„Italien und Akte“: Boris Fröhlich lädt zu kulinarischem Kunstgenuss

Von: hewi
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Boris Fröhlich, Kunstmaler aus Immerath, hatte zu einer Vernissage in sein Immerather Atelier geladen. Im Mittelpunkt seiner Ausstellung standen Akte und italienische Landschaftsbilder. Zu Beginn der Vernissage gab der Künstler (Bildmitte) erklärende Worte zu seinen Werken. Foto: Sommer

Erkelenz-Immerath (alt). Wenn Boris Fröhlich zu Brot und Wein einlädt, kann man sich neben dem kulinarischen auch auf einen Kunstgenuss freuen. In diesem Jahr verband der Künstler seinen 66. Geburtstag mit einer Ausstellung mit dem etwas allgemeinen Titel „Italien und Akte“ – oder „Landschaften und nackte Frauen“, wie es ein Bekannter des Malers auf den Punkt brachte.

Ein Teil der gezeigten Landschaftsskizzen sind in Pietra entstanden, einem Teil der Ortschaft Chiusi della Verna, wohin sich Fröhlich gerne in sein Landhaus zurückzieht. Von dort stammt auch der Wein, den er seinen Gästen ausschenkt und den es im Handel nicht gibt. Denn es handelt sich um den Hauswein der Franziskaner. Deren Begründer Franziskus bekam den Berg im Jahr 1213 von Graf Orlando geschenkt. Der Berg ist ein häufig wiederkehrendes Motiv des Künstlers.

Die Akte stammen aus den verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers. Zumeist handelt es sich um Pastell- oder Bleistiftzeichnungen, bei denen der Fokus auf dem Wesentlichen liegt. Schmückendes Beiwerk wird vermieden, da es den Blick scheinbar zu sehr ablenkt.

Ein Besuch bei Fröhlich, der auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses in Immerath wohnt und arbeitet, ist wie eine Zeitreise und gleichzeitig ein Besuch mit Mehrwert. Wo sonst kann man sich auf die Entdeckungsreise machen und in die privaten Bereiche eines Künstlers vordringen, der seine Bilder im ganzen Haus verstreut ausgestellt hat? Oft entdeckt man ganz beiläufig auch Werke, um die es bei der Ausstellung eigentlich gar nicht geht.

Zu fast jedem Bild weiß Fröhlich eine Geschichte zu erzählen, der man nicht nur aus Höflichkeit und wegen des guten Weins lauscht. So kennt er einige seiner Aktmodelle seit Kindesalter und hat sie schon damals gezeichnet. „Meistens kommen die Modelle irgendwann selbst mit der Idee, mir für einen Akt Modell zu stehen“, erklärt Fröhlich. Dann gehen er und sein Modell eine innige Beziehung ein, um das Besondere festzuhalten. „Für eine Aktzeichnung bräuchte ich kein Modell, denn ich weiß, wie eine nackte Frau aussieht“, betont er.

Seinen ersten Akt zeichnete er mit vier Jahren, einem Alter, in dem sich die Kinder noch auf simple Formen und Motive stürzen. Fröhlich zeichnete damals eine Statue ab, die seine Mutter erschaffen hatte. Die Aktzeichnung hat noch heute einen Reiz für den Künstler. „Jedes Modell hat eine besondere Ausstrahlung, die ich in der Zeichnung festhalten will“, erläutert er seine Arbeitsweise. Das schaffe eine enge Verbundenheit, die man in den Bildern erkennen könne. „Oft kenne ich die Frauen besser als ihre Ehemänner.“

Der gemeinsame Prozess beginnt immer mit einem Porträt, bevor dann Stück für Stück die Hüllen fallen. Wichtig ist dem Künstler auch, dass seine Modelle immer wissen, wo die Bilder am Ende landen.

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