffen? Ende Februar kann die Gemeinde wieder aufatmen. Die Polizei kommt einem 47-Jährigen auf die Spur, der die Figuren nach Bayern und Baal verkauft hat. Ende Februar sind alle wieder zurück in der Kirche.

Wohnt hier ein Vierbeiner? Die Stadt Wassenberg will es genau wissen und schickt Hundezähler in die Haushalte. Wer seinen pelzigen Freund nicht gemeldet hat, muss Steuern nachzahlen.

Zänkische Narren: Ganz kurzfristig will die Vereinsgemeinschaft Granterath acht Gruppen vom Karnevalszug ausschließen. Grund: Sie sind angeblich zu laut und trinken zu viel. Die Jugendlichen sind empört. Es wird heftig gestritten. Aber am Ende dürfen doch wieder alle Kamelle werfen.

Punktlandung: Genau 100 Schüler haben sich aus dem Heinsberger Stadtgebiet für die neue Gesamtschule in Oberbruch angemeldet. Ab August werden 112 Mädchen und Jungen dort die Schulbank drücken.

Über das warme Wetter freuen sich die Narren. Bei zweistelligen Temperaturen schmeckt besonders das Eis des Haarener Zuges gut.

Eine Nachricht, die wie eine Bombe einschlägt: Der Tagebau Garzweiler II wird verkleinert und die Gemeinde Holzweiler bleibt vom Schaufelradbagger verschont. Für die Ortschaften Kuckum, Keyenberg, Berverath, Unter- und Oberwestrich gibt es allerdings keinen Aufschub.

Pflege am Boden: In Hückelhoven beteiligen sich über hundert Pflegekräfte aus dem Kreisgebiet an einem bundesweiten Smartmob und legen sich zehn Minuten lang auf den Boden, um auf die Missstände im Pflegeberuf hinzuweisen.

Die Fusion der Gemeinschaftshauptschule mit der Förderschule Pestalozzischule zu einer Schwerpunktschule ist beschlossene Sache. Der Erkelenzer Stadtrat hat dem Projekt Grünes Licht gegeben.

Einsturz droht: Weil der Zahn der Zeit eifrig nagt, ziehen die „Freunde der Burg“ die Sanierung der Mauer der Erkelenzer Burg vor.

Jetzt, da Garzweiler II kleiner wird als geplant, möchten die Umsiedler die Standortfrage wieder neu aufrollen. Kückhoven ist wieder interessant, weil es nicht mehr so nah am Tagebaurand liegt. Eine Frage ist geklärt, neue Fragen tauchen auf. Unter anderem soll eine Messstadion – installiert in Holzweiler – messen wieviel Feinstaub am Rande von Garzweiler II in der Luft liegt.

Es wird geblitzt, aber die Autofahrer haben sich darauf eingestellt. Beim sechsten Blitzmarathon lassen sich nur wenige Autofahrer beim Rasen erwischen.

Der Ansturm auf die Gesamtschule in Ratheim ist groß. 180 Eltern wollen ihre Kinder dorthin schicken, aber nur 116 Schüler können aufgenommen werden.

Wer bei St. Gereon arbeitet, hat einen ausgezeichneten Arbeitgeber. Der Brachelener Seniorendienst wurde vom Beratungsinstitut Gallup als „Deutschlands bester Arbeitgeber 2014“ bei Firmen von 50 bis 500 Mitarbeitern gekürt.

Bekommt der Turm der Erkelenzer Burg ein Dach? Die Bürger können online abstimmen.

Bei Venrath stürzt ein Kleinflugzeug vom Himmel. Unmittelbar neben einer Hochspannungsleitung bohrt sich die Nase der einmotorigen Maschine in den Acker. Der Pilot überlebt schwer verletzt.

Alles neu – neuer Hallenboden, neue Lüftungsanlage, neue Elek-troanlage, neue Toiletten: Nach einer Frischzellenkur kann die Erka-Halle in Erkelenz wieder von den Vereinen genutzt werden.

Tiefdruckgebiet Xena beschäftigt auch im Kreis Heinsberg Feuerwehr und Rettungskräfte. Die Wurmtalbahn zwischen Heinsberg und Lindern wird zum Notstopp gezwungen, weil ein Ast auf eine Oberleitung gefallen war. Und in Hückelhoven stürzt eine 20 Meter hohe Birke auf die Gladbacher Straße.

Der 4. Euregio-Sommerbiathlon lockte bei herrlichem Wetter nach Waldenrath. Jede der 96 Mannschaften, die in den Disziplinen Laufen/Schießen und Radfahren/Schießen antraten, hatte ihre eigene Fans dabei.

Die Bürger im Kreis Heinsberg haben gewählt. Die CDU ist in Heinsberg der eindeutige Wahlgewinner. SPD und Grüne verbessern sich. Die Liberalen sind die klaren Verlierer. Dafür sind die Freien Wähler wieder im Rat. Sonst bleibt alles wie es ist: Wolfgang Dieder führt weiter die Geschicke von Heinsberg, Manfred Winkens bleibt in Wassenberg und Heinz-Josef Schrammen in Waldfeucht Bürgermeister ebenso wie Peter Jansen in Erkelenz, Bernd Jansen in Hückelhoven, Bernhard Tholen in Gangelt, Thomas Fiedler in Geilenkirchen, Herbert Corsten in Selfkant. Nur in Wegberg müssen Reinhold Pillich und Michael Stock noch einmal zur Stichwahl am 15. Juni antreten.

Und nach der Wahl, da ging es zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nach Wassenberg, wo sich fantasievoll gewandete Menschen trafen und lustwandelten.

Auch das Effelder Spargelfest ist ein voller Erfolg. Nicht nur das weiße Gold, auch der „König des Popschlagers“, Michael Wendler, zieht die Menschen an.

Der Sommer-Boulevard 2014 lockt unter dem Motto „Treffpunkt Oberstadt – Kunst und Kulinarisches“ nach Heinsberg. Viele kommen, die Veranstalter sind zufrieden.

Stichwahl: Wegberg hat einen neuen Bürgermeister und der verspricht der Kommune frischen Wind. Herausforderer Michael Stock (SPD) gewinnt souverän mit 72,15 Prozent. Amtsinhaber Reinhold Pillich (CDU) war chancenlos. Er wertet das Ergebnis als „persönliche Niederlage“.

Milimetergenau bremste ein Lokführer seine Bahn ab, als ein Baum vor ihm auf den Schienen lag. Wegen eines heftigen Gewitters war zwischen Baal und Brachelen ein Baum auf die Oberleitung gestürzt.

Trauriges Ende eine Badetages am Lago Laprello in Heinsberg: Ein 19-Jähriger ertrinkt am Pfingstmontag im Badesee. Es war ein heißes Wochenende, das mit einem Unwetter endete. Und dieses Unwetter namens Ella hat es in sich. 718 Notrufe gehen bei der Polizei ein. 130 Mal muss die Feuerwehr ausrücken, Keller auspumpen, Bäume wegräumen, die auf Autos und Häuser gestürzt waren.

Blutiges Ende eines Nachbarschaftsstreits in einem Mehrfamilienhaus in Unterbruch: Vier Polizisten, die eigentlich einen Streit zwischen einem 35-Jährigen und seiner Nachbarin schlichten wollen, werden von dessen 75-jährigen Vater mit einem Messer attackiert. Er verletzt die Beamten, einen davon schwer. Ein Polizist greift zur Waffe und schießt auf den Mann. Der 75-Jährige erliegt seinen Verletzungen.

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