Heinsberg-Oberbruch - Integration voranbringen: Gesamtschule und Rotes Kreuz kooperieren

Integration voranbringen: Gesamtschule und Rotes Kreuz kooperieren

Von: anna
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Silke Esser, Peter Ruske, Gülsen Litherland, Lothar Terodde, Hedi Bouaziz und Rena Dimitriadou (von links) bei der Vertragsunterzeichnung in der Gesamtschule. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. Eine gute Partnerschaft pflegen sie eigentlich schon seit zwei Jahren, die städtische Gesamtschule in Oberbruch und der Kreisverband Heinsberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Am Donnertagmorgen haben Schulleiter Peter Ruske und DRK-Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde nun einen für den DRK-Kreisverband bisher einzigartigen Vertrag unterzeichnet, der diese Kooperation offiziell besiegelt.

„Im Vordergrund steht die Förderung des sozialen Engagements der Schülerinnen und Schüler“, heißt es darin. „Durch praktische Erfahrungen werden Achtung und Respekt im Umgang mit Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft, Religion und Gesellschaftsschichten stärker ausgeprägt.“ Auch sollten Schüler dadurch auf mögliche zukünftige Tätigkeiten in sozialen Bereichen vorbereitet werden.

Angefangen habe alles bereits vor zwei Jahren mit einem Besuch eines Religionskurses in der Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle an der Westpromenade in der Heinsberger Innenstadt, erinnerte sich der Schulleiter. „Die Unterkunft mitten in der Stadt hat sofort für Begegnung gesorgt“, pflichtete ihm Terodde bei.

Diese „Annäherung an Migration“, sagt Ruske, habe sich in der Schule inzwischen zu echter Integration weiterentwickelt, nicht zuletzt dank des intensiven Austauschs mit dem DRK-Kristallisationspunkt gegen Armut und für Integration (KAI) in Heinsberg. Er ist einer von vier neuen Standorten dieser Art, die der DRK-Kreisverband nach der Auflösung der Notunterkünfte als Anlaufstelle für Flüchtlinge und hilfsbedürftige Menschen aufgebaut hat.

Der KAI ist in der Schule zum Beispiel bei Thementagen unter dem Motto „Erwachsen werden“ dabei. Hier berichteten Menschen schon über ihre Flucht. Zugleich lernten die Schüler aber auch Möglichkeiten kennen, sich ehrenamtlich oder gar beruflich zu orientieren. Weitere Ziele sind der Aufbau eines Sanitätsdienstes in der Schule oder Projekte wie ein offener Nähkurs oder ein Schulgarten. Das DRK bietet Hilfe bei Hausaufgaben oder bei sprachlichen Problemen in mehreren Sprachen, vor allem für Schüler des Kurses DAZ (Deutsch als Zielsprache). 36 der insgesamt 485 Schüler besuchen derzeit an der Gesamtschule einen solchen Kurs.

„Und inzwischen bekommen wir von den Schülern auch schon etwas zurück“, freute sich Gülsen Litherland, die Leiterin des Heinsberger KAI, die Terodde zusammen mit Regionalberater Hedi Bouaziz begleitete. So hätten Schüler für den Elternsprechtag Kekse mit Rezepten aus ihrer Heimat gebacken und gegen Spenden abgegeben. Den Erlös spendeten sie dem KAI in Heinsberg.

Erfolgreich durchgeführt wurde gemeinsam zudem in den Sommerferien ein Zeltlager mit 80 Kindern in Brachelen. „Einheit in Vielfalt“, das Motto der Schule, werde in dieser Kooperation gelebt, betonte Ruske. Langfristig werde sie nicht nur das Schulleben positiv beeinflussen, sondern auch den gesamten Sozialraum, in dem die Schüler leben, so seine Hoffnung.

Möglich sei eine solche Kooperation für die Schule aber nur, weil es Menschen gebe, die sich dafür neben dem normalen Schulalltag engagierten, lobte er die Arbeit von Schulsozialarbeiterin Silke Esser und von Rena Dimitriadou, Lehrern für Deutsch und Religion.

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