Jägerprüfung: Material in Hülle und Fülle

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Willi Krings bietet in der Naturschule im Wildpark Gangelt nicht nur eine Vorbereitung auf die Jagdprüfung, sondern schon jetzt eine 200 Unterrichtsstunden umfassende Ausbildung, wie sie bald Pflicht werden soll.

Heinsberg/Gangelt. Wer in Nordrhein-Westfalen derzeit seine Prüfung als Jäger ablegen will, benötigt dazu bisher noch keine umfassende Ausbildung, sondern lediglich den Nachweis über eine Schulung in Wildbrethygiene und eine weitere im Umgang mit Kurzwaffen.

Das könnte sich schon bald ändern, denn anders als im gerade erst im vergangenen Jahr beschlossenen Jagdgesetz für NRW sollen im neuen Bundesjagdgesetz auch Ausbildungszeiten vorgeschrieben werden. 130 Stunden Theorie und 40 Stunden praktische Ausbildung sieht der Gesetzentwurf derzeit vor.

Doch auch schon jetzt sei eine intensive Vorbereitung nicht allein auf die Prüfung, sondern vor allem auf die Tätigkeit als Jäger eigentlich unerlässlich, meint Willi Krings aus Heinsberg. Viele Jahre war er in Baden-Württemberg als staatlich anerkannter Ausbildungsleiter in der Jagdausbildung tätig und kennt von dort die Notwendigkeit einer intensiven Ausbildung für die Jagd. Nachdem ihn die Sehnsucht nach seiner Familie zurückgeführt hat nach Heinsberg, hat er im Wildpark Gangelt eine Naturschule gegründet und wird dort künftig auch für angehende Jäger auch über den Kreis Heinsberg hinaus eine umfassende, insgesamt 200 Stunden umfassende Ausbildung anbieten.

„Dass eine solche Ausbildung auch hier bei uns Pflicht wird, sind wir der uns anvertrauten Tier- und Pflanzenwelt einfach schuldig“, betont Krings, der sich für den Kreis Heinsberg ehrenamtlich als Tierretter engagiert. Er ist ein ausdrücklicher Befürworter einer bundeseinheitlichen Regelung von Ausbildung und Prüfung in diesem Bereich. Derzeit sei es noch so, dass je nach Entscheidung der Jagdbehörde Fortbildungslehrgänge, die in dem einen Bundesland erfolgreich absolviert worden seien, in NRW erst gar nicht anerkannt würden. Und heute brauche es noch mehrere Tage eigenes Studium oder eine professionelle Fortbildung, um sich die gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes anzueignen, in dem man jagen wolle. Dabei müssten verantwortungsvolle Jäger schon jetzt in ihrem eigenen Bundesland ständig an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, so der erfahrende Jagdausbilder weiter.

Neues Konzept entwickelt

Daher hat er nun für seine Naturschule in Gangelt ein neues Ausbildungskonzept entwickelt, das sich an den Vorgaben des zukünftigen Bundesjagdgesetztes und natürlich auch an den aktuellen landesrechtlichen Vorgaben orientiert. Neben Unterrichtsmaterialien und modernen Medien für die theoretische Ausbildung besitzt Krings eine umfassende Sammlung von Präparaten, die er aus seiner früheren Tätigkeit mit nach Gangelt bringt.

„Und nicht zuletzt bietet natürlich der Wildpark selbst mit seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt sowie seiner eigenen Falknerei jede Menge lebendiges Anschauungsmaterial für den Unterricht“, betont er.

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