„Interaktiver Haushalt“: Städtischer Etat für Bürger transparenter

Von: Helmut Wichlatz
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Online den Haushaltsplan unter die Lupe nehmen: In Erkelenz ist dies nun möglich. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Der städtische Haushalt ist für den Normalbürger ein Buch mit sieben Siegeln. Und dazu mit rund 700 Seiten auch noch ein ziemlich dickes. Dass das nicht unbedingt zum Schmökern einlädt, weiß jeder, der ein solches Machwerk schon einmal in der Hand hielt. Dessen war man sich in der Verwaltung durchaus bewusst, wie Kämmerer Norbert Schmitz bei der Vorstellung eines neuen städtischen Informationsangebotes betonte: Der „interaktive Haushalt“ steht ab sofort auf der Homepage der Stadt jedem Interessenten zur Verfügung.

Mit wenigen Klicks kann man dort sehen, wie sich die Hundesteuer entwickelt und welche Ausgaben im Brandschutzwesen zu erwarten sind. Die Themen sind übersichtlich und auch für Laien verständlich aufbereitet und machen Lust auf mehr. Schmitz und sein Team arbeiten schon länger damit, nun soll das ausgereifte System den Bürgern zugänglich gemacht werden.

Die Bereiche sind nicht mit Informationen überfrachtet. Einzelne Tabellenelemente können ausgeblendet werden oder weiterführende Informationen mit Popup-Fenstern aufgerufen werden. Erstellt wurde der interaktive Haushalt in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen IKVS („Interkommunale Vergleichssysteme“), das sich seit einigen Jahren um genau diese Transparenz und Vergleichbarkeit von Haushaltsausgaben bemüht.

In Sachen Transparenz habe Erkelenz die Nase vorn, wie Christian Baan von IKVS betont. Denn seit dieser Woche hat Erkelenz als erste Gemeinde in NRW den „interaktiven Haushalt“ auch online für die Bürger freigeschaltet. „Das war unser Ziel“, sagt Bürgermeister Peter Jansen. „Die Bürger können sich informieren und verstehen, wohin das Geld fließt.“ Somit setze die Stadt auf „Information gegen Spekulation“, womit auch zu einer Versachlichung der Diskussion um öffentliche Ausgaben und Sparpolitik beigetragen werde. Denn selbst im Rat seien nicht alle Mitglieder komplett informiert, was oftmals der Debatte durchaus abträglich sei.

Der interaktive Haushalt setzt auf Überschaubarkeit. Die Themen sind grafisch mit Tabellen und Diagrammen aufbereitet. Diese können angeklickt werden, wenn weitere Informationen zu dem einen oder anderen Punkt nötig sind. Entwicklungen werden gegenübergestellt und durchaus auch Prognosen gegeben. Doch wie der klassische Haushalt auf Papier kann das interaktive Werk nur das aktuelle Haushaltsjahr widerspiegeln.

Vertief- und erweiterbar

Dass diese Transparenz auch Fragen seitens der Bürgerschaft auslöst, ist gewollt, wie Jansen betont. „So lange am Ende ein Verständnis des jeweiligen Sachzusammenhanges steht, ist keine Frage zu viel oder zu dumm“, sagt er.

Auch Kämmerer Norbert Schmitz zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis und betont, dass das interaktive Angebot auch vertieft oder erweitert werden könne. So sei es auch möglich, den zu beratenden nächsten Haushalt frühzeitig einzustellen und offenzulegen. Nun müsse abgewartet werden, wie das Angebot von den Bürgern genutzt wird. Auch für Schulen sei es ein geeignetes Medium zur Information.

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