Jagd im Bergwerk: Film aus Hückelhoven für guten Zweck

Von: Carsten Rose
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Stephanie (Silvia Möller, 20) ist im Film „Das Werk“ auf der Flucht vor Guido Finke, der ein Mitglied einer Drogenbande spielt. Gedreht wurde der Film im ehemaligen Bergwerk Sophia-Jacoba in Hückelhoven. Zu sehen sind der Barbarastollen und der Förderturm. Foto: Carsten Rose (1), Hermann-Josef Polzin
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Günter Moll und Ingrid Wiederhold: Sie produzierten den Film „Das Werk“. Sie wollen damit Spendengelder und potenzielle Spender generieren.

Kreis Heinsberg. Warum sollen Bürger aus dem Kreis Heinsberg am 13. August in Hückelhoven ins Kino gehen? „Weil man Lust hat, in Hückelhoven einen Film zu sehen, der in Hückelhoven gedreht wurde“, sagt Hobbyfilmer Günter Moll, „und weil man damit etwas Gutes tut“. Der Film „Das Werk“, den Günter Moll aus Schleiden mit der Aachener Theaterpädagogin Ingrid Wiederhold im ehemaligen Bergwerk Sophia-Jacoba gedreht hat, soll Spendengelder generieren, um einem sieben Monate alten Mädchen aus Erkelenz zu helfen.

Die kleine Alissa Schulz hat Leukämie, eine seltene Blutkrebs-Mutation, die nicht durch eine Chemotherapie heilbar ist. Neben dem Eintrittsgeld – eine Karte kostet zehn Euro –, das komplett an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geht, sollen weitere potenzielle Spender gefunden werden. 50 Euro kostet die Laboruntersuchung einer Speichelprobe. Eine erste große Typisierungsaktion lief vor zwei Wochen in der Erkelenzer Stadthalle, dort hatten sich mehrere Hundert potenzielle Spender gemeldet. Über den Aufruf zu dieser Aktion über Facebook ist Günter Moll auf das Schicksal der kleinen Alissa aufmerksam geworden.

„Ich komme aus gesundheitlichen Gründen nicht für die Typisierung infrage“, sagt Moll, „deswegen habe ich mir gesagt: Jetzt nimmst du den Film dafür.“ Kinobesitzer Frank Dohmen habe direkt zugesagt, den Corso Filmpalast kostenlos zur Verfügung zu stellen.

„Mit dem Bergwerk Sophia-Jacoba als Hauptdrehort ist der Bezug zu Hückelhoven da“, sagt Ingrid Wiederhold. Etwa zehn Tage haben die jungen 21 Schauspieler und das Filmteam in Hückelhoven gedreht. Zwei Jahre haben die gesamten Dreharbeiten gedauert – immer am Wochenende, mit Laiendarstellern, privatfinanziert.

Die Handlung des Films: Eine junge Studentin will ein Videoprojekt umsetzen und sucht sich dafür das Hückelhovener Bergwerk aus. Dort stößt sie auf eine Art Drogenmafia, die sie gefangen hält. Ein gutgesonnenes Mitglied dieser Gruppe verhilft ihr zur Flucht. „Die Hauptdarstellerin und ihr Verfolger müssen immer wieder durch den engen Streb im Barbarastollen“, sagt Ingrid Wiederhold.

Auf dem Förderturm wurden ebenfalls einige Szenen gedreht – dieser war auch ein entscheidender Grund dafür, dass Sophia-Jacoba der Hauptdrehort des Films war. „Ich wollte unbedingt einen Förderturm im Film haben“, sagt Günter Moll, „das ist das Wahrzeichen eines Bergwerks.“ Nach wochenlangen Recherchen fiel die Wahl dann auf Hückelhoven.

Ungewollt hat „Das Werk“ eine Verbindung zu seinem wohltätigen Zweck, für den er verwendet wird: Die Hauptdarstellerin ist ebenfalls an einer tödlichen Krankheit erkrankt – von der Diagnose weiß sie aber noch nichts. „Der Film ist verzwickt, es fällt mir schwer, ihn in ein paar Sätzen zu erklären“, sagt Moll.

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